Eisig

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Lebendgem Worte bin ich gut

nietzschelebendemwortÜbertragung des Gedichtes von Nietzsche durch Xu Bing (*1955) im Museum für Ostasiatische Kunst, Köln

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Lebendgem Worte bin ich gut:
Das springt heran so wohlgemut,
das grüßt mit artigem Geschick,
hat Blut in sich, kann herzhaft schnauben,
kriecht dann zum Ohre selbst dem Tauben
und ringelt sich und flattert jetzt
und was es tut, das Wort ergötzt.

Doch bleibt das Wort ein zartes Wesen,
bald krank und aber bald genesen.
Willst ihm sein kleines Leben lassen,
mußt du es leicht und zierlich fassen,
nicht plump betasten und bedrücken,
es stirbt oft schon an bösen Blicken –
und liegt dann da, so ungestalt,
so seelenlos, so arm und kalt,
sein kleiner Leichnam arg verwandelt,
von Tod und Sterben mißgehandelt.

Ein totes Wort – ein häßlich Ding,
ein klapperdürres Kling-Kling-Kling.
Pfui allen häßlichen Gewerben,
an denen Wort und Wörter sterben.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900)

Kalt – aber nicht „sibirisch“

Kalt ist es draußen. Für unsere Verhältnisse. Morgens minus 10 Grad, ja das ist schon frisch. Kein Vergleich aber zu dem, was andere Menschen östlich von uns mitmachen müssen und mussten. Von minus 45 Grad ist da zum Beispiel für Sibirien die Rede. Wer Großväter hat, die im Krieg da waren, sind Briefe an die Heimat, dass es bitter kalt sei, gut in Erinnerung.  MINUS 45 GRAD. Das ist „sibirische“ Kälte. Hier reicht es dagegen doch schon, einen Schal umzutun und einen Pullover mehr anzuziehen. Wir werden es aushalten.