(Fast) alles über Nichts

Im abendfüllenden Dokumentarfilm „Ein Hoch auf das Nichts“ von Boris Mitić leiht Punkrock-Legende Iggy Pop dem Nichts seine Stimme, das uns auf eine abenteuerliche Reise mitnimmt.

https://www.arte.tv/de/videos/RC-017035/ein-hoch-auf-das-nichts/

 


In der 6-teiligen Webserie „Blankoschecks“ gibt uns das Nichts praktische Lebenshilfen. Ein intensives visuelles und intellektuelles Vergnügen: grandios und ergreifend, kritisch und tröstlich zugleich!

https://www.arte.tv/de/videos/071834-001-A/blankoschecks/

Sich nicht von den Nebelschwaden beirren lassen

Fotographik © wak

Die alte jüdische Legende von den 36 unbekannten Gerechten, die immer da sind und ohne deren Anwesenheit die Welt in Scherben fiele, sagt letztlich darüber etwas aus, wie notwendig solch ‚edelmütiges‘ Verhalten beim normalen Gang der Dinge ist. In einer Welt wie der unseren, in welcher die Politik in einigen Ländern es längst nicht mehr bei anrüchigen Seitensprüngen beläßt, sondern eine neue Stufe der Kriminalität erklommen hat, hat jedoch die kompromißlose Moralität plötzlich ihre alte Funktion, bloß die Welt zusammenzuhalten, verändert und ist zum einzigen Mittel geworden, mit dem die eigentliche Realität – im Gegensatz zur von Verbrechen entstellten und im Grunde nur kurzlebigen Faktizität – erkannt und planvoll gestaltet werden kann. Nur diejenigen, die noch in der Lage sind, sich nicht von den Nebelschwaden beirren zu lassen, die aus dem Nichts fruchtloser Gewalt hervortreten und sich wieder dorthin verflüchtigen, können mit so gewichtigen Dingen wie den ständigen Interessen und der Frage des politischen Überlebens einer Nation betraut werden.

Hannah Arendt: Frieden oder Waffenstillstand im Nahen Osten? In Hannah Arendt: Israel, Palästina und der Antisemitismus, Wagenbach. Berlin 1991, S. 39–75, hier S. 68

Müsset im Naturbetrachten Immer eins wie alles achten

Foto: © wak

 

Müsset im Naturbetrachten
Immer eins wie alles achten.
Nichts ist drinnen, nichts ist draußen;
Denn was innen, das ist außen.
So ergreifet ohne Säumnis
Heilig öffentlich Geheimnis!

Freuet euch des wahren Scheins,
Euch des ernsten Spieles!
Kein Lebend’ges ist ein Eins,
Immer ist’s ein Vieles.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Sprachloses „Oh“…

 

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So reicht auf Erden
nichts höher als unser sprachloses „Oh“…
Auf einem einzigen Ton,
vielfach gewendet, klingt und zittert Erleben.
Seufzer der Erfüllung
und Seufzer der Entbehrung
lauten stets gleich.
Oh heißt das Staunen.

Botho Strauß (* 1944)

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen / Rilke, Mystik und Doing Nothing / 24. November 2019 – Ganz herzliche Einladung

Foto: © wak

 

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.
Rainer Maria Rilke, 20.9.1899, Berlin-Schmargendorf

 

Rainer Maria Rilke (1875 – 1926) ist der wortmächtige Vermittler zwischen den Dingen und dem Sein. Seine Dichtung bringt immer neu die tiefsten Dimensionen des Menschen zum Ausdruck. Vieles in seinem Werk ist auf eine ganz eigene Art religiös, und doch ist seine Religion nicht institutionalisiert oder explizit einer Tradition verhaftet.

In einer Festschrift für Willigis Jäger ist zu lesen: “Rilkes Dichtung ist Wort gewordene moderne Mystik“.  Die Erfahrung der Nacht und des Nichts treibt Rainer Maria Rilke oft um. Im Begriff der Leere sind für ihn Einsamkeit und Fremdheit, Verlassenheit und Verzweiflung inbegriffen; und doch auch ein Aufgehoben Sein im Weltinnenraum und Weltall, im Kontakt mit seinem Engel.

Stundenbuch, Christus-Visionen, Marienleben, Buddha-Gedichte, Duineser Elegien…. – Die Spannweite des mystisch-religiösen Empfindens von Rainer Maria Rilke ist in seiner Lyrik nicht immer gleich greifbar. Doch beim Schauen auf den Hintergrund wird sie in der Essenz der Texte nachspürbar.

Dieser mystischen Erfahrung in Rilkes Lyrik wollen wir uns am 24. ab 10.00 h öffnen.

Wer nur Interesse an der Doing Nothing Praxis hat, ist eingeladen erst um 12:30  h zu kommen..

 

Organisatorisches:

Damit wir besser planen können, bitten wir um frühzeitige Anmeldung bei

Werner A. Krebber: Fon / AB: 0209 / 20 56 95  am besten aber über Email: werner.krebber@web.de

Adresse der Veranstaltung: Rolandswerther Str 14  – 50937 Köln  – bei Kaluza/Westmeier klingeln

 

Zum Mystikkreis Köln:

Wir treffen uns etwa ein Mal im Monat im Kölner Stadtteil Sülz, meist am ersten Sonntag des Monats.

An diesen Sonntagen wird für beides Zeit sein – für stilles kontemplatives Sitzen und für das Studieren mystischer Texte & Themen sowie den gemeinsamen Austausch.

 

Der private Kurs ist auf 12 Teilnehmer beschränkt. Kostenbeitrag für den ganzen Tag: 15,– Euro (+ ein freiwilliger Obolus für den Mittagstisch).

Kostenbeitrag nur f ür den Nachmittag: 10,– Euro.

 

Wir freuen uns auf Euer / Ihr Kommen:

Rani doingnothing.de

und Werner mystikaktuell.wordpress.com

Informationen und Anmeldungn auch auf facebook: https://www.facebook.com/events/512859749558975/