Niemand ist eine Insel

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Kein Mensch ist eine Insel,
vollständig für sich allein;
jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents,
ein Teil der Heimat.

eines jeden Menschen Tod zehrt mich auf,
verstrickt wie ich bin in die Menschheit.
Und deshalb, nie noch gesandt zu wissen,
wem die Glocke schlägt;
sie schlägt für Dich.

John Donne (1572 – 1631) Meditation XVII

https://www.ccel.org/ccel/donne/devotions.iv.iii.xvii.i.html

Der Text des Gedichtes wurde heute in Barcelona bei der Trauerfeier zum Gedenken an die Terroropfer vom 17. August 2017 von Angehörigen der Getöteten und Verletzten gesprochen.

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Fünf Gewissheiten

Foto: © wak

1. Es ist der natürliche Verlauf, dass ich alt werde.
Es gibt keinen Weg, dem Altern zu entgehen.

2. Es ist der natürliche Verlauf, dass ich Krankheiten bekomme werde.
Es gibt keinen Weg, dem Krankwerden zu entgehen.

3. Es ist der natürliche Verlauf, dass ich sterben werde.
Es gibt keinen Weg, dem Tod zu entgehen.

4. Es ist der natürliche Verlauf, dass alles woran ich hänge,
und alle, die mir lieb sind, sich verändern.
Es gibt keinen Weg, dem Getrenntwerden von ihnen zu entgehen.

5. Meine Taten sind mein einzig wirkliches Erbe.
Den Folgen meiner Taten kann ich nicht entgehen.
Meine Taten sind der Boden, auf dem ich stehe.

Thich Nhat Hanh (*1926) in: Der Klang des Bodhibaums

Das Leben…

chengmeditationenTitelcover des Buches

 

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Das Leben erzeugt das Leben, ohne Ende

Vorspruch in François Cheng: „Fünf Meditationen über den Tod und über das Leben“, aus dem Französischen von Thomas Schultz,
C.H. Beck Verlag, 169 Seiten, 16,95 Euro.

 

Eine Leseprobe gibt es hier:

http://www.chbeck.de/fachbuch/zusatzinfos/Leseprobe_F%C3%BCnf-Mediationen-%C3%BCber-den-Tod.pdf

Lebendgem Worte bin ich gut

nietzschelebendemwortÜbertragung des Gedichtes von Nietzsche durch Xu Bing (*1955) im Museum für Ostasiatische Kunst, Köln

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Lebendgem Worte bin ich gut:
Das springt heran so wohlgemut,
das grüßt mit artigem Geschick,
hat Blut in sich, kann herzhaft schnauben,
kriecht dann zum Ohre selbst dem Tauben
und ringelt sich und flattert jetzt
und was es tut, das Wort ergötzt.

Doch bleibt das Wort ein zartes Wesen,
bald krank und aber bald genesen.
Willst ihm sein kleines Leben lassen,
mußt du es leicht und zierlich fassen,
nicht plump betasten und bedrücken,
es stirbt oft schon an bösen Blicken –
und liegt dann da, so ungestalt,
so seelenlos, so arm und kalt,
sein kleiner Leichnam arg verwandelt,
von Tod und Sterben mißgehandelt.

Ein totes Wort – ein häßlich Ding,
ein klapperdürres Kling-Kling-Kling.
Pfui allen häßlichen Gewerben,
an denen Wort und Wörter sterben.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900)

(K)ein Sommerthema

Nein, ein Sommerthema ist es nicht. Aber doch auch. Gestorben wird 365/366 Tage im Jahr. Und die Verdrängung geschieht ebenso oft. Dem will eine Seite gegensteuern, auf die ich dieser Tage gestoßen bin. Sie hat mich sehr angesprochen, weil ich die gleichen Beobachtungen gemacht habe wie Judith Peller, die „deintodundich“ ins Leben gerufen hat.

deintodundich.Screenshot: http://www.deintodundich.de/

„Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen“, hieß es schon bei Notker von St. Gallen im 8. Jahrhundert. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Engel über Essen

Sie sind nun zu sehen. Noch vor dem Schnee waren sie gekommen. Engel über Essen. Oder besser: Engel in Essen.

 

paulkleeengelscreenshot

Screenshot Museum Folkwang: „Die Engel von Paul Klee“

 

Denn das Museum Folkwang zeigt sie nun; jene Engel, von denen die Analytikerin Ingrid Riedel schreibt:

„So sehen wir also in den Engelbildern Klees Stadien und Konfigurationen seiner eigenen ‚Engelwerdung‘ oder auch Selbstwerdung unter dem Andringen transzendenter Kräfte und Mächte, wie sie auf der Schwelle zwischen Leben und Tod für jeden Menschen spürbar werden können, aber auch schon auf der Schwelle all der kleineren Tode und Auferstehungen mitten im Leben, in denen das kleinere Ich zurückweicht, um dem größeren Selbst Platz zu machen.“

Hier also sind sie nun zu sehen:

http://www.museum-folkwang.de/de/ausstellungen/aktuell/engel-klee.html