Gegen Schutzbehauptungen

Über dem Portal der „Gedenkhalle“ am Oberhausener Schloss  Foto: © wak

Mehr hier: https://www.gedenkhalle-oberhausen.de/

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Shoah von Claude Lanzmann

Es gibt in Shoah keine Sekunde mit Archivmaterial, weil dies nicht die Art ist, wie ich denke und arbeite, und, nebenbei gesagt, solches Material gibt es gar nicht. […] Wenn ich einen Film gefunden hätte – einen geheimen Film, weil das Filmen verboten war –, gedreht durch die SS, in dem gezeigt wird, wie 3000 Juden – Männer, Frauen und Kinder – zusammen sterben, in der Gaskammer des Krematoriums 2 in Auschwitz ersticken, so hätte ich ihn nicht nur nicht gezeigt, ich hätte ihn sogar vernichtet. Ich kann nicht sagen, warum. Das passiert von selbst.

Claude Lanzmann über seinen Film in“ Le Monde“ vom 3. März 1994

In der Mediathek von Arte ist er hier zu finden: https://www.arte.tv/de/videos/RC-015582/hommage-an-claude-lanzmann/

Alain Resnais + / Nacht und Nebel

Am 19. Januar 2012 zeigte die „Flora“ in Gelsenkirchen den Film “Nacht und Nebel” des jetzt im Alter von 91 Jahren verstorbenen Regisseurs Alain Resnais. In einer Pressemitteilung schrieb die Flora damals:

„Als Mahnmal gegen das Vergessen entstand 1955, 10 Jahre nach der Auflösung der Konzentrationslager, unter der Regie von Alain Resnais der Film ‚Nacht und Nebel‘. Er nimmt seinen Ausgang in den grün überwucherten Ruinen von Auschwitz und zeigt dann in einem Rückblick das Geschehen in den Todeslagern, die gnadenlose menschenverachtende Präzision der ‚Endlösung‘. Dabei verbinden sich einprägsame Bilder mit der Musik Hanns Eislers und der künstlerischen Ausdruckskraft der Schriftsteller Jean Cayrol und Paul Celan (für die deutsche Bearbeitung), die beide den Holocaust überlebten, zu einem Dokument von erbarmungsloser Eindringlichkeit. Diese Qualität und sein Stellenwert als Warnung vor kollektiver Entmenschlichung im Zuge ideologischer Verblendung und politischer Diktatur verleihen dem Film eine zeitlose Aktualität.

Zu den eindruckvollsten Passagen in diesem Film gehört wohl die „Todesfuge“ von Paul Celan mit dem Satz „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“:

http://www.youtube.com/watch?v=hVerZZu5o3Q

Auschwitz und Majdanek

Erinnert wird in diesen Tagen häufig an den Frankfurter Auschwitz-Prozess, der von 1963 – 1965 unter der maßgeblichen Initiative und Recherche von Fritz Bauer zustande gekommen war. Nicht vergessen werden sollte jedoch eine spätere zweite Aufarbeitung der Verbrechen nationalsozialistischer Herrschaft, der Prozess um das Konzentrations- und Vernichtungslager Majdanek.

Das Jüdische Museum Berlin hat jetzt mit einer Dauerausstellung beide Prozesse dokumentiert. Zum Majdanek-Prozess heißt es in einer Pressemitteilung:

>>Der Düsseldorfer Majdanek-Prozess (1975 – 1981)

Bedeutsamer als die Strafen, die der Richter nach fast sechs Jahren Gerichtsverhandlung aussprach, war der Nachhall des Prozesses. Zwei Jahrzehnte nach Prozessbeginn schuf die Malerin Minka Hauschild die »Majdanek Prozessportraits«. Sie zeigen 44 Prozessbeteiligte. Inspiriert hatte sie der Dokumentarfilm »Der Prozess« (1984) von Eberhard Fechner. Innerhalb von zwei Jahren stellte Minka Hauschild 1996 die Gemäldeserie fertig. Sie ist im Jüdischen Museum Berlin zum ersten Mal in ihrer Gesamtheit zu sehen. Die Präsentation dieser Portraits kommuniziert mit der Architektur Libeskinds und ihrem Konzept der Voids. Drei iPads bieten Texte an, die die Geschichten der Portraitierten erzählen und Schlaglichter auf das Prozessgeschehen werfen.<<

http://www.jmberlin.de/main/DE/06-Presse/01-Pressemitteilungen/2013/2013_06_19.php

