Kein Medium ohne Verantwortung

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In einer Medienwelt, die nur so strotzt vor Häme, Hass, Propaganda, Vorverurteilungen und Verunglimpfungen ist scheinbar immer weniger sachliche Information zu lesen, notwendige Aufklärung. Sensation geht vor Sachlichkeit, Auflage / Quote vor wirklich wichtige Hintergründe fraglicher Geschehen. Kaum mehr scheint aufzuscheinen, dass es kein Medium geben dürfte, dass sich an seine  Verantwortung erinnert. Hier sechs Punkte, die das optimieren könnten:

1. Wer trägt Verantwortung? (Handlungsträger);
2. Was ist zu verantworten? (Handlung);
3. Wofür trägt er Verantwortung? (Folgen);
4. Wem gegenüber trägt er Verantwortung? (Betroffene);
5. Wovor muss er sich verantworten? (Instanz, z. B. Gewissen, Öffentlichkeit);
6. Weswegen muss man sich verantworten? (Werte, Normen, Kriterien)

So Rüdiger Funiok zum Stichwort Medienethik. In: Jürgen Hüther/Bernd Schorb (Hrsg.), Grundbegriffe der Medienpädagogik. 4., vollständig neu konzipierte Auflage. München 2005, S. 243–251, hier: 247

Die Kultur der Gegenwart schafft eine Glitzerwelt…

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Die kommerziell geprägte Kultur der Gegenwart schafft eine Glitzerwelt, von der unsere Aufmerksamkeit angezogen wird wie Motten vom Licht. Der Glaube der Gegenwart, dass das Glück des Menschen durch Waren und Dienstleistungen zu erreichen ist, erwärmt sich für Spiritualität ebenso wenig wie Bakterien für Penicillin.

Gefunden habe ich dieses Zitat hier: https://www.seele-und-gesundheit.de/spiritualitaet/spiritualitaet.html

Menschen brauchen Zuhörende

Screenshot der Startseite https://zuhoerer-ruhr.com/

Wir leben in einer rasanter gesellschaftlicher und sozialer Umbrüche. Es gibt immer weniger Raum dafür, dass Menschen einfühlsam Menschen zuhören. Vor allem aber: Immer seltener können Menschen individuelle Fragen, Probleme, Schwierigkeiten und Herausforderungen bei kompetenten Menschen loswerden, sich in einem vertrauensvollen Umfeld mit-teilen. Im Beruf sind und werden immer mehr Aufgaben und Arbeiten automatisiert, Personal wird dramatisch reduziert. Arbeiten werden von zuhause am Computer via Home Office erledigt.
Die Arbeitsverdichtung sorgt dafür, dass von immer weniger Mitarbeitern und Kollegen immer mehr zu erledigen ist. Und der Ton untereinander ist rauer geworden – Mobbing ist ebenso an der Tagesordnung, wie es Belästigungen unterschiedlicher Art sind.

Die Isolation schreitet stetig voran

Menschen ohne Arbeit sind immer mehr isoliert, ziehen sich aus sozialen Zusammenhängen zurück und vereinsamen zunehmend.

Einzelne und Familien sind in immer stärkerer Weise eingebunden – und auch hier werden jene Phasen immer knapper, wo jemandem noch achtsam zugehört werden kann.

Der demographische Wandel lässt immer mehr Menschen ohne ein sozial adäquates Umfeld alt werden. Immer mehr Menschen leben alleine und isoliert. Alleine auch mit ihren Gedanken, Vorstellungen, Wünschen und Schwierigkeiten.

Menschen brauchen Zuhörende

Wo es vor allem in der Vergangenheit noch ausreichend Anlaufstellen gab, seine Nöte und Sorgen abzuladen, ziehen die sich seit Jahren schon immer weiter hinter verschlossene Türen zurück, lassen die Menschen in ihren Ängsten, Sorgen und Fragen weitgehend allein. Hier kann ein niederschwelliges Angebot – quasi säkularer Seelsorge – ansetzen: institutionell unabhängig und interspirituell geprägt. Denn das Ende dieser Entwicklungen ist noch nicht abzusehen. Aber es braucht ganz dringend eine Veränderung dieser Situationen, es braucht offene Ohren, es braucht ebenso unabhängige wie kompetente Zuhörende, deren Verschwiegenheit man sicher sein kann.

© Werner A. Krebber, Zuhörer

 

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