Kaufkraft

Auf dem Kassenbeleg einer Tankstelle 😉    Foto: © wak

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Ein Jahr voll nie gewesener Dinge…

Und nun wollen wir glauben an ein langes Jahr, das uns gegeben ist, neu, unberührt, voll nie gewesener Dinge, voll nie getaner Arbeit, voll Aufgabe, Anspruch und Zumutung; und wollen sehen, daß wirs nehmen lernen, ohne allzuviel fallen zu lassen von dem, was es zu vergeben hat, an die, die Notwendiges, Ernstes und Großes von ihm verlangen.

Rainer Maria Rilke (1875 – 1926) in einem Brief an seine Frau Clara am 1. Januar 1907

Getanzt habe ich heute Nacht im Traum

tanz!Foto: © wak

 

Getanzt habe ich
heute Nacht im Traum.

Gekannt habe ich
die Frau nicht,
die in meinen Armen
mit mir schwang.

Musik und Bewegung
ließen mich erinnern,
dass ich mich
meines Lebens freue.

w.a.k.

Lese-Begegnung

Abends kam mir dieser Tage im Dunkeln eine junge Frau entgegen, unterhalb ihres Kopfes eine Lichtquelle. Mein zweiter Blick sah, dass die Frau ein Buch in der rechten Hand hielt, eine Taschenlampe in der linken. Sie ging mit raschem Schritt und las unbeirrt von äußeren Einflüssen. Ich fand das super. So kann Mediennutzung auch gehen.

Klangsteine – neu interpretiert

Vorhin war ich mal wieder an den Klangsteinen in der Nähe des Gelsenkirchener Mechtenbergs spazieren. Aus der Richtung Halfmannshof kommend, hörte man schon Stimmen und Gitarrenspiel. Näher kommend sah man eine junge Frau und einen jungen Mann nebeneinander sitzen, jeweils eine Gitarre in der Hand, ein Mikrophon und eine kleine Verstärkeranlage. Und es machte ihnen sichtlich Spaß, hier zu musizieren. Vor sich sahen sie die Klangsteine. Wikipedia schreibt dazu, dass der Künstler Thomas Link 1998 vier 2,60 m hohe Basaltsäulen als „Klangfeld der Steine am Mechtenberg – zum Thema Kreuz“ installiert hat. Für mich haben sie seit heute noch eine neue Interpretation dazugewonnen.

Frauen und Sexualstraftäter

„Nachdem 2009 der niedrigste Wert seit 1993 zu verzeichnen war, waren 2010 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern (§§ 176, 176a, 176b Strafgesetz-Buch / StGB) wieder angestiegen. Der Anstieg hat sich auch im Berichtsjahr 2011 fortgesetzt (+4,9 Prozent auf 12.444 Fälle). In diesem Deliktsbereich muss nach wie vor von einem hohen Dunkelfeld ausgegangen werden.“ Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2011 weist sie aus. Die Fälle, wo es um Gewalt gegen Kinder geht, sexuelle Gewalt. 12.444 Fälle. Jeder dieser Fälle einer zuviel. (Sexualdelikte machen übrigens – auch das ist Realität – insgesamt 0,8% sämtlicher Straftaten aus).

Bekannt ist, dass es überwiegend Täter aus dem familiären Umkreis sind, die sexuelle Gewalt gegen Kinder ausüben. Eine Deliktart, die in besonderer Weise emotional besetzt ist. Auf allen Seiten. Und die Täter sind Väter, Lebensgefährten, Brüder. Doch hier ist ein Defizit zu beklagen.

Über viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, wurde allerdings ein Thema in diesem Zusammenhang tabuisiert: Die Frauenbewegung, deren negativer Blick auf „die“ Männer in weiten Teilen zu beobachten ist, hat sich nicht gekümmert um jene Frauen, die Frauen von Tätern oder Mütter von Tätern sind.
Weite Teile der Frauenbewegung wollten offensichtlich nicht wahrhaben, dass Frauen das System sexueller Gewalt stabilisieren können, wenn sie beispielsweise der sexuell genötigten Tochter nicht glauben, dass sie das Opfer der Gewalt des Vaters und damit ihres eigenen Mannes wurden. (Wobei allerdings auch zu sehen ist, dass sich die Situation der betroffenen Frauen mehr als schwierig darstellt. „Sie sind wie schwankendes Schilf“, sagte vor vielen Jahren eine psychiatrische Gutachterin in einem Prozess wegen sexueller Gewalt. Die Situation ist komplex in der Zerrissenheit zu der Loyalität ihrem Mann gegenüber und dem Vertrauen dem Kind gegenüber).

Aber wäre das nicht mal ein Thema, darüber zu reden, wie die Frauenbewegung Frauen hier helfen kann?

Quelle: http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2012/PKS2011.html?nn=109628

Siehe auch: Werner Krebber, Sexualstraftäter im Zerrbild der Öffentlichkeit. Fakten Hintergründe Klarstellungen. 128 Seiten. EUR 12.50. Konkret Literatur Verlag, Hamburg, ISBN 978-3-89458-177-0

http://www.konkret-verlage.de/klv/