Sich selbst kennen

Foto: © wak

Es ist die Aufgabe eines jeden Menschen,
sich selbst zu kennen
und das rechte Maß zu wissen.
Das rechte Maß zu wissen, ist die höchste Kunst.

Weisheit besteht in nichts als diesem:
Wahr reden, wahr handeln,
der Natur der Dinge folgen.

Wer den Logos nicht hört,
der höre auf mich:
Der Weise sieht ein,
dass alle Dinge eins sind.

Es gibt nur eine Weisheit:
Erkenne die Intelligenz,
die alle Dinge
mit allen Dingen
verwebt.

Heraklit (544 bis 483 v.u.Z.)

Advertisements

Schreibt die Wahrheit!

An die Rufe von Lesern einer ehemaligen Zeitung in der noch existierenden DDR mit den Worten „Schreibt die Wahrheit! Schreibt die Wahrheit!“ erinnert Kress in einem Beitrag über die Zukunft des Journalismus.

Unter anderem weist er auf Regeln hin, die selbst-verständlich sein sollten:

 

Das sind die einfachen Regeln für einen Journalisten, der wahr informieren will:

1. Lüge nicht, also schreibe nicht das Gegenteil von dem, was Du als richtig erkannt hast.

2. Verschweige nichts, was Deine Mitbürger wissen müssen, um die Demokratie lebendig zu halten.

3. Misstraue allen, die die Wahrheit verkünden, und kontrolliere die, die wahr reden sollten.

4. Schreibe so klar, dass Du nicht missverstanden wirst.

5. Lasse Dich nie vor einen Karren spannen, ob Politik, Werbung, Wirtschaft oder Propaganda gleich welcher Art.

6. Folge dem Pressekodex, es sei denn, Du kannst eine andere Entscheidung begründen und vor Dir rechtfertigen.

Den ganzen Beitrag gibt es hier:

http://kress.de/news/detail/beitrag/134768-kressde-serie-journalismus-der-zukunft-schreibe-die-wahrheit-der-2-pfeiler.html

Frauen und Sexualstraftäter

„Nachdem 2009 der niedrigste Wert seit 1993 zu verzeichnen war, waren 2010 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern (§§ 176, 176a, 176b Strafgesetz-Buch / StGB) wieder angestiegen. Der Anstieg hat sich auch im Berichtsjahr 2011 fortgesetzt (+4,9 Prozent auf 12.444 Fälle). In diesem Deliktsbereich muss nach wie vor von einem hohen Dunkelfeld ausgegangen werden.“ Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2011 weist sie aus. Die Fälle, wo es um Gewalt gegen Kinder geht, sexuelle Gewalt. 12.444 Fälle. Jeder dieser Fälle einer zuviel. (Sexualdelikte machen übrigens – auch das ist Realität – insgesamt 0,8% sämtlicher Straftaten aus).

Bekannt ist, dass es überwiegend Täter aus dem familiären Umkreis sind, die sexuelle Gewalt gegen Kinder ausüben. Eine Deliktart, die in besonderer Weise emotional besetzt ist. Auf allen Seiten. Und die Täter sind Väter, Lebensgefährten, Brüder. Doch hier ist ein Defizit zu beklagen.

Über viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, wurde allerdings ein Thema in diesem Zusammenhang tabuisiert: Die Frauenbewegung, deren negativer Blick auf „die“ Männer in weiten Teilen zu beobachten ist, hat sich nicht gekümmert um jene Frauen, die Frauen von Tätern oder Mütter von Tätern sind.
Weite Teile der Frauenbewegung wollten offensichtlich nicht wahrhaben, dass Frauen das System sexueller Gewalt stabilisieren können, wenn sie beispielsweise der sexuell genötigten Tochter nicht glauben, dass sie das Opfer der Gewalt des Vaters und damit ihres eigenen Mannes wurden. (Wobei allerdings auch zu sehen ist, dass sich die Situation der betroffenen Frauen mehr als schwierig darstellt. „Sie sind wie schwankendes Schilf“, sagte vor vielen Jahren eine psychiatrische Gutachterin in einem Prozess wegen sexueller Gewalt. Die Situation ist komplex in der Zerrissenheit zu der Loyalität ihrem Mann gegenüber und dem Vertrauen dem Kind gegenüber).

Aber wäre das nicht mal ein Thema, darüber zu reden, wie die Frauenbewegung Frauen hier helfen kann?

Quelle: http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2012/PKS2011.html?nn=109628

Siehe auch: Werner Krebber, Sexualstraftäter im Zerrbild der Öffentlichkeit. Fakten Hintergründe Klarstellungen. 128 Seiten. EUR 12.50. Konkret Literatur Verlag, Hamburg, ISBN 978-3-89458-177-0

http://www.konkret-verlage.de/klv/