Alles ist wie durch ein heiliges Band miteinander verflochten

Mark Aurel / Büste in der Münchener Glyptothek / wikimedia ~ gemeinfrei

Alles ist wie durch ein heiliges Band miteinander verflochten. Nahezu nichts ist sich fremd. Alles Geschaffene ist einander beigeordnet und zielt auf die Harmonie derselben Welt. Aus allem zusammengesetzt ist eine Welt vorhanden, ein Gott, alles durchdringend, ein Körperstoff, ein Gesetz, eine Vernunft, allen vernünftigen Wesen gemein, und eine Wahrheit, sowie es auch eine Vollkommenheit für all diese verwandten, derselben Vernunft teilhaftigen Wesen gibt.

Mark Aurel (121 – 180) in: Selbstbetrachtungen. Siebentes Buch, Nr. 9

Ein Weg mit Herz

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Ist es ein Weg mit Herz? – Wenn er es ist, ist der Weg gut. Wenn er es nicht ist, ist er nutzlos. Beide Wege führen nirgendwohin, aber einer ist der des Herzens und der andere ist es nicht. Auf einem ist die Reise voller Freude, und solange du ihm folgst, bist du eins mit ihm. Der andere wird dich dein Leben verfluchen lassen. Der eine macht dich stark, der andere schwächt dich.

Carlos Castaneda (1925 – 1998) in: Die Lehren des Don Juan

Geteilte Welten in Christus transzendieren

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Wenn ich in mir das Denken und die Frömmigkeit der östlichen und westlichen Christenheit, der griechischen und lateinischen Väter, der Russen mit den spanischen Mystikern vereinige, kann ich in mir die Wiedervereinigung der getrennten Christen vorbereiten. Von dieser geheimen und unausgesprochenen Einheit in mir selbst kann schließlich eine sichtbare und manifeste Einheit aller Christen entstehen. Wenn wir zusammenbringen wollen was geteilt ist, können wir dies nicht tun, indem wir eine Spaltung über die andere stülpen oder die eine Spaltung in die anderen. Wenn wir das aber tun, ist die Vereinigung nicht christlich. Sie ist politisch, und zu weiteren Konflikten verdammt. Wir müssen alle geteilten Welten in uns enthalten und sie in Christus transzendieren.

Thomas Merton (1915 – 1968) in „Conjectures of a Guilty Bystander“

Zweierlei Menschen ohne Sorgen

 

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Am Rade des Daseins,
das ewig sich dreht,
sind zweierlei Menschen
ohne Sorgen.
Jene, die alle Geheimnisse der Welt kennen
und jene, die keinerlei Ahnung von ihnen haben.
Leider müssen wir erkennen,
dass wir der der einen
noch der anderen Kategorie angehören.

Omar Khayyam (1048 – 1131)

Frieden für eine unruhige Welt

 

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Letztendlich haben wir nur eine moralische Pflicht: große Räume des Friedens
in uns zu schaffen, wachsende Zufriedenheit und diese auf andere auszustrahlen.
Je größer der Friede in uns sein wird, desto friedvoller wird unsere unruhige Welt werden.

Etty Hillesum (1914 – 1943)