Den Sinn seines Lebens kennen

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Jeder Vogel weiß, wo er sein Nest bauen soll. Und wenn er weiß, wie und wo er sein Nest bauen soll, heißt das, dass er den Sinn seines Lebens kennt. Weshalb kennt dann der Mensch, die klügste unter allen Kreaturen, nicht das, was jeder Vogel kennt, nämlich den Sinn seines Lebens?

Aus China

Wahrhafte Befreiung der ganzen Menschheit

Foto: © wak

 

Würden die Menschen danach streben,
sich selbst zu vervollkommnen,
statt die ganze Welt zu retten.
Würden sie versuchen,
selbst innerlich frei zu werden,
statt die ganze Menschheit zu befreien –
wie viel hätten sie getan
zur wahrhaften Befreiung
der ganzen Menschheit.

Anonymer Gedanke aus dem alten China

 

Der Hasen und der Löffel drei…

Abbildung aus dem u.a. Textdokument

 

Der Hasen und der Löffel drei,
und doch hat jeder Hase zwei.

Aus Asien und China über Rom soll das Motiv der drei Hasen nach Europa gekommen sein, im spätgotischen Kreuzgang des Doms von Paderborn dann in das „Drei-Hasen-Fenster“. Das Symbol für die Dreieinigkeit Gottes (Vater, Sohn, Heiliger Geist / Trinität) ist ihm wohl erst später zugesprochen worden im Zusammenhang einer christlichen Zahlenmystik. Die ursprüngliche Bedeutung soll unklar sein.

Ausführlicher beschrieben findet sich etwas zur Geschichte hier:

Klicke, um auf Hasengeschichte.pdf zuzugreifen

 

MuT zur Kunst

 

MuTScreenshot der Homepage mit Hinweis auf das „Museum unter Tage“

Mit dem „Museum unter Tage / MuT“ hat der Schlosspark in Bochum-Weitmar einen weiteren Anziehungspunkt.

Auf der Homepage des Museum heißt es:

Das MuT wurde landschaftsschonend unter der Erde erbaut und erfüllt zwei wesentliche Funktionen: Ein Drittel (ca. 500 m2) der Ausstellungsfläche soll für wegweisende Wechselausstellungen genutzt werden, die schon jetzt in Situation Kunst u.a. in Zusammenarbeit mit verschiedenen Instituten der RUB entwickelt und in aller Regel von hier aus bundes- bis europaweit in andere Museen auf Tournee geschickt werden. Zwei Drittel (ca. 1.000 m2) der Ausstellungsräume sollen dazu dienen, dauerhaft größte Teile des Konvolutes Weltsichten zu präsentieren. Dieses umfasst etwa 350 überwiegend bedeutende Werke der Landschaftskunst seit dem 15. Jahrhundert, vom klassischen Ölgemälde bis zur raumfüllenden Video-Sound-Installation. In einer von Bochum ausgehenden Ausstellungsreihe wurde dieses Konvolut bereits in mehreren deutschen und internationalen Museen (darunter Kiel, Wiesbaden, Chemnitz, Cottbus, Maastricht) gezeigt.

Wie ein kleines, überschaubares Kompendium der Kunstgeschichte zeigt sich die Liste der Künstler, die ihre „Weltsichten“ beitragen: Jacopo Bellini, Philips Wouwerman, Jacob van Ruisdael, Camille Corot, Gustave Courbet, Max Slevogt, Paul Cézanne, Paul Klee, Pablo Picasso, Max Slevogt, Roy Lichtenstein, Adolf Luther, Jan Dibbets, Rudolf Holtappel, Walker Evans etc.

China als „Wiege der Landschaftsmalerei“ wird dort ebenso präsentiert wie Europas „späte Geburt, Idylle: Sehnsucht und Illusion heißt ein Raum, Schweigen, Stille, Einsamkeit ein anderer. Spannende Entdeckungen…

 

Mehr zum „Museum unter Tage“, das Teil der „Situation Kunst“ ist, gibt es hier:

http://www.situation-kunst.de/mut.htm

China8 – Achtung!?

Im Kunstmuseum Gelsenkirchen ist sie jetzt zu sehen. Die Ausstellung moderner Kunst aus China. Schwerpunkt in Gelsenkirchen: Tuschemalerei und Kalligraphie.

Nicht historische, sondern zeitgenössische moderne Kunst ist es, die hier dem Betrachter gezeigt wird. Es könnte ein spannender Dialog werden, wenn man den Ausführungen des Ausstellungshinweises folgt.

 

China8_KuMuGEScreenshot der Ausstellungs-Homepage

 

Und es sind in der Tat schon zum Teil aussergewöhnliche und wirklich spannende Arbeiten, die in Gelsenkirchen zu sehen sind. Da verspricht die Homepage nicht zu viel, wenn es heißt:

Die traditionelle chinesische Tuschemalerei und Kalligrafie gehören mit ihrer über 2000 Jahre alten Tradition zu den ältesten Kunstformen der Welt. Tusche und Pinsel bilden den Ursprung der chinesischen Kunst, die traditionell nicht die detailgetreue Nachahmung der sichtbaren Welt, sondern vielmehr das Einfangen der geistigen Welt zum obersten Ziel hat. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Tuschekunst durch das Aufkommen von neuen Techniken, Theorien und Medien westlichen Ursprungs zunehmend in Frage gestellt. Bis heute wird die chinesische Malerei zwischen „Guohua“ (traditioneller Malerei) und „Xinhua“ (neuer, westlicher Malerei) unterschieden. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler haben es sich im vergangenen Jahrhundert zur Aufgabe gemacht, beide Weltanschauungen miteinander zu verbinden. Dies führte allerdings nicht zur erhofften Erneuerung der Tuschemalerei.

Heute, in einer digitalisierten, globalisierten, unübersichtlichen Welt trägt die Auseinandersetzung der Künstlerinnen und Künstler mit der Tradition und ihrer Bedeutung für das eigene Leben zur Identitätsfindung bei. Seit circa 15 Jahren ist eine zunehmende Rückbesinnung auf die eigene Kunsttradition zu beobachten. Diese Entwicklung greift die Ausstellung in der Alten Villa des Kunstmuseums Gelsenkirchen mit zwölf Positionen auf und bietet einen Einblick in die aktuelle Auseinandersetzung mit der traditionellen Tuschemalerei und Kalligrafie.

Zu finden sind diese Ausführungen hier:
http://china8.de/kunstmuseum-gelsenkirchen/

Hinweise auf das gesamte Konzept und die anderen Ausstellungen und Ausstellungsorte gibt es hier:

http://china8.de/

Aber es sind wohl auch Zweifel anzumelden, was einen offenen, freien Diskurs angeht. Im Radio hörte ich dieser Tage Ausstellungsmacher Walter Smerling sagen, dass die Künstler in ihren Ateliers in China frei arbeiten könnten. Selbst wenn man gewillt wäre, das zu glauben. Nach draußen jedoch werden wohl nur jene dürfen, die dem Kunstestablishment der Partei genehm sind. Oder?