Beginen – in Wismar und anderswo

Hier hatte es in Wismar einen Beginenkonvent gegeben     Foto: © wak

 

Mehr über Geschichte und Gegenwart der Beginen hier:

Gertrud Hofmann, Werner Krebber
Die Beginen. Geschichte und Gegenwart
topos taschenbücher 530

(Nur noch wenige Exemplare beim Verlag lieferbar)

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Werner A. Krebber – Publikationen auf einen Blick

Foto: © wak

Mehr hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/auf-einen-blick-spirituelle-anregungen-von-werner-a-krebber/

Weltfrauentag: 30 Jahre „neue“ Beginen

Die „frommen Frauen“ des Mittelalters, als „Beginen“ bekannt, waren sozial engagierte, spirituelle Frauen. Sie entwickelten eine spezifisch weibliche Mystik, vergleichbar in ihren Auswirkungen mit der Spiritualität eines Franz von Assisi und der Mystik eines Meister Eckhart. Mit ihnen formierte sich eine dynamische Frauenbewegung, die sich bereits im 13. Jahrhundert gegen Anfeindungen von Kirche und Zünften bewähren musste. Diese in der Mystik wurzelnde emanzipatorische Tradition war lange vergessen. 1985 wurde die Tradition in Essen von Gertrud Hofmann neu begründet.

Ein guter Grund, sich zu erinnern:

 https://mystikaktuell.wordpress.com/2010/11/21/beginen-mystikerinnen-des-tuns/  

 

Mehr hier:

Gertrud Hofmann / Werner Krebber

Die Beginen – Geschichte und Gegenwart

hkdiebeginen

http://www.toposplus.de/shop/productdetailtopos.asp?productid=22060

 

 

Beginenhof in Gelsenkirchen?

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Vergeblich suchen Passanten inzwischen das o.a. Bauschild, das bis vor kurzem an der Paul-Gerhardt-Kirche in Gelsenkirchen-Ückendorf stand. Und ob und wie es weitergeht, ist auch nirgens zu sehen.

Sind vielleicht dann doch eher Bewohnerinnen als Beginen gesucht?

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Mehr hier:

http://de.scribd.com/doc/106655137/Beginen-im-dritten-Jahrtausend

 

Oder geht es hier weiter?

 

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Lassen die Beginen Frauen allein?

Vorsicht, es könnte ihr Welt-Bild erschüttern. Ihr Bild davon, dass Beginen Frauen sind, die Frauen helfen, für Frauen da sind. Und ihr Bild davon, dass Autonomie auch in Strukturen zu retten ist.

Doch beginnen wir am Ende.

Durch die Medien geht die Geschichte einer Frau, die sich an eine Notärztin wendet, nachdem sie durch K.O.-Tropfen betäubt wurde und einen Tag später auf einer Parkbank wach wird. Eine grauenvolle Erfahrung. Davon, was dazwischen war, weiß sie nichts mehr, heißt es. Und die Notärztin verweist sie an eine Klinik. Doch da beginnt das, was ich problematisch finde. (Und es geht hier letztlich nicht um den Einzelfall.)

Die Klinik ist in Trägerschaft einer Stiftung mit Ordensfrauen. In ihrer Selbstdarstellung heißt es auf der Homepage http://www.cellitinnenhaeuser.de/kloster/urspruenge/:

„Mit der Übernahme der Ordensregel des hl. Augustinus wurden im 15. Jh. aus den weltlichen Beginenkonventen Ordensgemeinschaften, die sich nach dem Vorbild der ‚cellebroeders’ (cella, lat. der abgeschlossene Raum, das Grab), den späteren Alexianern, fortan als Cellitinnen oder Augustinerinnen bezeichneten. Auch sie nahmen sich der durch Krankheit und Armut benachteiligten Bevölkerungsschichten an und leisteten damit  einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung. Dank dieser Betätigung entgingen die Cellitinnen-Gemeinschaften der Auflösung im Zuge der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Zahlenmäßig waren sie jedoch stark reduziert.“

Die ursprünglich eher autonom lebenden Beginen hatten sich – wohl auch auf äußeren Druck hin – in eine Ordensgemeinschaft verwandelt. Und damit nicht nur selbst ihrer Autonomie beraubt, sondern auch in die Strukturen eines römischen Systems begeben, die ihre Freiheit(en) reduzierten.

