Uns zurück zur Quelle bringen

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Die „Spirale der Arbeit, die wieder verbindet“ beginnt mit Dankbarkeit, denn sie bringt den hektischen Verstand zur Ruhe. Sie bringt uns zurück zur Quelle, indem sie unser Einfühlungsvermögen und unser Vertrauen stärkt. Sie hilft uns, vollständiger präsent zu sein und öffnet den mentalen Raum, um den Schmerz zu verstehen, den wir für unsere Welt mittragen.

Joanna Macy (*1929)

Die Parteien abschaffen…

Simone Weil: Radikale Kritikerin des Parteiensystems | Bild: Archiv

Die Parteien sind ein fabelhafter Mechanismus, der bewirkt, dass über ein ganzes Land hinweg nicht ein einziger Geist seine Aufmerksamkeit der Anstrengung widmet, in den öffentlichen Angelegenheiten das Gute, die Gerechtigkeit, die Wahrheit zu erkennen. Daraus ergibt sich – von ganz wenigen Zufällen abgesehen -, dass nur Maßnahmen beschlossen und durchgeführt werden, die dem Gemeinwohl, der Gerechtigkeit und der Wahrheit entgegenstehen. Vertraute man die Organisation des öffentlichen Lebens dem Teufel an, er könnte nichts Tückischeres ersinnen.

Simone Weil ( 1909 – 1943) in: Anmerkung zur generellen Abschaffung der politischen Parteien. Aus dem Französischen von Esther von der Osten. Diaphanes Verlag, Zürich, Berlin 2009

Beim Läuten der Glocken

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Das Schöne bewundern,
das Wahre behüten,
das Edle verehren,
das Gute beschließen.

Es führet den Menschen
im Leben zu Zielen,
im Handeln zum Rechten,
im Fühlen zum Frieden,
im Denken zum Lichte;

und lehrt ihn vertrauen
auf göttliches Walten
in allem, was ist,
im Weltenall,
im Seelengrund.

Rudolf Steiner (1861 – 1925)

Bejahung der Wirklichkeit und des Göttlichen in uns

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Überwindung der Angst setzt Bejahung der ganzen Wirklichkeit und des  Göttlichen in uns selbst voraus. Vollendete Überwindung der Angst aber spiegelt sich im Lächeln:  Seine  Ausstrahlung mischt Schatten und Licht, Angst und Vertrauen in jene Harmonie, an der wir alle teilhaben.

Jean Gebser (1905 – 1973)

Frieden…

Text der Wandtafel im Vestibül des Raumes der Stille im Brandenburger Tor, Berlin

 

Alle haben gesündigt und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten. (Römer 3,23)

Darum beten wir:

Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse,
Vater, vergib.

Das Streben der Menschen und Völker zu besitzen, was nicht ihr eigen ist,
Vater, vergib.

Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet,
Vater, vergib.

Unseren Neid auf das Wohlergehen und Glück der anderen,
Vater, vergib.

Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen, Heimatlosen und Flüchtlinge,
Vater, vergib.

Die Gier, die Frauen, Männer und Kinder entwürdigt und an Leib und Seele missbraucht,
Vater, vergib.

Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen und nicht auf Gott,
Vater, vergib.

Seid untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem anderen, gleichwie Gott euch vergeben hat in Jesus Christus. (Epheser 4,32)

AMEN

 

Nach der Zerstörung der Kathedrale von Coventry (Großbritannien) am 14./15.November 1940 durch deutsche Bombenangriffe ließ der damalige Dompropst Richard Howard die Worte „Vater vergib“ in die Chorwand der Ruine meißeln.

Diese Worte bestimmen das Versöhnungsgebet von Coventry, das die Aufgabe der Versöhnung in der weltweiten Christenheit umschreibt. Das Gebet wurde 1958 formuliert und wird seitdem an jedem Freitagmittag um 12 Uhr im Chorraum der Ruine der alten Kathedrale in Coventry und in vielen Nagelkreuzzentren der Welt gebetet.

