Mit dem geistigen Auge sehen

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Empfunden

Schuber eines Bildbandes zu Caspar David Friedrich Foto: © wak

Walker Evans. Tiefenschärfe. Die Retrospektive

walker_1Fotos © wak

Die Ausstellung „Tiefenschärfe“, die eine Retrospektive der Arbeiten von Walker Evans zeigt, bringt mehr als 200 Fotografien in vintage- oder lifetime-Qualität zusammen, die aus den wichtigsten fotografischen Sammlungen der USA, wie dem Museum of Modern Art, dem Metropolitan Museum, dem J. Paul Getty Museum, und bedeutenden Privatsammlungen in den USA und Europa zur Verfügung gestellt werden.

Auf der Homepage des Bottroper „Quadrat“ im „Josef Albers Museum“ heißt es:

Damit werden alle wichtigen Werkgruppen von Walker Evans komplett oder mit herausragenden Beispielen vertreten sein. Nicht nur die ikonischen Arbeiten für die Farm Security Administration (1935-1936), auch Cuba (1933), Many Are Called (1938-41), und das Fortune Magazin wie auch Evans späte Polaroid-Porträts zeigen, wie er sich systematisch über Jahrzehnte und mit den jeweils aktuellen technischen Möglichkeiten einem Thema gewidmet hat. Neben dem Porträt war zum Beispiel auch sein Interesse an Werbegrafik, Schildern und Typografie seit den späten 20er Jahren und bis unmittelbar vor seinem Tod ein immer wiederkehrendes Motiv. Seine Bildfindungen zu diesen Wahrzeichen der Moderne spiegeln die Idee des objet trouvé und haben offensichtlich die spätere Pop Art beeinflusst. Die zeitlose Arbeit an dem, was Evans selbst das Wiedererscheinen der Fotografie nannte, gilt es ebenso zu entdecken wie den außerordentlichen Einfluss, den die Literatur, vor allem die französische, auf seine Arbeit hatte. Nicht umsonst ist sein vielleicht bekanntestes Projekt, das Buch American Photographs (1938), ein Beleg dafür, dass Fotografie in Evans‘ Worten „… die literarischste aller grafischen Künste …“ ist.

Mehr hier:
http://www.bottrop.de/mq/ausstellungen/113010100000083769.php

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Die Zeitung verteidigen

Ich würde die Funktion der Zeitung für die moderne Öffentlichkeit gern verteidigen. Bei der Zeitung weiß ich, wer zu mir spricht. Ich weiß, wie ich zu interpretieren habe, was die Süddeutsche Zeitung mir sagt, was die Bild-Zeitung mir sagt. Im Internet weiß ich nie ganz genau, wer zu mir spricht. Und es fehlt im Internet die Funktion der Zeitung als Filter und Auswahl; es übt seinen großen Einfluss auf die öffentliche Meinung regellos und oft anonym aus, ohne Ordnung, unkontrollierbar.

Umberto Eco (*1932) im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ vom 26. 9. 2015, S. 20
(notiert vom „Perlentaucher“ http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/perlentaucher-sibylle-berg-arno-schmidt-peaches-ryan-adams-a-1054883.html)