Vor einigen Jahren führte ich ein Interview mit Heiner Lichtenstein, der über Jahre den Majdanek-Prozess begleitet hat. Hinzu kommen einige Bilder in der Dokumentation, die von der Düsseldorfer Malerin Minka Hauschild stammen.

Krebber_Gedaechtnis

http://de.scribd.com/doc/111883715/Das-Gedaechtnis-der-Menschheit

Titelaufnahme der Deutschen Nationalbibliothek, DNB:

Titel: Das Gedächtnis der Menschheit … : Erinnerungen an das Konzentrations- und Vernichtungslager Majdanek und den Majdanek-Prozess / [Hrsg.: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Hagen und Umgebung e.V.]. Werner Krebber (Hg.)
Person(en): Krebber, Werner [Hrsg.]
Organisation(en): Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hagen und Umgebung
Verleger: Hagen : Padligur
Erscheinungsjahr: 1996
Umfang/Format: 32 S. : Ill. ; 23 cm
Gesamttitel: Beiträge zur Förderung des christlich-jüdischen Dialogs ; Bd. 16
ISBN/Einband/Preis: 3-922957-45-5 geh. : früher DM 14.80
Schlagwörter: Konzentrationslager Majdanek ; Aufsatzsammlung; Hauschild, Minka ; Bildnis ; Majdanek-Prozess ; Teilnehmer ; Bildband
Sachgruppe(n): 63 Geschichte und Historische Hilfswissenschaften ; 46 Bildende Kunst ; 19 Recht

 

Siehe auch:

http://www.minka-hauschild.de/

„Noch ist Polen nicht verloren“

„Noch ist Polen nicht verloren“ heißt es in der polnischen Nationalhmyne, dessen Text 1797 entstand und die auch 1848 auf den Barrikaden von Wien, Berlin und Prag gesungen wurde. Polen hat ein berechtigtes Interessen, dass das auch so bleibt. Allerdings wirken manche Versuche dann doch etwas übertrieben.

Lange schon, so ist in der taz unter dem Titel „Auschwitz lag in Nazi-Deutschland“ (http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/auschwitz-lag-in-nazi-deutschland) zu lesen, will Polen nicht mit dem Makel leben, dass zum Beispiel Auschwitz als „polnisches Vernichtungslager“ bezeichnet wird. Und um damit endgültig Schluss zu machen, sollen in den Domains die Landeskennungen .pl abgeschafft werden. Sieht man sich nun die Domain von Auschwitz an, ist sie noch über .pl zu erreichen. Auch die von Stutthof ist noch eine .pl-Domain. Anders bei Majdanek. Dort ist man gleich auf .eu übergewechselt.

Doch Polen sollte bei diesen Bemühungen nicht auf halbem Weg stehenbleiben. Denn die Webseiten von Auschwitz wie die von Majdanek sind ausschließlich in polnischer und englischer Sprache verfasst. Warum, so könnte man doch fragen, nicht in Deutsch, der Sprache der Tätervölker Deutschlands und Österreich? Der Webauftritt von Stutthof geht da weiter. Er hat neben Polnisch und Englisch auch Deutsch und Russisch mit im sprachlichen Angebot. Das sieht nach Konsequenz aus.

Mehr zu Majdanek hier:
Werner Krebber (Hg.): Das Gedächtnis der Menschheit …
Erinnerungen an das Konzentrations- und Vernichtungslager Majdanek und den Majdanek-Prozeß
Hagen 1996, 32 Seiten, broschiert. ISBN 3-922957-45-5. 6,50 Euro
Bestellung hier: info@cjz-hagen.de