Als Ganzheit reagieren

Engel von Ewald Mataré / Foto: (c) wak

Im religiösen Erlebnis
begegnet der Mensch einem übermächtig Anderen.
Und nur das Übermächtige,
welchen Ausdruck es auch annimmt,
fordert den Menschen als Ganzen heraus
und zwingt ihn, als Ganzheit zu reagieren.

C. G. Jung, 1958, GW 10, § 655

Zitiert von Ursula Bernauer in ihrem Beitrag „Engel – Überlegungen zu einer archetypischen Kraft“ fand ich Jungs Zitat hier: http://www.wachstums-impulse.de/texte/bernauer3.html

Des Menschen Herz erreichen

Der wahrhaft religiöse Mensch… weiß, dass Gott allerhand Wunderliches und Unbegreifliches erschaffen hat und auf den allerabsonderlichsten Wegen der Menschen Herz zu erreichen sucht. Deshalb fühlt er in allen Dingen die dunkle Gegenwart des göttlichen Willens.

Man kann nichts ändern, das man nicht annimmt.

C.G. Jung, Die Beziehungen der Psychotherapie zur Seelsorge. Zürich / Leipzig / Stuttgart 1932, S. 18

Die Wirklichkeit des Selbst beachten

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Wenn man der Wirklichkeit des Selbst tägliche Beachtung schenkt, so ist es, als ob man auf zwei Ebenen leben müsste, indem man zwar wie zuvor seine Aufmerksamkeit den Aussenweltsaufgaben widmet, zugleich aber auf alle Winke und Zeichen in Träumen und Ereignissen achtet, durch die das Selbst seine Absicht und die Richtung, wohin der Lebensstrom tendiert, kundtut. Alte chinesische Texte, die diese Art von Einstellung schildern, benützen das Bild einer Katze, die vor einem Mauseloch wartet. Die Aufmerksamkeit, so heisst es, soll nicht zu gespannt und nicht zu lau sein.

C.G. Jung (1875 – 1961) in: Der Mensch und seine Symbole. Kapitel: Beziehung zum Selbst, Solothurn / Düsseldorf, 1968, S. 212