Wissen, dass es ein Zentrum gibt

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Wenn wir wüssten,
dass die Welt ein Labyrinth ist,
dann wüssten wir,
dass es ein Zentrum gibt.

Egal ob dort etwas Schreckliches
wie der Minotaurus
oder etwas Göttliches wohnt.
Aber es gäbe ein Zentrum.

Wenn wir hingegen annehmen,
dass die Welt Chaos sei,
dann wären wir wirklich verloren.

Jorge Luis Borges (1899 – 1986)

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Es nehmen lernen ohne allzuviel fallen zu lassen

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Und nun wollen wir glauben an ein langes Jahr, das uns gegeben ist, neu, unberührt, voll nie gewesener Dinge, voll nie getaner Arbeit, voll Aufgabe, Anspruch und Zumutung; und wollen sehen, daß wirs nehmen lernen, ohne allzuviel fallen zu lassen von dem, was es zu vergeben hat, an die, die Notwendiges, Ernstes und Großes von ihm verlangen.

Rainer Maria Rilke (1875–1926) schrieb dies in einem Brief an seine Frau Clara am 1. Januar 1907

Mit Verletzungen umgehen

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Sind wir verletzt, haben wir zwei Möglichkeiten: Wir können in einer Weise denken, die unsere Wut anstachelt und auf Rache sinnt, oder wir können versuchen, uns zu beruhigen, unser Mitgefühl und Verstehen zu berühren und einen friedvollen Geist zu erlangen. Schlagen wir diesen Weg ein, sehen wir, dass auch die andere Person leidet, und unsere Wut wird sich auflösen.

Thich Nhat Hanh (*1926)