Der Silberreiher

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Im Herbst kreist einsam überm grauen Weiher
Von Schnee bereift ein alter Silberreiher.

Ich stehe einsam an des Weihers Strand,
Die Hand am Blick, und äuge stumm ins Land.

Li-tai-pe (698 – 762)

Klabund / Alfred Henschke (1890 – 1928) in: Chinesische Gedichte. Nachdichtungen.

Das mystische Geschenk

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Ich laufe mir nach. Ich: ein Lichtpunkt in weiter Ferne. Ich versuche, ihn zu erreichen. Ich laufe ihm nach. Immer. Es gibt Augenblicke, in denen ich mich, den Lichtpunkt erreiche. Spirituelle Glücksmomente von allerkürzester Dauer. Eins-sein mit sich, Einssein mit allem. Das mystische Geschenk.

Luise Rinser (1911 – 2002) wird so zitiert in: Selma Polat: Luise Rinsers Weg zur mystischen Religiosität.

Der ganze Beitrag von Selma Polat kann hier gelesen werden:

XII. MAGISCHE BLÄTTER BUCH | WINTER
CIII. Jahrgang Winter 2022 / 2023 | Spuren (November | Heft 34)

EINZELBUCH, 364 Seiten, 20,00 € (zuzüglich Versandkosten)
ISBN-Nr. 978-3-948-5941-5 2

Herausgeber: Verlag Magische Blätter – Ronnenberg | Schriftleitung: Organisation zur Umwandlung des Kinos

Bestellungen hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu subject: BESTELLEN MAGISCHE BLÄTTER BUCH XII

Ich folge der Politik der Göttlichkeit

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Ich verfolge die Politik nicht,
weil die Mafia und die Kriminellen
die Politik gekapert haben.
Ich will daran einfach keine Energie verschwenden,
um etwas zu verstehen.
Meine Politik ist die Politik
von Minnesängern, Troubadouren und Sufis.
Ich folge der Politik der Göttlichkeit.
Meister Eckhart und Jakob Böhme
sind die großartigsten Politiker, die ich kenne.

Jonas Mekas (1922 – 2019) in einem Interview 2018 https://www.monopol-magazin.de/film-wird-niemals-verschwinden

Gefunden habe ich dieses Zitat aus dem BUCH DER FREUNDE LVII hier: https://www.nootheater.de/menu.html

Ich sehe dich in tausend Bildern

An einer Fassade in Wittenberg/ Foto: (c) wak

Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
Doch keins von allen kann dich schildern,
Wie meine Seele dich erblickt.

Ich weiß nur, daß der Welt Getümmel
Seitdem mir wie ein Traum verweht,
Und ein unnennbar süßer Himmel
Mir ewig im Gemüte steht.

Novalis / Friedrich von Hardenberg (1772 – 1801) in „Geistliche Lieder“

Mich selbst für einen Augenblick vergessen

Omar Khayyam / wikimedia ~ gemeinfrei

Ich trinke nicht aus purer Freude am Wein – und auch nicht, um über den Glauben zu spotten. Nein, ich trinke nur, um mich selbst für einen Augenblick vergessen zu können. In Wirklichkeit erwarte ich nur das von der Betäubung, ausschließlich das.

Omar Khayyam (1048 – 1031)

Mehr zu Alkohol und Spiritualität hier:

https://alkoholundspirit.wordpress.com/

https://www.facebook.com/alkoholundspirit

Durch die Medien ging heute, dass Deutschland „Hochkonsumland“ in Sachen Alkohol ist. Mehr dazu hier: https://www.dhs.de/suechte/alkohol/zahlen-daten-fakten

Selbstliebe: Höherer Zustand des Ich

Gedenktafel für Robert Musil am Kurfürstendamm in Berlin / Foto: (c) wak

Die Selbstliebe ist nicht Ichsucht,
sondern ein höherer Zustand des Ich,
der die Folge hat,
daß man auch die anderen auf höhere Weise liebt.

Robert Musil (1880 – 1942) in seinem Buch „Der Mann ohne Eigenschaften“

Was würden Sie tun, wenn Sie das neue Jahr regieren könnten?

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Ich würde vor Aufregung wahrscheinlich
Die ersten Nächte schlaflos verbringen
Und darauf tagelang ängstlich und kleinlich
Ganz dumme, selbstsüchtige Pläne schwingen.

Dann – hoffentlich – aber laut lachen
Und endlich den lieben Gott abends leise
Bitten, doch wieder nach seiner Weise
Das neue Jahr göttlich selber zu machen.

Joachim Ringelnatz (1883-1934) in dem 1928 im Berliner Ernst Rowohlt-Verlag erschienenen Gedichtband „Allerdings“

Meine Seele ist ein verborgenes Orchester…

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Meine Seele ist ein verborgenes Orchester;
ich weiß nicht, welche Instrumente,
Geigen und Harfen, Pauken und Trommeln,
es in mir spielen und dröhnen lässt.ich,
Ich kenne mich nur als Symphonie.

Fernando Pessoa (1888 – 1935) in seinem „Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares“