Welt der Erscheinungen mit Energien versorgen

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Die Aufgabe eines bewussten menschlichen Wesens besteht darin, die irdische Welt der Erscheinungen mit Energien zu versorgen, die den Schöpfungen und Dingen, die unsere Welt ausmachen, auf anderen Wegen nicht effektiv vermittelt würden.

William Segal (1904–2000) Cynthia Bourgeault zitiert den frühen Gurdijeff-Schüler in ihrem Beitrag „Wo die beiden Meere sich treffen. Eine spirituelle Reise ins Reich des Imaginativen“

Der komplette Beitrag von Cynthia Bourgeault kann hier gelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VI

CII. Jahrgang SOMMER 2021

Thema: Die erste Ausstellung des Jakob-Böhme-Bundes

Heft 5, Mai 2021

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Mit allen Wesen in Frieden leben

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Eine ganzheitliche Spiritualität bezieht den Körper in unseren inneren und äußeren Entwicklungsprozess ein. Sie verbindet ihn mit dem Geist durch Gebet, Meditation, spirituelle Gesänge, Liturgien, spirituelles Lesen, Yoga, diverse Kampfünste, Laufen, Wandern oder den Aufenthalt in der freien Natur. Gleichzeitig liefert eine ganzheitliche Spiritualität den „Input“, den Kunst, Musik und Dichtung zu unserem spirituellen Leben beitragen können. Eine vollständige Spiritualität wird durch diese kreativen Wege bereichert und steht auch in enger Verbindung zur Natur. Sie sorgt dafür, dass wir mit allen Wesen in Frieden leben.

Wayne Teasdale (1945 – 2004) in: Das mystische Herz. Spirituelle Brücken bauen. 2004, o.O., S. 286

Freiheit des anders Denkenden

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Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der anders Denkenden. Nicht wegen des Fanatismus der „Gerechtigkeit“, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die „Freiheit“ zum Privilegium wird.

Rosa Luxemburg  (1871 – 1919) in: Die russische Revolution. Politische Schriften, Bd. 3, Frankfurt/M. 1968, S. 106-141. Hier: S. 134

Der Mensch kann sich nicht erfolgreich selbst bestimmen wenn er vor der Wirklichkeit flieht

 

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Der Unsinn der alternativen Tatsachen und des postfaktischen Zeitalters, die Medienschelte und die Abschaffung von Pressefreiheit in vielen Ländern dieser Erde innerhalb der letzten fünf Jahre bestätigten, dass der Neue Realismus auch einen moralischen Auftrag hat. Der Mensch kann sich nicht erfolgreich selbst bestimmen, wenn er vor der Wirklichkeit flieht. Dann fällt es den Menschenfeinden leicht, Zwist zwischen Mensch und Mensch zu säen, indem sich die Lüge verbreitet, wir Menschen seien durch Hautfarbe, Geschlecht, Zugehörigkeit zu einer Religion, Staatsbürgerschaft oder kulturellen Tradition in unserem Wesen verschieden. Menschen sind schlicht verschieden, weil sie sich voneinander unterscheiden.

Markus Gabriel (*1980) in: Der Sinn des Denkens. Berlin 2018

Der berufene Dilletant

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Was den Dilettantismus anlangt, so muß man sich klarmachen, daß allen menschlichen Betätigungen nur so lange eine wirkliche Lebenskraft innewohnt, als sie von Dilettanten ausgeübt werden. Nur der Dilettant, der mit Recht auch Liebhaber, Amateur genannt wird, hat eine wirklich menschliche Beziehung zu seinen Gegenständen, nur beim Dilettanten decken sich Mensch und Beruf; und darum strömt bei ihm der ganze Mensch in seine Tätigkeit und sättigt sie mit seinem ganzen Wesen, während umgekehrt allen Dingen, die berufsmäßig betrieben werden, etwas im übeln Sinne Dilettantisches anhaftet: irgendeine Einseitigkeit, Beschränktheit, Subjektivität, ein zu enger Gesichtswinkel. Der Fachmann steht immer zu sehr in seinem Berufskreise, er ist daher fast nie in der Lage, eine wirkliche Revolution hervorzurufen: er kennt die Tradition zu genau und hat daher, ob er will oder nicht, zu viel Respekt vor ihr. Auch weiß er zu viel Einzelheiten, um die Dinge noch einfach genug sehen zu können, und gerade damit fehlt ihm die erste Bedingung fruchtbaren Denkens. …

Egon Friedell (1878 – 1938) in seiner „Kulturgeschichte der Neuzeit“

Geistige Kräfte wieder achten

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Dass der Dichter heute nur dann gehört wird, wenn er dem Geschmack der Menge, den Strömungen der Zeit entgegenkommt, also das Element seines besonderen Wesens, das ihn zum Dichter vorbestimmt, so gut wie preisgibt – dieser schmachwürdige Zustand kann nur geändert werden, wenn die Zeit oder vielmehr ihre Menschen gelernt haben werden, geistige Kräfte wieder zu achten. Unsere Zeit, in der die Mittelmäßigkeit, die durchschnittlichen Geister genau so triumphieren wie die Serienfabrikation oder die Vertrustung in der Wirtschaft, diese Zeit hat von der Erscheinung des Genies, das im Dichter wirksam ist, kaum etwas vernommen oder verstanden: ist es nicht so, daß man heute auf allen Gebieten, nicht nur auf dem des Sports, des Glaubens ist, jedermann könne durch Training und abermals durch Training zur Höchstleistung sich hinauftrainieren? Von Berufung und Talent oder gar Genie weiß man nur noch wie vom Hörensagen.

„Der Dichter und seine Zeit“ von Hermann Stehr im Jahr 1929. Erschienen in: Vom Geheimnis des Jenseits im Diesseits, Brentano Verlag, Stuttgart, 1960

Der vollständige Text ist hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER
CI. JAHRGANG HERBST 2020
3. Quartalsausgabe August, September, Oktober, gebunden
ISBN.Nr. 978 -3-948594-03-9

HEFT 9 |  Oktober 2020

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Die Welt poetisieren…

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen,
Wenn die, so singen oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt ins freie Leben
Und in die Welt wird zurückbegeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu echter Klarheit werden gatten,
Und man in Märchen und Gedichten
Erkennt die ewgen Weltgeschichten,
Dann fliegt vor einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.

Novalis (Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg), 1800