Welt in Vorbereitung

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Sei dir erst deiner selbst im Innern bewusst, dann denke und handle. Alles lebendige Denken ist eine Welt in Vorbereitung; alles wirkliche Tun ist ein offenbarter Gedanke. Die stoffliche Welt besteht, weil eine Idee in göttlicher Selbstbewusstheit zu spielen begann.

Aurobindo (1872 – 1950)

Meine Seele ist ein verborgenes Orchester…

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Meine Seele ist ein verborgenes Orchester;
ich weiß nicht, welche Instrumente,
Geigen und Harfen, Pauken und Trommeln,
es in mir spielen und dröhnen lässt.ich,
Ich kenne mich nur als Symphonie.

Fernando Pessoa (1888 – 1935) in seinem „Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares“

Wir wissen nichts von diesem Hingehn…

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Wir wissen nichts von diesem Hingehn, das
nicht mit uns teilt. Wir haben keinen Grund,
Bewunderung und Liebe oder Hass
dem Tod zu zeigen, den ein Maskenmund

tragischer Klage wunderlich entstellt.
Noch ist die Welt voll Rollen, die wir spielen.
Solang wir sorgen, ob wir auch gefielen,
spielt auch der Tod, obwohl er nicht gefällt.

Doch als du gingst, da brach in diese Bühne
ein Streifen Wirklichkeit durch jenen Spalt
durch den du hingingst: Grün wirklicher Grüne,
wirklicher Sonnenschein, wirklicher Wald.

Wir spielen weiter. Bang und schwer Erlerntes
hersagend und Gebärden dann und wann
aufhebend; aber dein von uns entferntes,
aus unserm Stück entrücktes Dasein kann

uns manchmal überkommen, wie ein Wissen
von jener Wirklichkeit sich niedersenkend,
so dass wir eine Weile hingerissen
das Leben spielen, nicht an Beifall denkend.

Rainer Maria Rilke (1875 – 1926), 24.1.1907, Capri in: Neue Gedichte

Einfach da

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Siehe, inmitten des Waldes,
während der Wind in den Ästen spielt,
entfaltet sich das Blatt aus seiner Knospe,
wächst heran, grün und groß,
und ist einfach da.

Alfred Tennyson (1809 – 1892)