Fünf Gewissheiten

Foto: © wak

1. Es ist der natürliche Verlauf, dass ich alt werde.
Es gibt keinen Weg, dem Altern zu entgehen.

2. Es ist der natürliche Verlauf, dass ich Krankheiten bekomme werde.
Es gibt keinen Weg, dem Krankwerden zu entgehen.

3. Es ist der natürliche Verlauf, dass ich sterben werde.
Es gibt keinen Weg, dem Tod zu entgehen.

4. Es ist der natürliche Verlauf, dass alles woran ich hänge,
und alle, die mir lieb sind, sich verändern.
Es gibt keinen Weg, dem Getrenntwerden von ihnen zu entgehen.

5. Meine Taten sind mein einzig wirkliches Erbe.
Den Folgen meiner Taten kann ich nicht entgehen.
Meine Taten sind der Boden, auf dem ich stehe.

Thich Nhat Hanh (*1926) in: Der Klang des Bodhibaums

Advertisements

Alkohol und Spirit: Stand der Dinge

aus_sdd

Stand der Dinge: 31.10.2015

1 Hier wurden verschiedene Typen von Trinkern vorgestellt (20.10.2015); Definition des “Duden” von Sucht hinzugefügt (21.10.2015); wie der “Kleine Prinz” auf den Planeten kommt, den ein Trinker bewohnt  (26.10.2015); Hinweis darauf, dass sich die Wahrnehmung des Alkoholikers von sich und seiner Umwelt verändert (28.10.2015); Definition der WHO zu Sucht; Abhängigkeit als Krankheit anerkannt (31.10.2015)
2.3 hier wurde aus der Einleitung der S3-Leitlinie “Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen” / AWMF-Register Nr. 076-001  zitiert (27.10.2015)
2.4 hier wurden erste Fragen angeschnitten (21.10.2015)
4 Erste Ansätze (20.10.2015); Ergänzung durch das Grußwort von Chögyam Trungpa Rinpoche zum “Sarpashana Sourcebook” (26.10.2015); Hinweis auf  Beitrag von Tamara Aberle über den Pfau als Symbol in Asien (26.10.2015)
4.1 Gebete und Mantren als neues Kapitel und Texte hinzugefügt / Anleitung zum Herzensgebet ergänzt (26.10.2015); Link auf meinen Beitrag “Worte, die das Herz öffnen – Vorboten und Wegweiser zur Heilung”; ergänzt um ein Zitat von Buddha aus dem Dhammapada; Rubrik um Inspirationen ergänzt (30.10.2015); Um Mantra und Link zum “Herz-Sutra” ergänzt (31.10.2o15)
6. Hier wurden weitere Formen von Süchten angegeben (18.10.2015 / ergänzt 26.10.2015); ABC der Süchte ergänzt (31.10.2015)
7.1 Erste Literaturhinweise (18.10.2015)
7.2 Die Weblinks wurden aktualisiert um Selbsthilfegruppen und Folgen des Alkoholismus (20.10.2015 / 22.10.2015 ); Hinweise zur Suchtprävention (22.10.2015);  erste Links zu Alkoholismus und Spiritualität (23.10.2015);  Zitat von C.G. Jung aus “Psychologie und Religion” (23.10.2015); ergänzt um einen Link zu Stephan Hachtmann: Der Rausch ist das Heiligste (25.10.2015)
8 Hier und im Editorial wurde ein QR-Code hinzugefügt (26.10.2015)

Monatlich werde ich hier kurz “Bericht erstatten”, wie weit es mit der Seite alkoholundspirit gediehen ist.

Mehr hier:

https://alkoholundspirit.wordpress.com/

Lassen die Beginen Frauen allein?

Vorsicht, es könnte ihr Welt-Bild erschüttern. Ihr Bild davon, dass Beginen Frauen sind, die Frauen helfen, für Frauen da sind. Und ihr Bild davon, dass Autonomie auch in Strukturen zu retten ist.

Doch beginnen wir am Ende.

Durch die Medien geht die Geschichte einer Frau, die sich an eine Notärztin wendet, nachdem sie durch K.O.-Tropfen betäubt wurde und einen Tag später auf einer Parkbank wach wird. Eine grauenvolle Erfahrung. Davon, was dazwischen war, weiß sie nichts mehr, heißt es. Und die Notärztin verweist sie an eine Klinik. Doch da beginnt das, was ich problematisch finde. (Und es geht hier letztlich nicht um den Einzelfall.)

Die Klinik ist in Trägerschaft einer Stiftung mit Ordensfrauen. In ihrer Selbstdarstellung heißt es auf der Homepage http://www.cellitinnenhaeuser.de/kloster/urspruenge/:

„Mit der Übernahme der Ordensregel des hl. Augustinus wurden im 15. Jh. aus den weltlichen Beginenkonventen Ordensgemeinschaften, die sich nach dem Vorbild der ‚cellebroeders’ (cella, lat. der abgeschlossene Raum, das Grab), den späteren Alexianern, fortan als Cellitinnen oder Augustinerinnen bezeichneten. Auch sie nahmen sich der durch Krankheit und Armut benachteiligten Bevölkerungsschichten an und leisteten damit  einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung. Dank dieser Betätigung entgingen die Cellitinnen-Gemeinschaften der Auflösung im Zuge der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Zahlenmäßig waren sie jedoch stark reduziert.“

Die ursprünglich eher autonom lebenden Beginen hatten sich – wohl auch auf äußeren Druck hin – in eine Ordensgemeinschaft verwandelt. Und damit nicht nur selbst ihrer Autonomie beraubt, sondern auch in die Strukturen eines römischen Systems begeben, die ihre Freiheit(en) reduzierten.

(Wie sehr diese kirchlichen Moralvorstellungen mittels staatlicher Finanzmittel durchgesetzt werden, ist noch mal ein anderes Problem.)

Nein, will ich dann doch jetzt mal sagen: „Die“ Beginen lassen Frauen nicht allein. Wohl aber tun es jene Strukturen, die das eigene System wichtiger nehmen als die Freiheit von (Christen)Menschen.

Siehe auch: Beginen im dritten Jahrtausend. Kritische Anmerkungen zur Adaption einer Lebensform aus dem Mittelalter

http://de.scribd.com/doc/106655137/Beginen-im-dritten-Jahrtausend