Nichts zu sagen

Bertolt Brecht wurde am  10. Februar 1898 geboren…

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Die Zeitung verteidigen

Ich würde die Funktion der Zeitung für die moderne Öffentlichkeit gern verteidigen. Bei der Zeitung weiß ich, wer zu mir spricht. Ich weiß, wie ich zu interpretieren habe, was die Süddeutsche Zeitung mir sagt, was die Bild-Zeitung mir sagt. Im Internet weiß ich nie ganz genau, wer zu mir spricht. Und es fehlt im Internet die Funktion der Zeitung als Filter und Auswahl; es übt seinen großen Einfluss auf die öffentliche Meinung regellos und oft anonym aus, ohne Ordnung, unkontrollierbar.

Umberto Eco (*1932) im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ vom 26. 9. 2015, S. 20
(notiert vom „Perlentaucher“ http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/perlentaucher-sibylle-berg-arno-schmidt-peaches-ryan-adams-a-1054883.html)

Verlust mit hohem Preis

„Lesetexte, Listen, Tabellen, Bilder mit langen Bildtexten, all die Art von Informationen also, die man langsam und systematisch durcharbeitet, all das verliert an Bedeutung. Längst ist auch das klassische Surfen tot. Es hat davon gelebt, dass man sich quasi spielerisch und intuitiv durchs Web bewegt. Dafür hat heute keiner mehr Zeit.“ http://www.netzwelt.de/news/128221-kommentar-apps-internet-ruinieren.html

 

netzwelt_internet

Screenshot der „netzwelt“-Seite

 

Ebenso erschrocken wie in meiner Beobachtung bestätigt, lese ich in der „netzwelt“ dass eine Entwicklung, die in Printmedien seit langem zu beobachten ist, nun auch die megabunte und schnelle Welt des Internet erreicht hat. Überschrieben ist der Artikel mit „Wie Apps das Internet ruinieren.“ Immer geringer die Bereitschaft, sich mit Texten auseinanderzusetzen, die länger als 50 Zeilen sind. Ich erinnere noch Zeitungsseiten, die nur mit Text gefüllt waren – damals schon als „Bleiwüsten“ bezeichnet und verachtet. Doch der dahinter stehende Verlust an Information, an ausgewogener Meinung etc. wird nicht ohne Folgen bleiben. Dieser Verlust hat einen hohen Preis.
w.a.k.

Überall mit allen verbunden

InternetVerbundenheit

Screenshot „internet.org“

 

Eine fast spirituelle Dimension hat das, was Marc Zuckerberg da propagiert. Sie wissen schon: Zuckerberg = facebook etc. „internet.org“ ist seine aktuelle Initiative. „Jeder von uns. Überall. Miteinander verbunden“. So heißt es auf seiner Seite. Ein Schelm, der denkt, Zuckerberg wollte die anderen zwei Drittel der Menschheit auch nur als Markt erobern 😉

Analoge und/oder digitale Demenz

In einem Buch wird derzeit darüber nachgedacht, ob die Suche in Suchmaschinen dazu führt, dass Menschen Opfer von digitaler Demenz werden. Weil sie ja wissen, dass sie in der Suchmaschine nachschlagen können. Doch darüber, dass das Gehirn nicht genug Arbeit bekommen könnte, machte sich schon Platon Gedanken, als es um die Schrift ging:

„Wer die Schrift gelernt haben wird, in dessen Seele wird zugleich mit ihr viel Vergesslichkeit kommen, denn er wird das Gedächtnis vernachlässigen. Die Menschen werden jetzt viel zu wissen meinen, während sie nichts wissen.“
Platon in seinem Werk Phaidros (370 vor u.Z.)

Mehr darüber hier:

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/netz-kultur/kulturpessimismus-100.html

Sogenanntes Internet-Video

In diesen Zeiten Nachrichten in seriösen Sendern zu sehen, macht nicht wirklich Freude. Zu düster, beklemmend, besorgniserregend sind Nachrichten, Beiträge und Inhalte. Und es machen sich sprachliche Fehler breit, die durch Wiederholung nicht richtiger werden.

Bei Videobeiträgen aus Libyen, Syrien, Afghanistan oder sonst wo ist oft eingeblendet das Wort „Internet-Video“.

Screenshot einer Nachrichtensendung

Gemeint ist damit oft ein Videobeitrag, dessen Qualität nicht an die High-Tech-gewohnten Zuschauererwartungen heranreicht. Aufgenommen sind sie oft mit einem Handy oder Smartphone und dann per Internet auf eine Internetplattform hochgeladen. Die Möglichkeit, es zu sehen, bietet das Internet. Die Aufnahme jedoch ein Mobiltelefon.

Es handelt sich dabei um vieles – um ein „Internet-Video“ handelt es sich nicht wirklich.

Dokumentation: Social Media Workshop

„Die Sozialen Netzwerke im Internet haben die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen in fundamentaler Weise verändert. Klar, dass hierauf auch die Jugendverbände reagieren müssen. Dies ist vor allen Dingen eine pädagogische Aufgabe. Die katholischen Jugendverbände verstehen sich als dritte Säule von Bildung und Erziehung. Somit gehört Medienkompetenzvermittlung zu einer wesentlichen Herausforderung.“ So steht es jetzt auf der Homepage des BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend).

Im Dezember hatte er einen Workshop veranstaltet (Projektleitung Felix Krebber. wk), um Jugendleiterinnen und Jugendleiter „für die Chancen und Risiken des Social Web zu sensibilisieren. Fachvorträge von Experten aus der Kommunikationswissenschaft und der Kommunikationspraxis (Simon Schlenke und Werner Krebber. wk) boten einen interdisziplinären Zugang zu Fragen von technischen und kommunikativen Potenzialen, aber auch Gefahren wie Kindeswohlgefährdung im Internet. Am Nachmittag entstanden durch die aktive Beteiligung der Workshop-Teilnehmer Ideen für pädagogische Konzepte zur Schaffung von Social Web-Kompetenz. Ein weiteres Thema war das Social Web als Kommunikationskanal für Jugendverbände. Auch hierzu entstanden nach dem Input der Fachvorträge am Vormittag nachmittags konkrete Ansätze für die Jugendverbände.“

Die daraus entstandene Dokumentation stellt die Ergebnisse jetzt auch einem breiteren Publikum zur Verfügung. Der Download ist kostenlos hier möglich:

http://www.bdkj-ge.de/wp-content/uploads/BDKJ_SocialMediaJugendverbende_Doku_2012.pdf

Quelle: http://www.bdkj-ge.de/?p=1808

Vorhinweis hier: https://wernerkrebber.wordpress.com/2011/11/18/workshop-zu-social-media/