Schlüssel allumfassender Einsicht

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Mystiker, Weise und Psychologen sprechen zwar eine verschiedene Sprache, kommen aber zum selben Resulat: „Kenne dich selbst und du wirst das Universum und die Götter kennen“. Es ist dies der Schlüssel einer allumfassenden Einsicht einer übersinnlichen Wahrheit jenseits des Wissens, das nur ein Stützpunkt ist auf dem Weg zum Vater.

Frederic Lionel (1908 – 1999)

Joseph Beuys: 72 Begriffe zu Leben, Denken und Arbeiten

Joseph Beuys äussert sich in diesen kurzen Ausschnitten im Originalton anhand von 72 Begriffen zu seinem Leben, Denken und Arbeiten. Verwendet wurden dabei Gespräche, Vorträge und Diskussionen

Teil I: Akademie / Analyse / Anthroposophie / Arbeit(im Kapitalismus)/ Beistehen / Bewusstseinserweiterung / Blindheit / Denken hier! / Einkommen/ Entwicklung / Erstarrung/ Erweiterter Kunstbegriff  / Existentielle Krise / Fett / Filz / Fliegerei / Fluxus/ Freiheit / Gefühle/ Geldmacht/ Gesellschaftssystem / „Gesetz“ / Glück/ Grösse des Menschen  / Hauptgesetze / Höhere Formen des Denkens / Honig / „Honigpumpe“/ Individuation/ Innere Fragen/ „Jeder Mensch ist ein Künstler“/ Kreuz / Kriegserlebnisse/ Kunst / Lachen / Lehmbruck, Wilhelm

Teil 2: Lehrer & Schüler  / Märchenerzähler / Marx, Karl / Mataré, Ewald / Materialismus / „Menschen-Bäume“ / Metamorphose / Neue Denkwege / Nischenexistenz/ „Palazzo Regale“ / Plastik / Politik  / Privilegien / Provokation  / Prozess / Revolution/ Schamanismus / Scharlatan / Schlechte Kunst  / „Schütze die Flamme“ / Selbstbestimmung / Selbstheilung / Sich verschleissen/ Sonnenstaat / Spinner  / „Theater mit dem Hut“ / Theoretische Inhalte / Tragikomödie / Unzufriedenheit  / Utopie/ Vater  / Verstehen (der Kunst) / Weltwahrheit / „wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“/ Zirkus

Wir kommen weit her liebes Kind und müssen weit gehen…

Screenshot der Sendungsankündigung

Wir kommen weit her, liebes Kind
und müssen weit gehen.

Keine Angst,
alle sind bei Dir, die vor Dir waren.
Deine Mutter, Dein Vater,
und alle, die vor ihnen waren,
weit weit zurück.

Alle sind bei Dir, keine Angst.
Wir kommen weit her
und müssen weit gehen, liebes Kind.

Heinrich Böll (1917 – 1985) – kurz vor seinem Tod

Zitat aus der Sendung: Heinrich Böll – Ansichten eines Anarchisten. In der Ankündigung auf 3sat heißt es: Heinrich Böll gehörte zu den großen, wichtigen Stimmen des 20ten Jahrhunderts, sei es als Schriftsteller, sei es als moralische Instanz und Mahner. Was hat uns Heinrich Böll heute noch zu sagen? 

https://www.3sat.de/ansichten-eines-anarchisten-boell-100.html

Nachlass – Eindrucksvoller Film um Bewältigungsversuche

Screenshot der 3sat-Homepage

Auf der Seite von 3sat heißt es dazu:

„In Gesprächen mit sieben Nachkommen von NS-Tätern und Opfern geht der Film ihren Bewältigungsversuchen der unfasslichen Verbrechen nach, getrieben von dem Wunsch, sich von der Last verdrängter Schuld zu befreien.

Wie geht man damit um, wenn man erfährt, dass der eigene Vater an Kriegsverbrechen wie der Erschießung hunderter Menschen beteiligt war? „Nachlass – lass nach“ schreibt einer der Protagonisten, Sohn eines von Hitler mehrfach ausgezeichneten Kampffliegers auf ein Gemälde. Er erzählt, wie er damit versucht, die Schwere von dessen Erbe künstlerisch zu verarbeiten.

