Weltweisheit

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Weltweisheit ist ein Wort, hat weder Sinn noch Kraft;
Der Weisheit höchster Hort ist Gotteswissenschaft.
Weltweisheit aber soll, damit sie Sinn erhält,
Die Weisheit Gottes nur im Spiegel schaun der Welt.

Friedrich Rückert (1788 – 1866) in: Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 4. Leipzig, 1838., S 236

Der Weisheit den Vorrang geben

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Im Verständnis der Weltordnung handeln heißt, der Weisheit den Vorrang geben; nur durch sie kann der zum Bewusstsein erwachte Mensch das verborgene Walten des Lebens in den Tiefen der Natur erkennen und dementsprechend auf richtige Weise handeln in der Welt.

Frederic Lionel (1908 – 1999)

Wachsamkeit üben

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Um das Wesen der eigenen Unzufriedenheit zu erkennen, um den Mechanismus der Gedanken zu erfassen, die zur Einbildung führen, muss man Wachsamkeit üben. Nur sie öffnet den Weg zur inneren Reife. Wachsamkeit ist klare Erkenntnis der Gründe jeder Unzufriedenheit und auch der unterbewussten List, ihr auszuweichen.

Frederic Lionel (1908 – 1999)

Christian Morgenstern: Der Engel

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Wo bist du hin? Noch eben warst du da –
Was wandtest du dich wieder abwärts, wehe,
nach jenem Leben, das ich nicht verstehe,
und warst mir jüngst doch noch so innig nah.

Ich soll hinab mit dir in deine Welt,
aus der die Schauer der Verwesung hauchen,
ins Reich des Todes soll ich mit dir tauchen,
das wie ein Leichnam fort und fort zerfällt?

Wohl gibt es meinesgleichen, eingeweiht
in eure fürchterliche Daseinsstufen…
Doch ich bin’s nicht. Nur wie verworrnes Rufen
erschreckt das Wort mich Eurer Zeitlichkeit.

Laß mich mein Haupt verhüllen, bis du neu
mir wiederkehrst, so rein, wie ich dich liebe,
von nichts erfüllt als süßem Geistestriebe
und deinem Urbild wieder strahlend treu.

Christian Morgenstern (1871 – 1914)

Muße gewinnen

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Wieviel Muße gewinnt der,
der nicht darauf, was sein Nächster
spricht oder tut oder denkt,
sondern nur auf das sieht,
was er selbst tut,
daß es gerecht und heilig sei;
sieh nicht, sagt Agathon,
die schlechten Sitten um dich her,
sondern wandle auf gerader Linie deinen Pfad,
ohne dich irremachen zu lassen.

Marc Aurel (121 – 180) in seinen „Selbstbetrachtungen“

(Agathon (um 448 – um 400 v. u.Z.) war ein antiker griechischer Tragödiendichter)

Mich selbst vergessen können

Ich trinke nicht
aus purer Freude am Wein –
und auch nicht,
um über den Glauben zu spotten.
Nein, ich trinke nur,
um mich selbst für einen Augenblick
vergessen zu können.
In Wirklichkeit erwarte ich nur das
von der Betäubung, ausschließlich das.

Omar Khayyam (1048 – 1131)

Mehr hier zu Alkohol und Spiritualität: https://alkoholundspirit.wordpress.com/

Menschenwürdig…

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Nur wenn die Innen-Schau
das Spähen nach außen ablöst,
kann auch im Äußeren der Menschheit
Dasein menschenwürdig werden.

Bô Yin Râ (1876 – 1943) in: Das Buch vom Menschen, S. 129 – 146, Kober, Bern, 1928

Der vollständige Beitrag „Die neue Menschheit“ von Bô Yin Râ ist hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH V
CII. JAHRGANG FRÜHJAHR 2021

gebunden. ISBN 978-3-948594-06-0 – 20,00 €

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