Mitte der Ewigkeit

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Ein Traum, ein Traum ist unser Leben
auf Erden hier.
Wie Schatten auf den Wogen schweben
und schwinden wir,
und messen unsre trägen Tritte
nach Raum und Zeit;
und sind (und wissen’s nicht) in Mitte
der Ewigkeit.

Johann Gottfried Herder (1744 – 1803)

Fahle Erinnerung hat keine Kraft gegen die Lebendigkeit der Gegenwart

 

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Man verweist Regenten, Staatsmänner, Völker vornehmlich an die Belehrung durch die Erfahrung der Geschichte. Was die Erfahrung aber und die Geschichte lehren, ist dieses, daß Völker und  Regierungen niemals  etwas aus der Geschichte gelernt und nach Lehren, die aus derselben zu ziehen gewesen wären, gehandelt haben. Jede Zeit hat so eigentümliche Umstände, ist ein so individueller Zustand, daß in ihm aus ihm selbst entschieden werden muß und allein entschieden  werden kann. Im Gedränge der Weltbegebenheiten hilft nicht ein allgemeiner Grundsatz, nicht das Erinnern an ähnliche Verhältnisse, denn so etwas, wie eine fahle Erinnerung, hat keine Kraft gegen die Lebendigkeit und Freiheit der Gegenwart.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) Gefunden habe ich das Zitat in Oskar Negt / Alexander Kluge. Maßverhältnisse des Politischen. 15 Vorschläge zum Unterscheidungsvermögen. Frankfurt/M. 1992, S. 335

Geistige Kräfte im besten Fall unterschätzt

Die Menschen legen zu diesen stummen und blinden Zeiten einen besonderen ausschließlichen Wert auf äußerliche Erfolge, sie kümmern sich nur um materielle Güter und begrüßen einen technischen Fortschritt, welcher nur dem Leibe dient und dienen kann, als eine große Tat. Die rein geistigen Kräfte werden im besten Falle unterschätzt, sonst überhaupt nicht bemerkt.

Wassilij Kandinsky (1866 – 1944) in: Über das Geistige in der Kunst

Vergiss niemals das Anfangsherz!

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„Vergiss niemals das Anfangsherz!“
Wer werden will, muss kämpfen;
wer es zum Meister bringen will,
muss lernen, unermüdlich sich üben,
und wer ein Meister heißt,
der muss erst recht lernen, üben, ringen.
Anfangen müssen wir alle,
Tag um Tag, Jahr um Jahr,
Lebensepoche um Lebensepoche,
bis ins höchste Alter!
Vergiss Anfangen nicht!
Vergiss den Anfang nicht:
was du im Anfang hattest und was nicht,
im Können und im Nicht-Können.
Und so fahre fort!
Das ganze Leben hindurch!
Und so stehe du mitten im Sein!
Denn wer bist du denn?
„Vergiss den Anfang nicht.“
Vor dir war dein Geschlecht;
von Ahnen her bist du:
Vergiss jenen „Anfang“ nicht!
Du selber bist aber auch Anfang,
deine Zeit ist Anfang.
So sei es ganz!
Im ganzen Sein!
Dein Sein weitergebend!
So werden auch die nach dir,
von dir übernehmend,
wissen und verstehen,
Anfang zu sein.

Zeami Motokiyo (1363- 1443) in seinem „Blumenspiegel“

Gefunden habe ich den Text hier: https://www.nootheater.de/menu.html

Feuer des Lichts – Doing Nothing Sommer-Retreat

Flyer des Retreats – Zum Vergrößern bitte anklicken

Achtung,Terminänderung: 21. – 26. Juli 2020

 

Liebe Freundinnen und Freunde von Doing Nothing,

Rani und Werner möchten Euch noch einmal zu dem diesjährigen Sommer-Retreat „Feuer des Lichts“einladen.

Es dauert dieses Mal 6 Tage. Das eigentliche, innere Retreat ist darin enthalten (3 Tage), wie man etwas Wertvolles mit einer samtigen, schützenden Verpackung umgibt. Das heißt, wir geben dem strengeren Nicht Tun einen großzügigen Rahmen und uns selbst damit viel Raum vorher anzukommen, nachher zu integrieren und auch den „Well Being“-Aspekt des Nicht Tuns kennen zu lernen und zu genießen.

Rani: Man kann gar nicht oft genug sagen, wie wichtig eine solche Erfahrung sein kann, wie wichtig die Zeit ist, die man sich schenkt, die man dem Göttlichen schenkt, was ja letztendlich das Gleiche ist, gerade in Hinsicht auf die kontemplative Praxis. Denn es geht beim Nicht Tun weniger um das ICH, als vielmehr um das WIR. Auch wenn Du alleine in der Kapelle im Wald sitzt oder alleine auf Deinem Zimmer. Gerade dann, wenn Du in der (relativen) Einsamkeit verweilst, ist die Chance sehr groß, dass die Schleier nach und nach dünner werden, die dich vom WIR trennen.

Es ist, als ob sich die Nebel sich langsam lüften und auf einmal fühlst Du Dich nicht mehr allein und separiert.

Du erlebst das Glück und die unzweifelhafte Gewissheit verbunden zu sein, geborgen im Schoß des Lebens, in Kontakt zu sein mit dem Göttlichen, ja berührt.

 

Allgemeine Infos über die Retreats: http://doingnothing.de/

Anmeldung bitte bei Rani: kkaluza@netcologne.de

Bei Fragen auch gerne anrufen: 0049 (0) 221 2406997

 

Es grüßen Euch herzlich

Rani und Werner

 

Kleiner Hinweis – bitte den Termin schon mal vormerken:

 Am 6. September 2020 wird es beim Mystik-Sonntag Köln um Gelassenheit und Gleichmut in Buddhismus und Christentum gehen. Eine Einladung dafür folgt später.

 

Else Lasker-Schüler: Ein alter Tibetteppich

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Deine Seele, die die meine liebet,
Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet.

Strahl in Strahl, verliebte Farben,
Sterne, die sich himmellang umwarben.

Unsere Füße ruhen auf der Kostbarkeit,
Maschentausendabertausendweit.

Süßer Lamasohn auf Moschuspflanzenthron,
Wie lange küsst dein Mund den meinen wohl
Und Wang die Wange buntgeknüpfte Zeiten schon?

Else Lasker-Schüler (1869 – 1945)

Die Zeit geht nicht, sie stehet still…

Die Zeit geht nicht, sie stehet still,
Wir ziehen durch sie hin;
Sie ist ein Karavanserai,
Wir sind die Pilger drin.

Ein Etwas, form- und farbenlos,
Das nur Gestalt gewinnt,
Wo ihr drin auf und nieder taucht,
Bis wieder ihr zerrinnt.

Es blitzt ein Tropfen Morgentau
Im Strahl des Sonnenlichts;
Ein Tag kann eine Perle sein
Und ein Jahrhundert nichts.

Gottfried Keller (1819 – 1890)