Shoah von Claude Lanzmann

Es gibt in Shoah keine Sekunde mit Archivmaterial, weil dies nicht die Art ist, wie ich denke und arbeite, und, nebenbei gesagt, solches Material gibt es gar nicht. […] Wenn ich einen Film gefunden hätte – einen geheimen Film, weil das Filmen verboten war –, gedreht durch die SS, in dem gezeigt wird, wie 3000 Juden – Männer, Frauen und Kinder – zusammen sterben, in der Gaskammer des Krematoriums 2 in Auschwitz ersticken, so hätte ich ihn nicht nur nicht gezeigt, ich hätte ihn sogar vernichtet. Ich kann nicht sagen, warum. Das passiert von selbst.

Claude Lanzmann über seinen Film in“ Le Monde“ vom 3. März 1994

In der Mediathek von Arte ist er hier zu finden: https://www.arte.tv/de/videos/RC-015582/hommage-an-claude-lanzmann/

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Heiner Lichtenstein +

„Der langjährige WDR-Journalist und Publizist Heiner Lichtenstein ist tot. Er starb am Sonntag (04.07.10) im Alter von 78 Jahren in Köln. WDR-Intendantin Monika Piel würdigte Lichtenstein am Donnerstag (08.07.10) als ‚Redakteur und Autor mit Leidenschaft‘. Er habe sich durch herausragende Kompetenz und ein unbestechliches Urteilsvermögen ausgezeichnet.“ So der Pressedienst des Westdeutschen Rundfunks. „Die Lücke, die Heiner Lichtenstein, das historische Gewissen des bnr (Blick nach rechts), hinterlässt, ist nicht zu füllen. Wir erinnern uns an einen aufrechten und geradlinigen Journalisten, an einen toleranten und liebenswürdigen Menschen“, heißt es auf  der Seite von Vorwaerts.de über ihn.

Lange Jahre hat Lichtenstein den Majdanek-Prozess in Düsseldorf beobachtet. Am 23. Mai 1996 führte ich ein längeres Gespräch mit ihm. Das Interview erschien unter dem Titel „Beobachter und Weggefährte“ in der Dokumentation „Das Gedächtnis der Menschheit… Erinnerungen an das Konzentrations- und Vernichtungslager Majdanek und den Majdanek-Prozess“ im Hagener Verlag Reiner Padligur.
Lichtenstein sagte damals unter anderem: „Es hat wohl keinen NS-Prozess in der Bundesrepublik gegeben, der so viele junge Zuhörerinnen und Zuhörer angelockt hat. Da war die Öffentlichkeitsarbeit eben vorzüglich. Nicht die Öffentlichkeitsarbeit des Gerichtes … die Organisationen, die sich um die Zeugen gekümmert haben, hatten eine sehr gute Resonanz in den Medien und dadurch wurden viele Leute – vor allem Schulklassen, Lehrerinnen und Lehrer – auf das Verfahren aufmerksam und kamen. … Es war die letzte Chance, in einem NS-Prozess zu erleben, was das war: die Shoah und hier eben speziell Majdanek im Süden von Polen.“

Die Broschüre kann hier zum Preis von 6,50 Euro plus Versandkosten bestellt werden: info@cjz-hagen.de