Aufbrechen heißt, sich den anderen öffnen

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Aufbrechen heißt, aus sich herausgehen. Die Krusten des Egoismus zerbrechen, aufhören, sich um sich selbst zu drehen, als ob man der Mittelpunkt der Welt und des Lebens wäre.

Aufbrechen heißt, sich nicht in den Kreis der Probleme der kleinen Welt einschließen lassen, zu der wir gehören.

Aufbrechen heißt vor allem, sich den anderen öffnen, sie entdecken, ihnen begegnen.Glücklich, wer folgenden Gedanken lebt und versteht:

„Wenn du nicht mit mir einverstanden bist, bereicherst du mich.“

Dom Hélder Câmara (1909-1999)

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Es sucht der Menschengeist im Außen alle Tage

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Es sucht der Menschengeist im Außen alle Tage,
Je weiter er hinausgreift allerdings,
Desto stärker hemmt er sich selbst.
Jene allein, die einwärts schauen,
Können ihre Leidenschaften zügeln,
Und die Gedanken stillegen.
Kann man seine Gedanken stillegen
Dann wird der Sinn erfüllt mit heitrer Ruhe.
Den Sinn beruhigen heißt den Geist zu nähren,
Wer den Geist nährt, der kehrt zurück zum Wesen.

Chang Chung-yuan (1907-1988) in: Tao, Zen und schöpferische Kraft, Seiten 147/148 – Diederichs 1990

Aufmerksam geworden bin ich auf diesen Text in dem immer wieder neu bemerkenswerten Blog von Ralph Butler: https://daoweg.wordpress.com/2017/08/25/unbekannt-aber-von-chang-chung-yuan/

Mehr von Chang Chung-yuan hier: https://terebess.hu/zen/chang/chang_chung-yuan.html

Liebe errichtet einen Himmel

Liebe sucht nicht
ihre eigene Erfüllung
und sorgt in keiner Weise
für sich selbst;
doch einem anderen
schafft sie Erleichterung
und errichtet in der Höllenverzweiflung
einen Himmel.

William Blake (1757 – 1827)

Das Universum wird sich dir in Ekstase zu Füßen rollen

Du must gar nichts tun,
bleib einfach
an deinem Tisch sitzen und lausche
Lausche noch nicht einmal,
warte einfach.
Warte noch nicht einmal,
sei einfach ruhig still und allein,
und das Universum
wird sich dir erschließen.
Es hat keine Wahl.
Es wird dir in Ekstase zu Füßen rollen.

Franz Kafka (1883-1929)