Gutes Glück

„Stein des guten Glücks“ in Weimar / Foto: © wak

An den “Stein des guten Glücks” erinnere ich mich gerne. Er steht neben Goethes Gartenhaus im Weimarer Ilmpark, wo Johann Wolfgang von Goethe ihn im April 1777 hat errichten lassen.

Seine Symbolik finde ich faszinierend:

  • Der unten stehende Würfel soll das Statische, das Gefestigte, das Unveränderliche, das Ruhende darstellen.
  • Die Kugel darüber soll für das Dynamische stehen, das Bewegliche, das Wandelbare, das Schicksalhafte.

Der “Stein des guten Glücks” gilt übrigens als eines der ersten nichtfigürlichen Denkmäler in Deutschland.

 

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Das Haus der Welt für dich gemacht

Foto: © wak

Siehst du nicht,
dass dieses ganze Haus der Welt
für dich gemacht ist?

Das Licht geht in dich ein
und vertreibt die Finsternis, die dich umgibt.
Für dein Wohl wurde die Nacht eingeführt,
für dich der Tag abgemessen.
Für dich wurde der Himmel mit den vielfältigen Strahlen
von Sonne, Mond und Sternen erhellt,
für dich die Erde mit Blumen, Baumpflanzungen und Früchten ausgemalt.
Für dich wurde in der Luft, auf dem Felde und im Wasser
lückenlos die wunderbare Menge der Lebewesen geschaffen,
damit keine traurige Einsamkeit
die Freude an der neugeschaffenen Welt zerstört.

Petrus Chrysologus (*um 380 – 451)

Die Welt wird schöner mit jedem Tag

Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste, Tal:
Nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden.

„Frühlingsglaube“ (1812) von Ludwig Uhland (1787 – 1862)

http://gutenberg.spiegel.de/buch/ludwig-uhland-gedichte-5084/41

Kummer und Sorgen wohnten bei mir…

Kummer und Sorgen
wohnten bei mir,
Tage, Wochen, Monate, Jahre lang.

Aber eines Nachts fand ich
mein wirkliches Selbst.

Und ich sang und tanzte Nächte lang.

Da wurden Kummer und Sorgen
erst so richtig gemein.

Sie standen in der Tür
und drohten mir:

„Wenn Du so weiter machst
dann gehen wir!“

Hafiz (1315-1390)

Neuer und Alter Mensch

Die Beilage zur Wochenzeitung „Das Parlament“ hat in der aktuellen Ausgabe von „Aus Politik und Zeitgeschichte“ das Thema „Der Neue Mensch“.

Mir fiel da ein alter Witz ein:

Ein schon älterer Pfarrer ging für ein paar Wochen in die Stille um zu meditieren. Zurückgekehrt stellte er im Vorgarten des Pfarrhauses ein Kreuz auf mit der Inschrift: „Hier ruht der Alte Mensch“.

Nur wenig später fügte der Kaplan hinzu: „Auferstanden am dritten Tag“

Mehr zu „Der Neue Mensch“ gibt es hier:

http://www.bpb.de/apuz/233458/der-neue-mensch