Der Novembertag

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Kalter Herbst vermag den Tag zu knebeln,
seine tausend Jubelstimmen schweigen;
hoch vom Domturm wimmern gar so eigen
Sterbeglocken in Novembernebeln.

Auf den nassen Dächern liegt verschlafen
weißes Dunstlicht; und mit kalten Händen
greift der Sturm in des Kamines Wänden
eines Totenkarmens Schlußoktaven.

Rainer Maria Rilke (1875 – 1926) in: Larenopfer. In: Sämtliche Werke, Band I, S. 17-18.

Das Schweigen lieben

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Liebst du die Wahrheit,
liebe das Schweigen.

Das Schweigen wird dich
von den Trugbildern
der Unwissenheit befreien
und dich mit Gott selbst vereinen.

Isaak von Ninive / Isaak der Syrer (ca. 640 – ca. 700)

Plädoyer für das Schweigen

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In seiner aufrüttelndsten und ehrgeizigsten Version ist das Plädoyer für das Schweigen Ausdruck eines mystischen Projekts zur totalen Befreiung. Es geht um nichts Geringeres als die Befreiung des Künstlers von sich selbst, der Kunst vom einzelnen Kunstwerk, der Kunst von der Geschichte, des Geistes von der Materie, des Denkens von seinen perzeptuellen und intellektuellen Grenzen.

Susan Sonntag (1933 – 2004) in ihrem Aufsatz „Ästhetik der Stille“

„Ihr Zuhören entlastet, entschärft und stärkt“

Screenshot der Startseite https://zuhoerer-ruhr.com/

„Obwohl ich es ja vom letzten Mal schon kannte, war ich wieder positiv beeindruckt: Es ist so erleichternd und klärend, einen Raum für das Erzählen der eigenen Geschichte, Gedanken und Gefühle zu haben.

Es hilft mir sehr, dass Sie das Zuhören als professionelle Dienstleistung anbieten – so sind die Rollen klar verteilt und ich fühle mich freier. Gegenüber einer zuhörenden Person, die ganz offen und ohne eigene ‚Agenda‘ ist, lichtet sich durch das Formulieren und Aussprechen mein innerer Nebel. Ich darf weinen und lachen und schweigen, und bin dabei nicht allein.

Ihr Zuhören entlastet, entschärft und stärkt. Danke!“

Aus der Mail-Rückmeldung nach einem Zuhörer-Telefonat

 

Hier geht es zu meinem Angebot: https://zuhoerer-ruhr.com/

Leere, Schweigen, Stille

 

Indem man schweigt,
erhält man das Schweigen nicht.
Aber indem man
die Stille
und das Schweigen
und die Leere
in eine Form fasst,
erhält man die Stille
und die Leere
und das Schweigen.

Peter Handke (* 1942) in einem Gespräch mit Herbert Gamper

Beginen-Mystik im Kölner Mystikkreis am 2. September

Beginen: Mystische Autonomie und radikale Liebe

Mystik-Kreis Köln am 2. September 2018

Foto: © wak

Die Strahlkraft der Mystikerinnen Mechthild von Magdeburg, Hadewijch von Antwerpen und Marguerite Poréte

Im Meer einer von Männern dominierten hierarchischen Ungerechtigkeit schufen die Beginen im Mittelalter Inseln der Freiheit für Frauen. Etwa eine Million Frauen haben im Geist dieser Armuts- und Reformbewegung in Häusern oder Wohnungen von Verwandten oder Freundinnen zusammengefunden. Oft erstellten sie die Regeln ihrer Gemeinschaft selbst. Für ihr geistliches Leben schufen sie eigene Formen von Exerzitien, Gebet und Schweigen. Ihren Lebensunterhalt erwirtschafteten sie unabhängig durch sehr verschiedene Handwerke. Gleichzeitig schufen sie ebenso Bildungseinrichtungen wie sie Kranke und Sterbende auf ihrem schweren Weg begleiteten. Als Frauen- und Sozialbewegung konnten sie dies vor allem aus der Kraft ihrer Mystik. Sie folgten dem spirituellen Aufbruch einer Armutsbewegung, die sich auf das gemeinsame Leben der Urkirche besann. Geprägt wurde ihr spirituelles Leben im Besonderen von der mystischen Unmittelbarkeit zu Gott, die sie autonom gestalteten. Anfeindungen und Verfolgungen entgegneten Beginen mit einem Satz des Apostels Paulus: „… Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“.

Anhand der drei Mystikerinen Mechthild von Magdeburg, Hadewijch von Antwerpen und Marguerite Poréte, die an der Schwelle vom 13. zum 14. Jahrhundert lebten, wird der Mystikkreis Köln sich dieser Tradition annähern und sie auf ihre Aktualität hin abklopfen. Ist Mechthild „Klassikerin“ der sogenannten „Deutschen Mystik“, kann Hadewijch auch in den Dialog mit östlichen Traditionen eintreten. Und Marguerite Poréte ist untrennbar mit der Mystik von Meister Eckhart verbunden.

Der spirituellen Strahlkraft dieser mystischen Frauen wollen wir am 2. September nachspüren.

Anmeldungen bitte bis zum 29. August, damit wir genauer planen können:

Rani Kaluza
weissefeder@netcologne.de
Fon: 0221/ 2406997

Hier können Sie den Flyer von „Mystik hier und jetzt“ herunterladen:

https://de.scribd.com/document/373535678/Mystik-hier-und-jetzt-Studien-und-Praxiskreis-Einsichten-und-Erfahrungen?secret_password=Ss9hY6RXq5uhVIHkVq87

Informationen auch hier:

https://www.facebook.com/events/2306223422996497/

Organisatorisches:

Wir treffen uns an jedem ersten Sonntag im Monat im Kölner Stadtteil Sülz. An diesen Sonntagen wird für beides Zeit sein – für stilles kontemplatives Sitzen und für das Studieren mystischer Texte & Themen sowie den gemeinsamen Austausch.

Der Kurs ist auf 12 Teilnehmer beschränkt, bitte vorher anmelden. – Kostenbeitrag 15,– Euro

Wir freuen uns auf Ihr Kommen:
Rani Kaluza (http://doingnothing.de/)
Werner A. Krebber (https://mystikaktuell.wordpress.com/)