Innehalten

Foto: © wak

„Warum hast du es so eilig?“ fragte der Rabbi. „Ich laufe meiner Lebendigkeit nach“, antwortete der Mann. „Und woher weißt du“, sagte der Rabbi, „dass deine Lebendigkeit vor dir herläuft und du dich beeilen musst? Vielleicht ist sie hinter dir und du brauchst nur innezuhalten.“

Diese chassidische Geschichte wird Rabbi Ben Meir (1740–1809) aus Berditchev zugeschrieben

Advertisements

Wir kommen weit her und müssen weit gehen

 

Foto: © wak

Wir kommen weit her, liebes Kind
und müssen weit gehen.

Keine Angst,
alle sind bei Dir, die vor Dir waren.
Deine Mutter, Dein Vater,
und alle, die vor ihnen waren,
weit weit zurück.

Alle sind bei Dir, keine Angst.
Wir kommen weit her
und müssen weit gehen, liebes Kind.

Heinrich Böll (1917 – 1985) – kurz vor seinem Tod

Zitiert wurde das Gedicht am Beginn des Filmes „Heinrich Böll, Ansichten eines Anarchisten“, der am 2. Dezember auf 3sat ausgestrahlt wurde.