Mehr Informationen dazu hier: http://nagelkreuz.org/versoehnung/versoehnungsgebet

Akzeptanz in der Medien- und Protestgesellschaft – ein Lesetipp

9783658061661

 

  • Ein Nachschlagewerk für Praxis und Theorie
  • Diskurs, Ergebnisse und Überlegungen für den Praktiker nachvollziehbar und nutzbar aufbereitet
  • Neue Impulse für Praxis und Wissenschaft

„Stuttgart 21“ wurde zu einer Chiffre für Bürgerproteste und ein Symbol für „schwindende Akzeptanz“ von Großvorhaben. Eine Reihe von Infrastrukturprojekten wird auch künftig vor Akzeptanzproblemen stehen. Dieser Band analysiert grundlegende Aspekte des Diskurses über Akzeptanz und Bürgerbeteiligung in der modernen Gesellschaft. Er bietet wissenschaftliche Zugänge zu Akzeptanz, Vertrauen, Transparenz und Legitimation sowie Fallbeispiele für Konflikte in Wirtschaft, Kultur und Politik. Eine Beschreibung von Methoden und Verfahren zur Erlangung besserer Akzeptanz ergänzt den Band.

Der Inhalt
Gedanken, Analysen, Thesen zum Akzeptanzdiskurs.- Gesellschaftliche Akzeptanz im wissenschaftlichen Diskurs.- Akzeptanz der Akteure im öffentlichen Diskurs.- Akzeptanz und Diskurs in Fallbeispielen.

Die Zielgruppen
– Kommunikationspraktiker und Experten

– Dozierende und Studierende der Kommunikations- und Medienwissenschaft, Politik, Soziologie- und Kommunal- und Verwaltungswissenschaft

Die Herausgeber
Prof. Dr. phil. Günter Bentele ist Professor für Öffentlichkeitsarbeit / Public Relations am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig.

Reinhard Bohse, Dipl.-Geowissenschaftler, ist geschäftsführender Gesellschafter der Wortgebrauch GmbH, Medien und Kommunikationsberatung in Markkleeberg/Leipzig.

Uwe Hitschfeld, Dipl.-Ing., ist geschäftsführender Gesellschafter von Hitschfeld Büro für strategische Beratung, Leipzig.

Felix Krebber, M.A., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Kommunikationsmanagement in Politik und Wirtschaft am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig.

http://www.springer.com/springer+vs/medien/kommunikationswissenschaft/book/978-3-658-06166-1

(Name und Herausgeberhinweis von Felix Krebber sind kursiv hervorgehoben; sei mir gestattet – er ist mein Sohn…)

Zum neuen Jahr

Zwischen dem Alten
Zwischen dem Neuen,
Hier uns zu freuen
Schenkt uns das Glück,
Und das Vergangne
Heißt mit Vertrauen
Vorwärts zu schauen,
Schauen zurück.

Stunden der Plage,
Leider, sie scheiden
Treue von Leiden,
Liebe von Lust;
Bessere Tage
Sammeln uns wieder,
Heitere Lieder
Stärken die Brust.

Leiden und Freuden,
Jener verschwundnen,
Sind die Verbundnen
Fröhlich gedenk.
O des Geschickes
Seltsamer Windung!
Alte Verbindung,
Neues Geschenk!

Dankt es dem regen,
Wogenden Glücke,
Dankt dem Geschicke
Männiglich Gut;
Freut euch des Wechsels
Heiterer Triebe,
Offener Liebe,
Heimlicher Glut!

Andere schauen
Deckende Falten
Über dem Alten
Traurig und scheu;
Aber uns leuchtet
Freundliche Treue;
Sehet, das Neue
Findet uns neu.

So wie im Tanze
Bald sich verschwindet,
Wieder sich findet
Liebendes Paar,
So durch des Lebens
Wirrende Beugung
Führe die Neigung
Uns in das Jahr.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)