(Wie sehr diese kirchlichen Moralvorstellungen mittels staatlicher Finanzmittel durchgesetzt werden, ist noch mal ein anderes Problem.)

Nein, will ich dann doch jetzt mal sagen: „Die“ Beginen lassen Frauen nicht allein. Wohl aber tun es jene Strukturen, die das eigene System wichtiger nehmen als die Freiheit von (Christen)Menschen.

Siehe auch: Beginen im dritten Jahrtausend. Kritische Anmerkungen zur Adaption einer Lebensform aus dem Mittelalter

http://de.scribd.com/doc/106655137/Beginen-im-dritten-Jahrtausend

1.000 auf dem Weg zum Selbst…

Mehr hier:

http://mystikaktuell.wordpress.com/2012/10/14/1-000-auf-dem-weg-zum-selbst/

Beginen im dritten Jahrtausend?

An diesem Wochenende stellen sich in „Tagen des offenen Wohnprojektes“ zahlreiche Initiativen vor. Unter anderem einige von jenen, die dabei sind, Beginenhöfe zu errichten.

Unter anderem stellt sich dabei die Frage, ob es Beginenhöfe ohne Beginen sind. Ende Juni hielt ich einen Vortrag zum Thema „Beginen im dritten Jahrtausend? – Kritische Anmerkungen zur Adaption einer Bewegung aus dem Mittelalter“. Die Präsentation der Tagung ist hier dokumentiert.

Auch der Nachklang aus der Akademie:

Die Präsentation kann hier online gelesen werden:

http://de.scribd.com/doc/106655137/Beginen-im-dritten-Jahrtausend

Tagung: Renaissance der Beginen?

Unter dem Titel „Die Beginen – Renaissance einer Bewegung?“ wird die Thomas-Morus-Akademie in Bensberg vom 30. Juni bis 1. Juli 2012  eine „Offene Akademietagung“ veranstalten. In der Einladung heißt es:

Für Frauen, die im Mittelalter ein unabhängiges, eheloses und spirituelles Leben außerhalb von Klostermauern suchten, boten Beginen eine Heimat. An kein Ordensgelübde gebunden, führten diese als Laien ein Leben in ordensähnlichen Hausgemeinschaften, den Beginenhöfen. Die Arbeit in Krankenpflege und Erziehung, die Überlassung des jeweils eigenen Vermögens oder auch Stiftungen sicherten den Lebensunterhalt.
Seit einigen Jahren scheint diese Lebensform eine Wiederentdeckung zu erleben. So kam es zu Gründungen moderner „Beginenhöfe“ in vielen Städten Deutschlands. Moderne Beginen entlehnen zwar Elemente des traditionellen Lebensmodells, verzichten aber z. B. auf dessen spirituelle Schwerpunktsetzung. Im Vordergrund steht heute eher der Aspekt des selbstbestimmten Zusammenlebens in Frauengemeinschaften. Organisiert in Vereinen und Interessensgruppen versucht die Bewegung heute, das Zusammenleben in Wohnkonzepten vor allem im Alter zu betonen.
Wieviel ist in der neuen Bewegung vom Lebenskonzept der mittelalterlichen Beginen geblieben? Wer sind seine modernen Verfechterinnen? Wie sind moderne Beginenhöfe konzipiert? Was können sie leisten? Welche Erfahrungen gibt es bereits?

http://www.tma-bensberg.de/index.php?oid=3976

Auzug aus dem Programm:

Beginen – Frauenleben zwischen Kirche und Welt
Geschichte der Beginenbewegung im Überblick

Zwischen Frömmigkeit und Selbstbestimmung
Beginen als „emanzipatorische“ Bewegung im Mittelalter

Beginenhöfe in Flandern

Beginenkonvente im mittelalterlichen Essen
Leben und Wirken rekonstruiert nach alten Urkunden und Akten

Beginen im dritten Jahrtausend?
Kritische Anmerkungen zur Adaption einer Lebensform aus dem Mittelalter

Eine mittelalterliche Lebensform kehrt zurück
Der Beginenhof in Köln-Widdersdorf

Weitere Informationen und Anmeldung:

Thomas-Morus-Akademie Bensberg
Overather Straße 51-53
51429 Bergisch Gladbach
Telefon 0 22 04 – 40 84 72
Telefax 0 22 04 – 40 84 20
akademie@tma-bensberg.de

http://www.tma-bensberg.de/index.php?oid=3976

P.S. Nächstes Posting am 1. Mai 2012