Carl Sonnenscheins Berliner Babylon

„Babylon Berlin“, die aktuelle kleine Serie, zeigt unter anderem krass die sozialen, politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Verwerfungen am Ende der 20er Jahre um 1929.

Bei manchen der Bilder musste ich an Carl Sonnenschein denken, der von 1876 – 1929 lebte. Als Großstadtseelsorger in Berlin beeindruckte er Kurt Tucholsky ebenso wie Elke Lasker-Schüler, Theodor Eschenburg oder Heinrich Brüning.

„Seine pastorale Kreativität, seine soziale Sensibilität, seine Offenheit für die Kunst, seine Impulse für die Politik und seine offensive ‚Veröffentlichung‘ des Christentums erweisen ihn als Beispiel eines aufmerksamen Zeitgenossen und couragierten Kirchemannes…“ schrieb Prof. Dr. Michael Sievernich S.J. im Nachwort des von mir herausgegebenen Bandes „Den Menschen Recht verschaffen – Carl Sonnenschein – Person und Werk“, Würzburg 1996

 

Cover des von mir herausgegebenen Buches

„Wie konkret, wie ernst gemeint, wie notwendig und drängend dieses breit gestreute, zeit- und kraftraubende Engagement Sonnenscheins war, was er für jeden mitbrachte, der Not litt und Sorgen hatte, was er an Weltsicht und Klarheit einbrachte, zeigt sich wohl niergendwo deutlicher als in den Texten, die als „Notizen“ erschienen…“ habe ich in meinen biographischen Skizzen über ihn dort geschrieben. (w.a.k.)

 

Akzeptanz in der Medien- und Protestgesellschaft – ein Lesetipp

9783658061661

 

  • Ein Nachschlagewerk für Praxis und Theorie
  • Diskurs, Ergebnisse und Überlegungen für den Praktiker nachvollziehbar und nutzbar aufbereitet
  • Neue Impulse für Praxis und Wissenschaft

„Stuttgart 21“ wurde zu einer Chiffre für Bürgerproteste und ein Symbol für „schwindende Akzeptanz“ von Großvorhaben. Eine Reihe von Infrastrukturprojekten wird auch künftig vor Akzeptanzproblemen stehen. Dieser Band analysiert grundlegende Aspekte des Diskurses über Akzeptanz und Bürgerbeteiligung in der modernen Gesellschaft. Er bietet wissenschaftliche Zugänge zu Akzeptanz, Vertrauen, Transparenz und Legitimation sowie Fallbeispiele für Konflikte in Wirtschaft, Kultur und Politik. Eine Beschreibung von Methoden und Verfahren zur Erlangung besserer Akzeptanz ergänzt den Band.

Der Inhalt
Gedanken, Analysen, Thesen zum Akzeptanzdiskurs.- Gesellschaftliche Akzeptanz im wissenschaftlichen Diskurs.- Akzeptanz der Akteure im öffentlichen Diskurs.- Akzeptanz und Diskurs in Fallbeispielen.

Die Zielgruppen
– Kommunikationspraktiker und Experten

– Dozierende und Studierende der Kommunikations- und Medienwissenschaft, Politik, Soziologie- und Kommunal- und Verwaltungswissenschaft

Die Herausgeber
Prof. Dr. phil. Günter Bentele ist Professor für Öffentlichkeitsarbeit / Public Relations am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig.

Reinhard Bohse, Dipl.-Geowissenschaftler, ist geschäftsführender Gesellschafter der Wortgebrauch GmbH, Medien und Kommunikationsberatung in Markkleeberg/Leipzig.

Uwe Hitschfeld, Dipl.-Ing., ist geschäftsführender Gesellschafter von Hitschfeld Büro für strategische Beratung, Leipzig.

Felix Krebber, M.A., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Kommunikationsmanagement in Politik und Wirtschaft am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig.

http://www.springer.com/springer+vs/medien/kommunikationswissenschaft/book/978-3-658-06166-1

(Name und Herausgeberhinweis von Felix Krebber sind kursiv hervorgehoben; sei mir gestattet – er ist mein Sohn…)

Zwillingsbruder des Autors

Haben Sie Gabriel García Márquez „Hundert Jahre Einsamkeit“ gelesen? Oder Pablo Nerudas Buch „Ich bekenne, ich habe gelebt“? Oder Bücher von Cesar Vallejo, Ellie Wiesel etc.? Sie hatten alle eins gemeinsam. Übersetzt wurden sie von Curt Meyer-Clason.

Als Übersetzer wollte Curt Meyer-Clason immer ein „Zwillingsbruder des Autors“ sein. „In seinem Namen und mit seinem Geist“ wollte er agieren, den Text „in eine neue Landschaft übersetzen, so, wie man über einen Fluss setzt“. Aber eigentlich sind es gleich mehrere Flüsse, über die Meyer-Clason mit seinen Tradierungen gezogen ist: der Rio de la Plata war ebenso dabei wie der Amazonas oder der Tejo in Lissabon. Insgesamt sind so weit über 150 übersetzte Bücher entstanden. So heißt es auf dem Portal des Goethe-Instituts zum 100. Geburtstag von Meyer-Clason.

Über sein Leben liest man in wikipedia dies:

Curt Meyer-Clason absolvierte nach dem Besuch des Gymnasiums eine kaufmännische Ausbildung. Er arbeitete als kaufmännischer Angestellter in Bremen und ab 1936 als selbstständiger Kaufmann in Argentinien und Brasilien. Von 1942 bis 1944 war er in Brasilien als feindlicher Ausländer interniert. 1955 kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete als freier Verlagslektor in München. Ab den Sechzigerjahren nahm seine Übersetzertätigkeit, vor allem portugiesischer, spanischer und lateinamerikanischer Autoren, immer breiteren Raum ein. Von 1969 bis 1976 war Meyer-Clason Leiter des Goethe-Instituts in Lissabon. Meyer-Clason lebte danach in München.

Curt Meyer-Clason war Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller, des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland und seit 1981 korrespondierendes Mitglied der Academia Brasileira de Letras in Rio de Janeiro. Er erhielt u. a. folgende Auszeichnungen: 1972 den Übersetzerpreis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, 1978 den Übersetzerpreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie und 1996 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Curt Meyer-Clason, der auch als Erzähler und Essayist hervorgetreten war, hat mit seinen zahlreichen Übersetzungen sowie als Herausgeber von Anthologien einen wichtigen Beitrag zur Rezeption der neueren lateinamerikanischen Literatur im deutschen Sprachraum geleistet.

Er verstarb im Alter von 101 Jahren am 13. Januar 2012.

Sein Werk macht in eindrucksvoller Weise stellvertretend deutlich, wie sehr Übersetzer beteiligt sind am Erfolg von fremdsprachigen Autoren im deutschsprachigen Raum. Ihnen allen ganz herzlichen Dank!

Mehr hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Curt_Meyer-Clason

Oder hier:

http://www.goethe.de/kue/lit/slt/de6523218.htm