Wie kirchlich darf Politik sein?

Screenshot Magazin-Cover

„Wie politisch darf Kirche sein?“ fragt ein Magazin für politische Kultur. Die Frage macht auch anders Sinn: Wie kirchlich darf Politik sein?

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Ginkgo Biloba

gingkoGinkgo-Blätter vor dem Museum für Ostasiatische Kunst in Köln      Foto: © wak

 

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut,

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) im Jahr 1815.
Das Gedicht erschien im „Buch Suleika“ des „West-Östlichen Divan“

Horch auf die Musik

Der Mann, der nicht Musik hat in ihm selbst,
Den nicht die Eintracht süßer Töne rührt,
Taugt zu Verrat, zu Räuberei und Tücken;
Die Regung seines Sinns ist dumpf wie Nacht,
Sein Trachten düster wie der Erebus.
Trau keinem solchen! – Horch auf die Musik!

William Shakespeare (1564 – 1616) im „Kaufmann von Venedig“

 

Wovon man nicht sprechen kann…

„Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen.“

 Satz 7 des Tractatus logico-philosophicus von Ludwig Josef Johann Wittgenstein (1889 – 1951)

 

Es kann gut sein, zu schweigen. Manchmal muss es gut sein, zu schweigen. In einigen spirituellen Übungen zum Beispiel ist schweigen unabdingbar.

Es gibt aber auch eine Instrumentalisierung des Schweigens, die zu inflationären Auswüchsen zu scheinen führt. Wenn ich allein die letzten Wochen beobachte, wofür alles „Schweigeminuten“ benutzt werden, frage ich selbst mich nach dem tieferen Sinn.

Aber vielleicht geht es ja auch nur mir so. Ich weiß es nicht…