Ich bin der Fragesteller und die Frage

Brahma / Foto: Archiv

Brahma

Der rote Schläger denkt, daß der schlüge,
und der Erschlagene denkt, er sei erschlagen:
Sie wissen nicht, wie heimlich ich es füge,
daß alle Dinge mich im Innern tragen.

Für mich ist nah, was ferne und versunken;
Sonne und Schatten geben sich nichts nach;
Götter erscheinen mir, die längst entschwunden;
ein und dasselbe sind mir Ruhm und Schmach.

Wer mich verleugnet, kennt nicht seine Lage:
Wenn er mich flieht, bin ich, was ihn beschwingt;
ich bin der Fragesteller und die Frage;
ich bin das Lied, das der Brahmane singt.

Die Götter sehnen sich nach meinen Gründen,
den Heiligen Sieben laß ich keine Ruh;
du, Liebender des Guten, wirst mich finden
und kehrst dem Himmel deinen Rücken zu.

Ralph Waldo Emerson (1803–1882)

Das Original ist hier nachzulesen: https://www.poetryfoundation.org/poems/45868/brahma-56d225936127b

Alles ist wie ein Ozean…

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Alles ist wie ein Ozean,
alles fliesst und berührt sich.
An einem Ende der Welt
verursachst du eine Bewegung
und am anderen Ende der Welt
hallt sie wider.

Starez Sosima in Fjodor M. Dostojewskis Buch “Die Brüder Karamasow”

 

Der eine Strahl der Wahrheit

Foto: © wak

 

Wie das Wasser des Springbrunnens
in einem Strahl aufsteigt
und dann – getrennt durch Zeitund Raum –
in vielen Tropfen niederfällt,
so geht es mit dem einen Strahl der Wahrheit.

Hazrat Inayat Khan (1882 – 1927)

Mehr zur Mystik der Sufis am 27. Oktober im Kölner Mystikkreis: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/09/26/sufi-mystik-des-islam-und-doing-nothing-herzliche-einladung-zum-mystik-sonntag-am-27-oktober/

Eine neue Welt…

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Eine neue Welt kann nicht aus einem Universum entstehen, das auf Hass und Angst durch unausgewogenes Nehmen beruht.

Eine neue Welt braucht neue Fundamente. Eine Fundament für alle Ewigkeit wird nicht auf einen Schlag errichtet, sondern liebevoll Stein auf Stein erbaut. So muss der Mensch seine Welt neu erbauen.

Walter Russell (1871–1963)