Es gibt einen unfehlbaren Geleiter für uns, den Weltgeist

Leo Tolstoi / Bildquelle: wikimedia-gemeinfrei

Es gibt einen, nur einen unfehlbaren Geleiter für uns, den Weltgeist, der uns allesamt und jeden einzelnen durchdringt, der jedem das Streben nach dem eingibt, was sein soll; jenen selben Geist, der im Baum gebietet, zur Sonne hin zu wachsen, der in der Blüte gebietet, im Herbst Samen auszustreuen, und der in uns gebietet, uns unbewußt zueinander zu drängen.

Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828–1910) in seiner Erzählung „Luzern“

 

 

 

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Mit Verletzungen umgehen

Foto: © wak

Sind wir verletzt, haben wir zwei Möglichkeiten: Wir können in einer Weise denken, die unsere Wut anstachelt und auf Rache sinnt, oder wir können versuchen, uns zu beruhigen, unser Mitgefühl und Verstehen zu berühren und einen friedvollen Geist zu erlangen. Schlagen wir diesen Weg ein, sehen wir, dass auch die andere Person leidet, und unsere Wut wird sich auflösen.

Thich Nhat Hanh (*1926)

Lebendigen Geist aufhellen

Foto: © wak

Der große Schrei, der sich aus allen unseren Fabrikstädten erhebt, lauter als das Gebläse ihrer Hochöfen, entsteht wahrhaftig nur, weil wir dort alles fabrizieren, nur keine Menschen; wir bleichen Baumwolle und härten Stahl und läutern Zucker und formen Tonwaren; aber einen einzigen lebendigen Geist aufzuhellen, zu kräftigen, zu verfeinern und zu bilden, das fällt uns bei der Berechnung unserer Vorteile niemals ein.

John Ruskin (1819 – 1900)

Als Geist über den Wassern

Taube

Keramik von Gretel Schulte-Hostedde                  Foto (c) wak

 

 

Als Geist Gottes
schwebt sie
seit tausenden Jahren
über den Wassern,
die Taube.

Nur selten aber
kehrt sie heute zurück
mit einem Ölblatt
im Schnabel,
wie noch bei Noah.

w.a.k.

 

Allen Leserinnen und Lesern gesegnete Pfingsttage!

Kreativ(-) und/oder Wirtschaft

Die Auseinandersetzung um Geld und Geist, um Macht und Denken ist wohl so alt wie die Menschheit. Wer beispielsweise die Briefwechsel von Heinrich Heine mit seinem Verleger liest oder die von Thomas Bernhard mit seinem, bekommt eine recht konkrete Ahnung davon. Seit geraumer Zeit geht aber ein Gespenst in Deutschland um: „Kreativwirtschaft“.

Für meine Sicht der Dinge ist das ein Widerspruch in sich: Kreativ oder Wirtschaft. Da erinnere ich doch lieber die Postkarte von Klaus Staeck, bei der vor Spitzwegs „Armen Poeten“ die Schrift zu lesen ist: Nur die Armut gebiert Großes.