Der Silberreiher

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Im Herbst kreist einsam überm grauen Weiher
Von Schnee bereift ein alter Silberreiher.

Ich stehe einsam an des Weihers Strand,
Die Hand am Blick, und äuge stumm ins Land.

Li-tai-pe (698 – 762)

Klabund / Alfred Henschke (1890 – 1928) in: Chinesische Gedichte. Nachdichtungen.

Schütze die Flamme…

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Schütze die Flamme.
Denn schützt man die Flamme nicht,
ach eh‘ man’s erachtet,
löscht leicht der Wind das Licht,
das er entfachte.

Brich dann Du
ganz erbärmlich Herz
stumm vor Schmerz.

Pietro Antonio Metastasio (1698-1782)

Geistige Kräfte im besten Fall unterschätzt

Die Menschen legen zu diesen stummen und blinden Zeiten einen besonderen ausschließlichen Wert auf äußerliche Erfolge, sie kümmern sich nur um materielle Güter und begrüßen einen technischen Fortschritt, welcher nur dem Leibe dient und dienen kann, als eine große Tat. Die rein geistigen Kräfte werden im besten Falle unterschätzt, sonst überhaupt nicht bemerkt.

Wassilij Kandinsky (1866 – 1944) in: Über das Geistige in der Kunst