Dann ist da der Chemiker, dessen Vater Polizeiführer bei den Einsatzgruppen war, verantwortlich für die Ermordung tausender Menschen. Da ist die ehemalige Gymnasiallehrerin, deren Vater SS-Arzt war. Immer noch hofft sie, dass ihr Vater nicht selbst geschossen hat. Da ist die Psychologin, deren Vater ein ranghoher SS-Mann war. Sie heilt die Traumata anderer und versucht auch ihres zu ergründen. Und da ist ihr jüdischer Kollege, dessen Großeltern in Ungarn ermordet wurden. Beide sind Mitglied einer Dialoggruppe von Kindern aus Täter- und Opferfamilien. Sie sprechen über Wut, Scham und Vergebung.

Und da ist der Sohn der Psychotherapeutin und Enkel des Nazi-Großvaters. Er nähert sich als junger Filmemacher – schon mit einer gewissen Distanz – der Nazigeschichte in der Familie. Und nicht zuletzt ist da die junge Israelin, Historikerin und Enkelin eines Ausschwitz-Überlebenden, die zum Studieren nach Deutschland gegangen ist und sich für die Motive der Täter interessiert. Sie macht Führungen in der Gedenkstätte „Topografie der Terrors“ in Berlin. Als sie zusammen mit ihrem Großvater Ausschwitz besuchte, war es ihr unmöglich, professionelle Distanz als Historikerin zu wahren: Durch ihn wurden die Leiden, die er an diesem – heute zum Museum gewordenen – Ort erlebte, real, und sie verstummte.
Wechselvolle Bewältigungsversuche

Christoph Hübner und Gabriele Voss montieren die Gespräche so, dass der Zuschauer sich mit den Protagonisten zunächst der Entdeckung des „Nachlasses“ ihrer Väter annähert, über das in den Familien geschwiegen wurde. Sodann werden ihre zum Teil wechselvolle Bewältigungsversuche nachvollzogen, durch die sie ihre eigenen Kinder entlasten und eine Haltung für die Zukunft gewinnen wollen. Zwischen die Gespräche werden unkommentiert Beobachtungen von Orten gesetzt, die Ausdruck der deutschen Erinnerungskultur sind oder auf die noch lange nicht abgeschlossene Arbeit der Aufklärung von Kriegsverbrechen verweisen.“

Hier kann der Film in der Mediathek gesehen werden: https://www.3sat.de/film/dokumentarfilmzeit/nachlass-100.html

 

Der Hasen und der Löffel drei…

Abbildung aus dem u.a. Textdokument

 

Der Hasen und der Löffel drei,
und doch hat jeder Hase zwei.

Aus Asien und China über Rom soll das Motiv der drei Hasen nach Europa gekommen sein, im spätgotischen Kreuzgang des Doms von Paderborn dann in das „Drei-Hasen-Fenster“. Das Symbol für die Dreieinigkeit Gottes (Vater, Sohn, Heiliger Geist / Trinität) ist ihm wohl erst später zugesprochen worden im Zusammenhang einer christlichen Zahlenmystik. Die ursprüngliche Bedeutung soll unklar sein.

Ausführlicher beschrieben findet sich etwas zur Geschichte hier:

Klicke, um auf Hasengeschichte.pdf zuzugreifen

 

Wir kommen weit her und müssen weit gehen

 

Foto: © wak

Wir kommen weit her, liebes Kind
und müssen weit gehen.

Keine Angst,
alle sind bei Dir, die vor Dir waren.
Deine Mutter, Dein Vater,
und alle, die vor ihnen waren,
weit weit zurück.

Alle sind bei Dir, keine Angst.
Wir kommen weit her
und müssen weit gehen, liebes Kind.

Heinrich Böll (1917 – 1985) – kurz vor seinem Tod

Zitiert wurde das Gedicht am Beginn des Filmes „Heinrich Böll, Ansichten eines Anarchisten“, der am 2. Dezember auf 3sat ausgestrahlt wurde.

Naz – der Junge mit dem Koffer

In diesen Tagen musste ich wieder daran denken. „Naz – Der Junge mit dem Koffer“. Es ist die Geschichte einer Reise, die nach dem Buch “Der Junge mit dem Koffer” von Mike Kenny in Szene gesetzt wurde.

Die Geschichte geht so: Naz muss seine Heimat im Nordosten Afrikas verlassen, denn das Land trocknet aus und Mensch und Vieh können nicht mehr überleben. Während seiner Flucht durch Wüste, über Gebirge und Meere bis nach Westeuropa begegnet er anderen Leidensgefährten.
Neben Gefahren und Abenteuern sind es , Krieg, Ausbeutung, Feindschaft und unverhoffte Rettung, denen er begegnet. Vor allem die Erinnerung an sein Zuhause und die Geschichten, die sein Vater ihm einst erzählt hat, geben dem Jungen immer wieder Mut, damit er weiter macht.

Im Gelsenkirchener Consol-Theater waren es 2011 dreizehn Seniorinnen und Senioren, die zum Teil selbst Migrationserfahrungen mitbringen, die diese Geschichte erzählt und eindrucksvoll gespielt haben.

Wie aktuell!

Frauen und Sexualstraftäter

„Nachdem 2009 der niedrigste Wert seit 1993 zu verzeichnen war, waren 2010 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern (§§ 176, 176a, 176b Strafgesetz-Buch / StGB) wieder angestiegen. Der Anstieg hat sich auch im Berichtsjahr 2011 fortgesetzt (+4,9 Prozent auf 12.444 Fälle). In diesem Deliktsbereich muss nach wie vor von einem hohen Dunkelfeld ausgegangen werden.“ Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2011 weist sie aus. Die Fälle, wo es um Gewalt gegen Kinder geht, sexuelle Gewalt. 12.444 Fälle. Jeder dieser Fälle einer zuviel. (Sexualdelikte machen übrigens – auch das ist Realität – insgesamt 0,8% sämtlicher Straftaten aus).

Bekannt ist, dass es überwiegend Täter aus dem familiären Umkreis sind, die sexuelle Gewalt gegen Kinder ausüben. Eine Deliktart, die in besonderer Weise emotional besetzt ist. Auf allen Seiten. Und die Täter sind Väter, Lebensgefährten, Brüder. Doch hier ist ein Defizit zu beklagen.

Über viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, wurde allerdings ein Thema in diesem Zusammenhang tabuisiert: Die Frauenbewegung, deren negativer Blick auf „die“ Männer in weiten Teilen zu beobachten ist, hat sich nicht gekümmert um jene Frauen, die Frauen von Tätern oder Mütter von Tätern sind.
Weite Teile der Frauenbewegung wollten offensichtlich nicht wahrhaben, dass Frauen das System sexueller Gewalt stabilisieren können, wenn sie beispielsweise der sexuell genötigten Tochter nicht glauben, dass sie das Opfer der Gewalt des Vaters und damit ihres eigenen Mannes wurden. (Wobei allerdings auch zu sehen ist, dass sich die Situation der betroffenen Frauen mehr als schwierig darstellt. „Sie sind wie schwankendes Schilf“, sagte vor vielen Jahren eine psychiatrische Gutachterin in einem Prozess wegen sexueller Gewalt. Die Situation ist komplex in der Zerrissenheit zu der Loyalität ihrem Mann gegenüber und dem Vertrauen dem Kind gegenüber).

Aber wäre das nicht mal ein Thema, darüber zu reden, wie die Frauenbewegung Frauen hier helfen kann?

Quelle: http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2012/PKS2011.html?nn=109628

Siehe auch: Werner Krebber, Sexualstraftäter im Zerrbild der Öffentlichkeit. Fakten Hintergründe Klarstellungen. 128 Seiten. EUR 12.50. Konkret Literatur Verlag, Hamburg, ISBN 978-3-89458-177-0

http://www.konkret-verlage.de/klv/

Naz – der Junge mit dem Koffer

Die Geschichte einer Reise, die nach dem Buch „Der Junge mit dem Koffer“ von Mike Kenny in Szene gesetzt wurde, erzählt das Gelsenkirchener Consol-Theater.

Naz muss seine Heimat im Nordosten Afrikas verlassen, denn das Land trocknet aus und Mensch und Vieh können nicht mehr überleben. Während seiner Flucht durch Wüste, über Gebirge und Meere bis nach Westeuropa begegnet er anderen Leidensgefährten. Neben Gefahren und Abenteuern sind es , Krieg, Ausbeutung, Feindschaft und unverhoffte Rettung, denen er begegnet. Vor allem die Erinnerung an sein Zuhause und die Geschichten, die sein Vater ihm einst erzählt hat, geben dem Jungen immer wieder Mut, damit er weiter macht.

13 Seniorinnen und Senioren, die zum Teil selbst Migrationserfahrungen mitbringen, erzählen und spielen die Geschichte von Naz  in einer ganz nahen Bühnensituation für einen kleinen, auserlesenen Zuschauerkreis.

http://www.consoltheater.de/index.php?id=450&tx_ttnews[tt_news]=716&tx_ttnews[backPid]=456&cHash=f4680501ea