„Das Wunder des Malachias“

Dunkel erinner ich mich an jene Dreharbeiten zu dem Film „Das Wunder des Malachias“. Am Rundhöfchen standen noch alte Häuser, die als Kulisse dienten. Und auch das neu erbaute Musiktheater wurde Schauplatz des Films, der 1961 uraufgeführt wurde. Und jetzt findet er im „Kommunalen Kino“ seinen Platz.

Worum geht es?

„Neben einer Kirche in einer blühenden Industriestadt befindet sich die Eden-Bar, ein Vergnügungs-Etablissement, in dem Amüsier-Damen ein- und ausgehen. Der weltfremde Mönch Pater Malachias sieht in dem Lokal einen Sündenpfuhl und betet zu Gott, er möge die Eden-Bar hinfortnehmen. Dieser erhört ihn prompt und versetzt das Gebäude mitsamt Bar und den darin befindlichen Personen auf eine Insel in der Nordsee. Dieses offensichtliche Wunder zieht bald mehr und mehr Aufmerksamkeit auf sich. In den Medien machen verschiedene Personen aus Politik und Wissenschaft Erklärungsversuche, können jedoch die Unerklärlichkeit des Geschehens letztendlich nicht leugnen. Alles deutet darauf hin, das tatsächlich Gott das Gebäude hinweggenommen hat. Die katholische Kirche steht dieser Auslegung kritisch gegenüber, da sie einen massiven Kontrollverlust in Glaubensfragen oder gar eine Blamage befürchtet, falls sich das ganze als Fälschung entpuppen sollte.

 

Das Gelsenkirchener Musiktheater wird zur Bar auf einer Nordseeinsel

Währenddessen pilgern Gläubige aus aller Welt zum ehemaligen Standort der Bar. Um die Wunderstätte herum entsteht nach und nach ein Rummelplatz, auf dem viele Bürger der Stadt die Gunst der Stunde einfallsreich nutzen, um Geld zu verdienen, etwa durch den Verkauf angeblichen Wunderwassers, Malachias-Stollen und Modellen der Edenbar. Gleichzeitig beginnen Geschäfts- und Werbeleute mit der generalstabsmäßigen Vermarktung des Wunders. Die Geschichte wird medial ausgeschlachtet und kommerziell verwertet. Eine junge Frau, die sich in der fraglichen Nacht in der Bar befand, wird über Nacht zum Star.

Pater Malachias steht dem größer werdenden Rummel um das Wunder und seine Person hilflos gegenüber. Scharen von Journalisten drängen mit Interview-Wünschen auf ihn ein, die Kirche wird von Wundergläubigen belagert, die sich eine Segnung oder Berührung durch den Pater erhoffen. Der weltfremde Mann, der lange im Kloster lebte, wird mit diesen Auswüchsen der modernen, dekadenten Gesellschaft nicht fertig und bereut bald, Gott um das Wunder gebeten zu haben.
Findige Investoren kaufen die Insel, auf der die Eden-Bar nun steht, und errichten um das Gebäude herum ein modernes Casino für die Reichen und Schönen. Während einer rauschenden Party fährt auch Pater Malachias zu der Insel und bittet am Strand verzweifelt um ein erneutes Wunder, um dem zügellosen Treiben endlich ein Ende zu machen. Tatsächlich versetzt Gott die Eden-Bar wieder an ihren alten Standort.“

So beschreibt Wikipedia die Handlung des Films. Mehr hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Wunder_des_Malachias

und hier:

http://www.pranke-filmverleih.de/KINO/KoKi-1101-Final-Web.pdf

Der Film basiert übrigens auf einer Vorlage von Bruce Marshall:

Bruce Marshall: Das Wunder des Malachias. Roman (Originaltitel: Father Malachyas‘ Miracle). Deutsch von Jakob Hegner. Ungekürzte Taschenbuch-Ausgabe. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1986, 231 S., ISBN 3-596-25941-X

Gezeigt wird die letzte verbliebene 35mm-Kopie in der Schauburg Gelsenkirchen am 16. Januar 12.45 h, am 17. Januar 18.00 h und 20.30 h.


Beginenhof in Gelsenkirchen

Er nimmt Formen an, der neue Beginenhof im Gelsenkirchener Süden, genauer gesagt am Festweg in Ückendorf. Ein Flyer liegt bereits aus, der zeigt, wie sich hinter der ehemaligen Paul-Gerhardt-Kirche die Häuser in das Grundstück zur Nansenstraße hin ordnen. Und deutlich wird auch, worum es bei dem Projekt geht: „Der Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf dem gemeinschaftlichen Wohnen.“

Mehr dazu, wie sich die Lebenswirklichkeiten von Beginen in Geschichte und Gegenwart darstellen, findet sich hier:

http://www.scribd.com/doc/5336358/Die-Beginen-Geschichte-und-Gegenwart?in_collection=2313920

und hier:

https://wernerkrebber.wordpress.com/2010/09/12/25-jahre-neue-beginen/

Als Kontakt des „Beginenhof Gelsenkirchen e.V.“ sind angegeben: Elke Wolter (elkewolter @ online.de), Doris Stöcker (doris.stoecker @ googlemail.com) und Martina Buhl (martina.buhl @ web.de)

Ein Herkules über Gelsenkirchen

Sie steht da. Die Skulptur des Herkules von Herrn Lüpertz. „Im Gelsenkirchener Nordsternpark wurde 2010 der 18 Meter hohe und 23 Tonnen schwere „Herkules“ eingeweiht, den Markus Lüpertz auf einem Förderturm der einstigen Zeche hat aufstellen lassen. Die Skulptur entstand in über einjähriger Arbeit aus 244 einzelnen Aluminiumgussteilen, Haare und Bart des „Herkules“ wurden blau eingefärbt. Der Nordsternturm und die Skulptur ragen über hundert Meter hoch in den Himmel.“ So ist in der Wikipedia nachzulesen.

