Wir brauchen eine neue Offenbarung

Foto: (c) wak

Wir brauchen eine neue Offenbarung, eine, die die Hinfälligkeit derer verkündet, denen wir anhängen, aber die, denen wir anhängen, sind da, ihr tödliches Gewicht verbündet sich mit dem Verhängnis, das uns zermalmt, Ordnung und Chaos bilden ein Ganzes, das wir nicht zu zerbrechen vermögen. Die Anarchisten und die Nihilisten sind die letzten vernünftigen und sensiblen Menschen unter den Tauben, die marschieren, und den Blinden, die kämpfen, aber es genügt im jetzigen Zeitalter weder, Recht zu haben, noch zu fühlen, um irgendetwas zu verändern, die Ordnung muss durch eine Ordnung und nicht durch eine Unordnung ersetzt werden und die Moral durch eine Moral und nicht durch Unmoral, so wie der Glaube durch einen Glauben ersetzt werden muss, und nicht bloß durch eine Leere und die toten Götter durch neugeborene Gottheiten. Wir brauchen keine Aufwiegler, sondern Propheten, wir brauchen religiöse Genies auf der Höhe dieser Zeiten und unserer Werke.

Albert Caraco (1919 – 1971) hat das apokalyptische Empfangsszenario in seinem Text „Brevier des Chaos“ von 1982 beschrieben

Gefunden habe ich den Text hier: https://www.nootheater.de/menu.html

Das größte Geschenk

Foto: (c) wak

Ich glaube, das größte Geschenk, das ich von jemandem bekommen kann, ist, dass er mich sieht, mir zuhört, mich versteht und mich berührt.

Das größte Geschenk, das ich einem anderen Menschen machen kann ist, ihn zu sehen, ihm zuzuhören, ihn zu verstehen und ihn zu berühren.

Wenn das gelingt, habe ich das Gefühl, dass wir uns wirklich begegnet sind.

Virginia Satir (1916 – 1988) in: Mein Weg zu dir. Kontakt finden und Vertrauen finden. 17. Auflage 2020

Glaube, Hoffnung, Liebe und Erkenntnis

Man kann sich schlechterdings kein System und keine Wahrheit ausdenken, welche das gäben, was der Kranke zum Leben braucht, nämlich Glaube, Hoffnung, Liebe und Erkenntnis.
Diese vier höchsten Errungenschaften menschlichen Strebens sind ebensoviele Gnaden, die man weder lehren noch lernen, weder geben noch nehmen, weder vorenthalten noch verdienen kann, denn sie sind an eine, menschlicher Willkür entzogene, irrationale Bedingung geknüpft, nämlich an das Erlebnis. Erlebnisse aber können nie „gemacht“ werden. Sie geschehen, aber nicht absolut, sondern glücklicherweise relativ. Man kann sich ihnen nähern.

C. G. Jung: Die Beziehungen der Psychotherapie zur Seelsorge. Zürich, Leipzig, Stuttgart, 1932, S. 8-9

 

Nichts soll dich ängstigen – Teresa von Avilas Mystik und Doing Nothing – 8. März 2020 beim Mystik-Sonntag Köln

Inneres Beten ist Verweilen bei einem Freund,
mit dem wir oft allein zusammenkommen,
einfach um bei ihm zu sein,
weil wir sicher wissen,
dass er uns liebt.
Teresa von Ávila

 

Die Mystikerin und Ordensfrau Teresa von Ávila (1515 – 1582) ist herausragende Repräsentantin der „Spanischen Mystik“. Teresa von Ávila hinterlässt ein reiches literarisches Werk, das bis heute zu den Perlen der spirituellen Weltliteratur zählt. Ihre Reformbestrebungen brachten sie zwar in Opposition zur etablierten Kirche und Gesellschaft ihrer Zeit, doch 1970 ist sie als erste Frau zur Kirchenlehrerin ernannt worden.

Was ist so ungewöhnlich an Teresa von Ávila? Sie hat erkannt, dass es in der Seele des Menschen eine Sehnsucht nach Wahrheit gibt, eine Frage nach dem Sinn des Lebens, die nach Antworten verlangt. Sie entwickelte im Laufe der Zeit eine spirituelle Praxis des „inneren Betens“, die ganz unmittelbar aus der eigenen Dynamik des Menschen erwächst. Sie hatte die außergewöhnliche Gabe,  diesen Weg anschaulich und mit originellen Bildern zu beschreiben. Ihr Glaube war darüber hinaus auch das Fundament ihres sehr spezifischen Feminismus.

Aus dem reichen Schatz dieser überlieferten Gedanken wird ihre Zuneigung zu den Menschen ebenso deutlich wie ihre tiefe, intime Freundschaft zu Gott. Diesem Schatz wollen wir uns am 8. März intensiv annähern.

Einstimmen werden wir uns mit und durch die Praxis des „Doing Nothing“ am Vormittag.

 

Organisatorisches:

Damit wir besser planen können, bitten wir um frühzeitige Anmeldung beiWerner A. Krebber: Fon / AB: 0209 / 20 56 95  am besten aber über Email: werner.krebber@web.de

Adresse der Veranstaltung: Rolandswerther Str 14  – 50937 Köln  – bei TIGRES – SPACE Kaluza/Westmeier klingeln /  (Bitte schon etwas vor 10:00 Uhr da sein)

 

Zum Mystik-Sonntag Köln:

Wir treffen uns etwa ein Mal im Monat im Kölner Stadtteil Sülz. An diesen Sonntagen wird für beides Zeit sein –  für stilles kontemplatives Sitzen und für das Studieren mystischer Texte & Themen sowie den gemeinsamen Austausch.

(Eventuelle Terminverschiebungen werden auf den Webseiten von Rani und Werner und bei facebook mitgeteilt.)

Der private Kurs ist auf 12 Teilnehmer beschränkt. Beitrag für den ganzen Tag: 15,– Euro (+ ein freiwilliger Obolus für den Mittagstisch). / Kostenbeitrag nur für den Nachmittag: 10,– Euro.

Wir freuen uns auf Euer / Ihr Kommen:

Rani und Werner

doingnothing.de ( Rani Kaluza)

mystikaktuell.wordpress.com (Werner A. Krebber)

Hinweise auf die Veranstaltung auch hier bei facebook: https://www.facebook.com/events/169436527816073/

Die Kultur der Gegenwart schafft eine Glitzerwelt…

Foto: © wak

 

Die kommerziell geprägte Kultur der Gegenwart schafft eine Glitzerwelt, von der unsere Aufmerksamkeit angezogen wird wie Motten vom Licht. Der Glaube der Gegenwart, dass das Glück des Menschen durch Waren und Dienstleistungen zu erreichen ist, erwärmt sich für Spiritualität ebenso wenig wie Bakterien für Penicillin.

Gefunden habe ich dieses Zitat hier: https://www.seele-und-gesundheit.de/spiritualitaet/spiritualitaet.html

Kapellenloser Glaube

Foto: © wak

Es gibt so wunderweiße Nächte,
Drin alle Dinge Silber sind.
Da schimmert mancher Stern so lind,
Als ob er fromme Hirten brächte
Zu einem neuen Jesuskind.

Weit wie mit dichtem Diamantenstaube
Bestreut, erscheinen Flur und Flut,
Und in die Herzen, traumgemut,
Steigt ein kapellenloser Glaube,
Der leise seine Wunder tut.

Rainer Maria Rilke: Wunderweiße Nächte. 10. Oktober 1896