Uns ein neues Sehen eröffnen

Umschlag des Kataloges der Galerie Boisserée, Köln

Wenn man weiß, dass man nichts weiß,
wenn man aufmerksam ist für das, was man nicht kennt,
wenn man dem Beachtung schenkt, was unbekannt erscheint,
dann erst sind Entdeckungen möglich.
Man muss einen langen Weg zurücklegen, um zu dieser totalen Naivität,
zu dieser Transparenz, dieser Unschuld zu gelangen,
durch die uns ein neues Sehen eröffnet wird.

Pierre Soulages (1919 – 2022)

Hier der Link zum Katalog der Ausstellung: https://www.pierre-soulages.com/wp-content/uploads/2015/04/DOC_CAT_Boisseree_Malereu_und_grafik_2009.pdf

Ich sehe dich in tausend Bildern

An einer Fassade in Wittenberg/ Foto: (c) wak

Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
Doch keins von allen kann dich schildern,
Wie meine Seele dich erblickt.

Ich weiß nur, daß der Welt Getümmel
Seitdem mir wie ein Traum verweht,
Und ein unnennbar süßer Himmel
Mir ewig im Gemüte steht.

Novalis / Friedrich von Hardenberg (1772 – 1801) in „Geistliche Lieder“

Das Auge der Seele öffnen

Foto: (c) wak

Wie das leibliche Auge, so kann auch das Sehvermögen der Seele sehr umwölkt und trüb sein, und sie kann durch falsche Erscheinungen getäuscht werden. Das Vergnügen zum Beispiel wird ständig für ein Gut gehalten, obwohl es nicht wirklich gut ist.
Aber wenn das Auge der Seele rein und klar sieht, dann gibt es keinen Einspruch gegen seine Urteile. Auf dem Gebiet der Menschenführung besteht die Erziehung … nicht im Lehren; sie besteht darin, dass das Auge der Seele geöffnet und ihr Sehvermögen gereinigt wird von den verzerrenden Nebeln ihrer Voreingenommenheit und der Eingebildetheit auf ihr Wissen, das in Wirklichkeit nur eine von anderen übernommene Meinung ist.

Sokrates (469 – 399 v.u.Z.)

Thomas Merton (1915 – 1968) weist in einer Anmerkung auf den Gedanken von Sokrates in seinem Buch „Weisheit der Stille. Die Geistigkeit des Zen und ihre Bedeutung für die moderne christliche Welt“ hin. Bern / München / Wien 1975, S. 235 – 236

Merton bezieht sich auf das Buch von Francis Macdonald Cornford, Before and After Socrates (1932)
http://www.ditext.com/cornford/socrates.html

Den Herzschlag des Weltalls vernehmen

Foto: (c) wak

Mystik ist für mich, aufmerksam sein, nicht für die weit entfernten Warums, sondern für die lebendigen Wurzeln von Dingen und Menschen ganz in der Nähe. Den Rhythmus erleben, in dem ich und die anderen und die Welt schwindelerregend zusammenfallen und dann wieder einzeln sind. Immer mehr Türen, die sich auftun und gleichzeitig immer deutlicher alleine sein im eigenen Haus. Wesensverwandschaft und unendliche Entfremdung. Neue Augen, um das Leben in anderen Zusammenhängen zu sehen. Ohren, um den Herzschlag des Weltalls zu vernehmen.

Bruno-Paul de Roeck

Mehr zu Spiritualität und Mystik täglich hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/

Durchbrüche – Berichte von Nahtoderfahrungen

Cover der Hörbuch-CD

Die Fortschritte der modernen Medizintechnologien haben nicht nur viele Menschenleben gerettet, sondern auch eine neue Quelle von Erzählungen eröffnet: Berichte von Nahtoderfahrungen (NTE) und Reisen in andere Bewusstseins- und Daseinszustände, die sich im Zustand des „klinischen Todes“ ereignen.

Hirnforschung und Neurologie deuten das Rätsel des menschlichen Selbstbewusstseins und seiner Schwellenerfahrungen nach wie vor als Epi-Phänomen körperlicher neuronaler Prozesse, die mit dem Tod enden, während die avanciertesten Vertreter der wissenschaftlichen Nahtodforschung mittlerweile die Behauptung aufstellen, das Selbstbewusstsein sei nicht im Körper lokalisierbar und höre nach dem Tode nicht auf, zu existieren.

Wie auch immer es sich verhalten mag – die aufgezeichneten Berichte verschiedenster Personen, die in der Lage waren, von ihren Erfahrungen zu erzählen, enthalten bewegende Aussagen über den Menschen, denn die Erzählungen weisen unübersehbare inhaltliche Korrespondenzen zur geistigen Überlieferung der Weltkulturen auf, die den homo sapiens sapiens als spirituelles unsterbliches Wesen sieht, für eine Ewigkeitssekunde inkarniert in einem sterblichen Geschöpf auf einem sterblichen Planeten.

Buch & Regie: Ronald Steckel / Produktion: nootheater & Rundfunk Berlin-Brandenburg 2017. DURCHBRÜCHE ist 2017 als Hörbuch bei Audioflow/RBB media erschienen. TIME: 48:30

Hier gibt es eine Hörprobe: https://irp-cdn.multiscreensite.com/0c970045/files/uploaded/DURCHBRU%CC%88CHE%20MB.mp3

Bestellt werden kann das Hörbuch hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu subject: Bestellen: DURCHBRÜCHE – 10,– € (inkl. MwSt/ zusätzlich Versand)

Alle Informationen auch hier: https://www.nootheater.de/works.html

Regieren mit Gerechtigkeit, Wahrheit und Weisheit

Bild: Archiv

So muß einer, der da will regieren, die Herzen der Menschen sehen; und nach demselbigen Wissen zu handeln. Darum: sieht er in ihr Herz nit, so regiert er irrig und schwer, und ist dem Land übel und Schad. — Darum soll ein Obrigkeit auf drei Stücke gehen: auf Gerechtigkeit, Wahrheit und Weisheit.

Paracelsus (1493 – 1541)

Das größte Geschenk

Foto: (c) wak

Ich glaube, das größte Geschenk, das ich von jemandem bekommen kann, ist, dass er mich sieht, mir zuhört, mich versteht und mich berührt.

Das größte Geschenk, das ich einem anderen Menschen machen kann ist, ihn zu sehen, ihm zuzuhören, ihn zu verstehen und ihn zu berühren.

Wenn das gelingt, habe ich das Gefühl, dass wir uns wirklich begegnet sind.

Virginia Satir (1916 – 1988) in: Mein Weg zu dir. Kontakt finden und Vertrauen finden. 17. Auflage 2020

Muße gewinnen

Foto: (c) wak

Wieviel Muße gewinnt der,
der nicht darauf, was sein Nächster
spricht oder tut oder denkt,
sondern nur auf das sieht,
was er selbst tut,
daß es gerecht und heilig sei;
sieh nicht, sagt Agathon,
die schlechten Sitten um dich her,
sondern wandle auf gerader Linie deinen Pfad,
ohne dich irremachen zu lassen.

Marc Aurel (121 – 180) in seinen „Selbstbetrachtungen“

(Agathon (um 448 – um 400 v. u.Z.) war ein antiker griechischer Tragödiendichter)