Ich selbst halte es da lieber mit Wittgenstein: „Wovon man nicht reden kann, darüber soll man schweigen.“ Mehr dazu hier: http://www.youtube.com/watch?v=57PWqFowq-4

Yves Klein in Gelsenkirchen

Interessantes über Yves Klein erfährt man heute im Interview mit seiner Witwe Rotraut Klein-Moquay. Wie er nach Gelsenkirchen gekommen und wie er ihr dort durch seine Judo-Kenntnisse das Leben gerettet hat:

>>Rotraut Klein-Moquay: …Wie mein Bruder Günther (Uecker. W.K.) und die anderen aus der Gruppe „Zero“. Aber auch der Bildhauer Norbert Kricke, durch ihn kam er nach Gelsenkirchen…

Die Welt: …wo er seinen ersten öffentlichen Auftrag hatte.

Rotraut Klein-Moquay: Richtig. Für den Neubau des Musiktheaters hat er diese großen blauen Wandreliefs geschaffen.

Die Welt: Sie kamen also nach Gelsenkirchen, der flehende Brief wurde erhört…

Rotraut Klein-Moquay: …und dort hat er mir das Leben gerettet.

Die Welt: Wie das?

Rotraut Klein-Moquay: Das Gebäude war noch nicht fertig, es war eine Baustelle, und wir standen im obersten Stock, nur dass es noch keine Geländer gab. Yves unterhielt sich mit jemandem, ich stand hinter ihm und kam irgendwie ins Taumeln und war im Begriff, ein paar Stockwerke zu stürzen. Yves muss das in den Augen seines Gesprächspartners gespiegelt gesehen haben, denn er drehte sich blitzschnell um, packte mich und zog mich hoch.

Die Welt: Sie waren schon im freien Fall?

Rotraut Klein-Moquay: So ist es. Er erwischte meine Hand noch gerade so über dem Fußboden. Klingt nach einem Hollywoodfilm, nach übersinnlichen Kräften. Aber so war es. Sie dürfen nicht vergessen, dass Yves zuvor lange in Japan gelebt und Judo gelernt hat. Er hatte den schwarzen Gürtel, er hatte ein Grundlagenbuch über Judo verfasst, und er war Leiter des spanischen Judoverbandes. …<<

Gleichzeitig erfährt man, dass der frühe Tod von Yves Klein zurückzuführen ist auf die Arbeit an den wunderbaren schönen blauen Wandelementen mit Schwämmen:

>>Rotraut Klein-Moquay: Die Schwämme, die auf der großen Leinwand fixiert wurden, die hat er mit flüssigem Polyester gefüllt. Dabei ist ein stinkender Dampf entstanden. Die Leute auf der Fabrik, die das Polyester geliefert haben, sagten, es sei nicht giftig, er müsse sich keine Sorgen machen. Aber die mussten ja nie diesen Dampf einatmen, sie hatten keine Ahnung.

Die Welt: Ihr Mann ist 1962 mit nur 34 Jahren gestorben. In Lexika-Einträgen steht: an einem Herzinfarkt.

Rotraut Klein-Moquay: Er hatte Herzinfarkte, in kurzer Abfolge.

Die Welt: Und das waren die Folgen der Arbeit in Gelsenkirchen?

Rotraut Klein-Moquay: Ja. Die Dämpfe haben seine Organe zerstört, die waren danach wie aus ganz dünnem Glas.<<

Das ganze Interview hier:

http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article11247749/Komm-mit-mir-in-die-Leere.html

Ein Video, das die Arbeit von Klein mit den Schwämmen am Musiktheater zeigt, gibt es hier:

http://www.youtube.com/watch?v=_AQw60WiEvU

Schachtzeichen – Schacht zeigen

Graf Bismarck, Bergmannsglück, Dahlbusch, Rheinelbe, Nordstern, Wilhemine Victoria. Das sind Namen, die in einer Stadt wie Gelsenkirchen Erinnerungen wach rufen. Erinnerungen an Zechen, die hier vielen tausend Menschen in der Vergangenheit Arbeit und Brot gegeben haben. (Und deren Betreibergesellschaften eine Strukturreform der Stadt allzu lange nach hinten hinaus schoben). Mitte des 19. Jahrhunderts begann auch in Gelsenkirchen die Gewinnung des Grubengoldes, wo Kneipen wie „Schwarzer Diamant“ gegenüber der Zeche Consolidation etc. noch bis vor ein paar Jahren zeigten, hier ging es um Kohle.

Jetzt, seit Pfingstsamstag, zeigen gelbe Ballons in Gelsenkirchen und anderswo im Revier, wo kurz nach 1900 Zechen gestanden haben. Eine eindrucksvolle Szenerie. Doch die Widrigkeiten der Natur machen auch hier nicht halt. So müssen heute, Pfingstmontag, die Ballone wegen Sturmwarnungen unten bleiben.

Mehr hier: http://www.schachtzeichen.de