Es nehmen lernen ohne allzuviel fallen zu lassen

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Und nun wollen wir glauben an ein langes Jahr, das uns gegeben ist, neu, unberührt, voll nie gewesener Dinge, voll nie getaner Arbeit, voll Aufgabe, Anspruch und Zumutung; und wollen sehen, daß wirs nehmen lernen, ohne allzuviel fallen zu lassen von dem, was es zu vergeben hat, an die, die Notwendiges, Ernstes und Großes von ihm verlangen.

Rainer Maria Rilke (1875–1926) schrieb dies in einem Brief an seine Frau Clara am 1. Januar 1907

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Niemand ist eine Insel

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Kein Mensch ist eine Insel,
vollständig für sich allein;
jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents,
ein Teil der Heimat.

eines jeden Menschen Tod zehrt mich auf,
verstrickt wie ich bin in die Menschheit.
Und deshalb, nie noch gesandt zu wissen,
wem die Glocke schlägt;
sie schlägt für Dich.

John Donne (1572 – 1631) Meditation XVII

https://www.ccel.org/ccel/donne/devotions.iv.iii.xvii.i.html

Der Text des Gedichtes wurde heute in Barcelona bei der Trauerfeier zum Gedenken an die Terroropfer vom 17. August 2017 von Angehörigen der Getöteten und Verletzten gesprochen.

Von Tatsachenwahrheit und Meinungen

Zwar hat es vermutlich nie eine Zeit gegeben, die so tolerant war in allen religiösen und philosophischen Fragen, aber es hat vielleicht auch kaum je eine Zeit gegeben, die Tatsachenwahrheiten, welche den Vorteilen oder Ambitionen einer der unzähligen Interessengruppen entgegenstehen, mit solchem Eifer und so großer Wirksamkeit bekämpft hat.

Hannah Arendt (1906 – 1975) in: Wahrheit und Politik. Berlin 2006, S. 20