André Heller: Erhebet euch, Geliebte

Am 11. September 1982 war im Bochumer Ruhrstadion das größte Konzert einer Reihe unter dem Titel „Künstler für den Frieden“. Etwa 250 000 Zuschauer haben über 200 Künstler, Sängerinnen und Sänger bejubelt. Unter ihnen waren neben André Heller . Esther Bejarano +, Joseph Beuys, Franz Josef Degenhardt, Maria Farantouri, Hanns Dieter Hüsch, Konstantin Wecker viele andere

Mozarts Requiem: Weit über allem Sagbaren

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Nur die Tatsache, dass ein Werk wie das Requiem von Mozart durch die Wiedergabe eben schließlich doch immer wieder in den Bereich irdischer Unvollkommenheit zurückgeholt wird, gibt einem den Mut, etwas darüber zu sagen. Denn im Grunde liegt diese Musik weit über allem Sagbaren. Es ist kirchliche Musik und doch weit mehr. Nicht kirchlich wie etwa die Musik Bachs, die den Münsterraum zum Feierraum aller gläubigen Christenheit weitet und nicht unkirchlich, wie etwa die Musik Beethovens, der die freie Gläubigkeit des selbstgewissen Menschengeistes kündet, sondern es ist Musik gleichsam von der anderen Seite. Es hebt sich nicht gläubig gefaltet oder angstvoll und stürmisch emporgereckt hinauf, sondern es strömt und leuchtet von oben herunter. Der Glanz dieser Musik geht manchmal bis an die Grenze des Ertragbaren und es wird verständlich, daß sie auf manche Menschen mit der Macht geradezu des Tragischen wirkt, Gefühle unsäglicher Trauer und Schauer des Unheimlichen erzeugt.

Otto Maag (1885 – 1960) in seinem Beitrag „Musica Sacra“ über Mozarts „Requiem“. Weitere Abschnitte befassen sich mit den Orgelvariationen von Bach, und dessen Magnificat, dem 100. Psalm von Max Reger, Beethovens „Missa Solemnis“

Der ganze Beitrag von Otto Maag kann hier gelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VII
CII. Jahrgang Oktober 2021 Heft 10, Thema: DIE MUSIKALISCHE DIMENSION DES JAKOB-BÖHME-BUNDES

Mehr hier:

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die blaupause für ein Leben

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die technik der stille
die rituale, die etikette

die verwischung der begriffe
die stille, nicht die abwesenheit

von worten oder musik oder sogar
roher klänge

stille kann ein plan sein
rigoros ausgeführt

die blaupause für ein Leben

sie ist eine präsenz
es hat eine geschichte eine form

verwechseln sie es nicht
mit irgendeiner art von abwesenheit.

Adrienne Rich (1929 – 2012)

Mit allen Wesen in Frieden leben

Foto: (c) wak

Eine ganzheitliche Spiritualität bezieht den Körper in unseren inneren und äußeren Entwicklungsprozess ein. Sie verbindet ihn mit dem Geist durch Gebet, Meditation, spirituelle Gesänge, Liturgien, spirituelles Lesen, Yoga, diverse Kampfünste, Laufen, Wandern oder den Aufenthalt in der freien Natur. Gleichzeitig liefert eine ganzheitliche Spiritualität den „Input“, den Kunst, Musik und Dichtung zu unserem spirituellen Leben beitragen können. Eine vollständige Spiritualität wird durch diese kreativen Wege bereichert und steht auch in enger Verbindung zur Natur. Sie sorgt dafür, dass wir mit allen Wesen in Frieden leben.

Wayne Teasdale (1945 – 2004) in: Das mystische Herz. Spirituelle Brücken bauen. 2004, o.O., S. 286

Müßige Klagen um die Vergangenheit und bange Sorgen um die Zukunft

Indischer Lotos | Foto: © wak

Wir leben im Elend, weil wir Geschöpfe des Ichs sind, des Ichs, das hart und engherzig ist, das kein Licht zurückstrahlt, das für das Unendliche blind ist. Unser Ich hat nur seine eigenen lauten, schrillen Töne, seine Saiten erzittern nie von der Musik des Ewigen. Seufzer der Unzufriedenheit und Mutlosigkeit, müßige Klagen um die Vergangenheit und bange Sorgen um die Zukunft beunruhigen unsre seichten Herzen, weil wir unsre Seelen nicht gefunden haben und der göttliche Geist sich noch nicht in uns offenbart hat.

Rabindranath Tagore (1861-1941) in: Sadhana. Der Weg der Vollendung. München 1921

Rücksichtsvoll…

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Spazieren an der Ruhr zwischen Werden und Kettwig. Die Sonne scheint auf die herbstlich verfärbten Bäume. Ruhig fließt die Ruhr kaum sichtbar, Radfahrer überholen mal schneller mal langsamer. Ein Radfahrer überholt uns, blickt in den Rückspiegel seines Rades und bleibt stehen. „Ich hab eine Frage“, spricht er meine Frau und mich an. „War die Musik zu laut oder war das moderat?“ – Beide sagen ihm, dass sie sehr angemessen gewesen war und uns nicht störte. Da meint er: „Ich will nicht zu den Idioten gehören, die die ganze Umgebung beschallen!“ – Solche Rücksicht habe ich sehr lange nicht erlebt. Respekt! ~ w.a.k.