Mystik hier und jetzt – Studien- und Praxiskreis – Teilen erwünscht…

Am 6. Mai 2018 beginnen Rani Kaluza (doingnothing) und ich in Köln mit einem Studien- und Praxiskreis zum Thema „Mystik hier und jetzt – Mystikerinnen und Mystiker, Erfahrungen und Einsichten“.

Mystik ist der Grundzug jeder Religion. Jeder mystische Weg ist ein Weg aus einem allzu engen konfessionellen Religionsverständnis heraus. Das muss nicht ein Abschied von der Religion an sich bedeuten, wohl aber sprengt und übersteigt die Mystik alles, was die Religion verdinglichen und festschreiben will.

Und damit Mystik nicht im Kopf bleibt, sondern in die lebendige Praxis kommt, müsste jene Sicht wohl um diese Gedanken ergänzt werden: Die tiefste Form des Miteinander-Teilens geschieht in und durch mystische Weisheit, durch Lehren, Einsichten, Methoden des spirituellen Lebens und deren Früchte.

Namen wie Teresa von Avila, Johannes vom Kreuz, Hildegard von Bingen, Meister Eckhart, Johannes Tauler, Geert Groote, Thomas von Kempen, Bede Griffiths, Thomas Merton und Dorothee Sölle stehen für einen mystischen Strom, der seit 10.000 Jahren wirkt und bis heute nicht zu fließen aufhörte.

In dem Studien- und Praxis-Kreis geht es darum, anhand von Texten aus der mystischen Tradition und kontemplativer Praxis auszuloten, wie aktuell Mystik ist und was sie mit dem konkreten Leben im Hier und Jetzt zu tun hat.

 

Doing Nothing

Absichtslos sein. Sinn und Zweck nicht kennen müssen. Nur horchen, sehen, spüren. Innen und Außen. Die momentane Befindlichkeit des Körpers, der Gefühle, des Verstandes und die Atmosphäre des Raumes, in dem man gerade sitzt oder liegt und wo nichts passiert.

Nichts tun.

Mühelos, ohne jemanden beeindrucken zu wollen. Sitzend auf einem Stuhl, einer Bank, einem Meditationskissen. Oben auf dem Hochstand eines Waldes oder unten auf dem Stein am Ufer eines Sees.

Sehen, hören, riechen, schmecken, es geschieht von allein. Das Rauschen des Windes draußen in dem Bäumen, die zarte Staubschicht auf einer Vase, Licht auf den Blättern einer Pflanze, das Gefühl von Traurigkeit im Bereich des Bauches.

Nicht-tun ist keine Meditation im herkömmlichen Sinne und doch ist es eine Praxis – eine sehr kraftvolle sogar. Reines Nicht-Tun ist ein Weg, der sich in vielen spirituellen Traditionen wieder findet, auch in der christlichen Mystik. Hier steht er allen gleichermaßen offen, unabhängig von Glaubensrichtung, Herkunft oder Weltsicht.

Rani Kaluza

 

Wer wir sind:

Werner A. Krebber
* 1954, ist gelernter Buchhändler und hat Theologie und Germanistik studiert. Nach vielen Jahren als Redakteur ist er heute vor allem als Autor und Blogger tätig.
Veröffentlichungen in Büchern, Blogs und Zeitschriften u.a. zu den Themen Beginen und Mystik, Kirche und Welt (Sozialethik, Carl Sonnenschein) Mystik und Spiritualität (Meister Eckhart, Johannes Tauler, Thomas Merton etc.) Kunst und Medien, Sucht und Spiritualität.

https://mystikaktuell.wordpress.com | https://wernerkrebber.wordpress.com

Rani Kaluza
* 1959, studierte freie Malerei, Autorin, Schneiderin, Malerin. Ihr spiritueller Weg begann 1976 mit einem Buch über Zen. 1988 begegnete sie dem Tibetischen Buddhismus von Chögyam Trungpa. Es folgte intensive Meditations-Praxis, Retreats, u.a. ein zweijähriger Aufenthalt in den USA. 2001 lernte sie den Advaita-Lehrer Samarpan Golden kennen, der sie 12 Jahre als spiritueller Lehrer begleitet hat. Seit 2013 geht Rani einen eigenen spirituellen Weg.

https://doingnothing.de | https://www.facebook.com/doingnothingretreats

 

Organisatorisches:

Wir treffen uns an jedem ersten Sonntag im Monat im Kölner Stadtteil Sülz. An diesen Sonntagen wird für beides Zeit sein – für stilles kontemplatives Sitzen und für das Studieren mystischer Texte & Themen sowie den gemeinsamen Austausch.

Der Kurs ist auf 12 Teilnehmer beschränkt, bitte vorher anmelden.

Man kann zur Probe einmal unverbindlich dabei sein.

Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

Zeiten: 10:00 – ca.15:00 | Kosten: 15,- pro Sonntag

Fragen zum Thema Mystik
Werner A. Krebber
werner.krebber@web.de
Fon: 0209 / 20 56 95

Fragen zum Thema Praxis und ANMELDUNG
Rani Kaluza
weissefeder@netcologne.de
Fon: 0221/ 2406997

 

Hier können Sie den Flyer von „Mystik hier und jetzt“ ansehen oder herunterladen:

https://de.scribd.com/document/373535678/Mystik-hier-und-jetzt-Studien-und-Praxiskreis-Einsichten-und-Erfahrungen?secret_password=Ss9hY6RXq5uhVIHkVq87

Anmeldungen ab sofort auch hier möglich:

https://www.facebook.com/events/1998176107114359/?acontext=%7B%22ref%22%3A%2222%22%2C%22feed_story_type%22%3A%2222%22%2C%22action_history%22%3A%22null%22%7D

 

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Sich selbst kennen

Foto: © wak

Es ist die Aufgabe eines jeden Menschen,
sich selbst zu kennen
und das rechte Maß zu wissen.
Das rechte Maß zu wissen, ist die höchste Kunst.

Weisheit besteht in nichts als diesem:
Wahr reden, wahr handeln,
der Natur der Dinge folgen.

Wer den Logos nicht hört,
der höre auf mich:
Der Weise sieht ein,
dass alle Dinge eins sind.

Es gibt nur eine Weisheit:
Erkenne die Intelligenz,
die alle Dinge
mit allen Dingen
verwebt.

Heraklit (544 bis 483 v.u.Z.)

Die Wahrheit selbst entdecken

Marcel Proust / Bildquelle: wikimedia / gemeinfrei

 

Wir empfangen
die Wahrheit nicht,
wir müssen sie
für uns selbst entdecken
nach einer Reise
durch die Wildnis,
die niemand
an unserer statt antreten,
die niemand
uns ersparen kann,
denn unsere Weisheit
ist der Standpunkt,
von dem aus wir
schließlich
die Welt betrachten.

Marcel Proust (1871 – 1922)

Alte Dummheiten von neuen Antennen

Von den neuen Antennen
kamen die alten Dummheiten.

Die Weisheit wurde
von Mund zu Mund weitergegeben.

Bertolt Brecht in seinem Gedicht „Die neuen Zeitalter“.

Gefunden habe ich das Zitat in der Einleitung des Buches „Oma Hilde, Sokrates und der Dalai Lama: Was wir von weisen Menschen lernen“ von Kristin Raabe.

Alle Bücher dieser Welt…

Alle Bücher dieser Welt
Bringen dir kein Glück,
Doch sie weisen dich geheim
In dich selbst zurück.

Dort ist alles, was du brauchst,
Sonne, Stern und Mond,
Denn das Licht, danach du frugst,
In dir selber wohnt.

Weisheit, die du lang gesucht
In den Bücherein,
Leuchtet jetzt aus jedem Blatt —
Denn nun ist sie dein.

Hermann Hesse (1877 – 1962)

Weisheiten von Mund zu Mund

Von den neuen Antennen
kamen die alten Dummheiten.

Die Weisheit wurde
von Mund zu Mund weitergegeben.

Bertolt Brecht in seinem Gedicht „Die neuen Zeitalter“.

Gefunden habe ich das Zitat in der Einleitung des Buches „Oma Hilde, Sokrates und der Dalai Lama: Was wir von weisen Menschen lernen“ von Kristin Raabe.

 

 

Ren, Ai Weiwei und die Aufklärung in Peking

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Ren“ ist die Kernlehre des Konfuzianismus, die in allen Bereichen vorkommt. Die Lehren des Konfuzius ermahnten die Menschen zu Tugenden wie Gutherzigkeit, Rechtschaffenheit, Anstand, Weisheit und Glauben. Die Gutherzigkeit erachteten die damaligen Menschen daher als fast ebenso wichtig wie die Moral, denn die Gutherzigkeit beziehungsweise das Wohlwollen wurden als etwas Typisches für den Menschen gesehen. Nicht nur die Gesellschaft sollte sich durch ein stets wohlwollendes Miteinander der Menschen verbessern, sondern auch die Politik durch eine möglichst humane Ausübung. So war man damals der Ansicht, dass nur ein moralischer und gleichzeitig auch gutherziger Mensch als Herrscher würdig sei.

http://www.epochtimes.de/articles/2008/01/19/226556.html

Man mag das kaum glauben, wenn man sieht, mit welcher Brutalität das chinesische System gegen Tibet und die Tibeter, gegen Reformer im eigenen Land, gegen Künstler wie Ai Weiwei jetzt aktuell vorgeht. Die Sorge, die Kontrolle über das Land zu verlieren, ist mächtiger, als die offensichtlich not-wendige Reform.

Wenn man dann noch sieht, dass es in Peking nun eine Ausstellung über Aufklärung und Kunst gibt, die den deutschen Steuerzahler 10 Millionen Euro kosten soll, fragt man sich doch, wie Kunst instrumentalisiert wird, um Politik zu machen und Menschenrechte außen vor zu halten.

http://www.kunstderaufklaerung.de/index.php?knoten_id=2&lang=de

Was zu tun wäre, hat Ai Weiwei in einem Interview Ende letzten Jahres formuliert:

http://www.tagesschau.de/ausland/aiweiwei110.html