Wenn die Welt zu einem schlechten Film geworden ist

Es ist zweifelhaft, ob das Kino hierzu ausreicht;
doch wenn die Welt zu einem schlechten Film geworden ist,
an den wir nicht mehr glauben,
kann dann nicht ein wahres Kino dazu beitragen,
uns Gründe dafür zu liefern, an die Welt
und die ohnmächtig gewordenen Körper zu glauben?

Gilles Deleuze (1925 – 1995)

TEXTE ZUM GEISTIGEN IM FILM. Anthologie
BUCH, 84 Seiten, 22,00 €

Das Buch kann hier bestellt werden: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Wachsamkeit üben

Foto: (c) wak

Um das Wesen der eigenen Unzufriedenheit zu erkennen, um den Mechanismus der Gedanken zu erfassen, die zur Einbildung führen, muss man Wachsamkeit üben. Nur sie öffnet den Weg zur inneren Reife. Wachsamkeit ist klare Erkenntnis der Gründe jeder Unzufriedenheit und auch der unterbewussten List, ihr auszuweichen.

Frederic Lionel (1908 – 1999)

Ich bin der Fragesteller und die Frage

Brahma / Foto: Archiv

Brahma

Der rote Schläger denkt, daß der schlüge,
und der Erschlagene denkt, er sei erschlagen:
Sie wissen nicht, wie heimlich ich es füge,
daß alle Dinge mich im Innern tragen.

Für mich ist nah, was ferne und versunken;
Sonne und Schatten geben sich nichts nach;
Götter erscheinen mir, die längst entschwunden;
ein und dasselbe sind mir Ruhm und Schmach.

Wer mich verleugnet, kennt nicht seine Lage:
Wenn er mich flieht, bin ich, was ihn beschwingt;
ich bin der Fragesteller und die Frage;
ich bin das Lied, das der Brahmane singt.

Die Götter sehnen sich nach meinen Gründen,
den Heiligen Sieben laß ich keine Ruh;
du, Liebender des Guten, wirst mich finden
und kehrst dem Himmel deinen Rücken zu.

Ralph Waldo Emerson (1803–1882)

Das Original ist hier nachzulesen: https://www.poetryfoundation.org/poems/45868/brahma-56d225936127b

Ist das Kunst…?

Sie haben die Karte, das Frühstücksbrettchen, den Aufkleber, den Sitzhocker, die Smartphone-Hülle und was es noch gibt sicher gesehen: „Ist das Kunst oder kann das weg?“ steht darauf. Nur auf den ersten Blick ein Schmunzler. Besser gefällt mir persönlich Man Ray (1890-1976), der sagte:

Es gibt zwei Gründe,
ein Kunstwerk nicht zu mögen:
wenn man es versteht,
und wenn man es nicht versteht.