Deiner Seele alle Unruhe ersparen

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Es steht bei dir,
über dies und das
dir keine Meinung zu bilden
und so deiner Seele
alle Unruhe zu ersparen.
Denn die Dinge selbst
können ihrer Natur nach
uns keine Urteile abnötigen.

Marc Aurel (121 – 180) in seinen „Selbstbetrachtungen“, Sechstes Buch, Nr. 52

Die Dinge und die Meinungen darüber sind nicht dasselbe

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Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen und Urteile über die Dinge. So ist zum Beispiel der Tod nichts Furchtbares- sonst hätte er auch dem Sokrates so erscheinen müssen -, sondern nur die Meinung, er sei etwas Furchtbares, -das ist das Furchtbare. Wenn wir also auf Hindernisse stoßen, beunruhigt oder gekränkt werden, wollen wir die Schuld nie einem anderen, sondern nur uns selbst geben, das heißt unseren Meinungen und Urteilen. …

Epiktet ( um 50 – 138) in: Handbüchlein der Moral. Stuttgart 1992, S. 11