Die Augen des Friedens sehen

Skulptur von Wilhelm Lehmbruck / Foto: (c) wak

Gott sende uns Geist, um weit zu verbannen
Den Rauch und den stinkenden Atem,
Die Lanzen und den Ruhm des Krieges,
Und alle Teufeleien des Todes.

Möge es Weisheit und Wachstum geben,
Die Ernte der Versöhnung bringt,
so werden wir die Augen des Friedens sehen,
Und den Hauch ihrer Schwingen spüren

John Galsworthy (1867 – 1933)

Alles ist verbunden

Photo by cottonbro on Pexels.com

Alles, was existiert, ist verbunden,
hat ein gemeinsames Ziel, einen gemeinsamen Atem.
Pflanzen, Tiere Felsen und Menschen atmen.
Die Erde atmet.
Erdmutter Natur ist der sichtbar
gewordene Atem des Schöpfers.

John Redtail Freesoul (Cheyenne – Arapahoe – Indianer)

Mehr spirituelle Impulse täglich hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/

Verkündiger der Morgenröte

An Tieck

Die Zeit ist da, und nicht verborgen
Soll das Mysterium mehr sein.
In diesem Buche bricht der Morgen
Gewaltig in die Zeit hinein.

Verkündiger der Morgenröte,
Des Friedens Bote sollst du sein.
Sanft wie die Luft in Harf und Flöte
Hauch ich dir meinen Atem ein.

Gott sei mit dir, geh hin und wasche
Die Augen dir mit Morgentau.
Sei treu dem Buch und meiner Asche,
Und bade dich im ewigen Blau.

Du wirst das letzte Reich verkünden,
Was tausend Jahre soll bestehn;
Wirst überschwenglich Wesen finden,
Und Jakob Böhmen wiedersehn.

Friedrich von Hardenberg / Novalis (1772 – 1801)

In seinem „An Tieck“ gerichteten Gedicht aus dem Jahre 1800 zeigt Novalis, welche Bedeutung die Begegnung mit dem Werk Jacob Böhmes (1575 – 1624) für ihn hatte. Die letzten Verse verherrlichen gleichsam Böhmes „Morgenröte im Aufgang“.

Unter anderem dieser Text wurde in einem Hörstück Die Sprache ist Delphi / Novalis träumt von Ronald Steckel eingearbeitet: https://mystikaktuell.wordpress.com/2022/03/24/17596/

Dichten heißt verdichten…

Foto: (c) wak

Dichten heißt verdichten, ballen,
den Lehmkloß formen
und ihm durch magischen Zauber
den göttlichen Atem einhauchen.

Die Magie aber auch dieses göttlichen Schaffens
– das spricht sich in allen Schöpfungssagen aus –
ist Magie des Worts.

Otto Maag (1885 – 1960) in: Magie des Wortes

Der vollständige Text „Magie des Wortes“ kann hier gelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VII
CII. Jahrgang September 2021 Heft 9, Thema: DIE MAGIE DER SPRACHE

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Atem der Weltmitte werden

Simone Weil | Foto: Archiv

 

Äußere Notwendigkeit oder inneres Bedürfnis, beide gebieterisch wie das Atemschöpfen. „Lasst uns zum Atem der Weltmitte werden!“ Selbst wenn ein Brustschmerz einem das Atmen äußerst schmerzhaft macht, so atmen man doch, man kann nicht anders.

Simone Weil (1909 – 1943)

Jacob Böhme: Einatmen ausatmen

 

Johannes Itten, Spruch von Jacob Böhme: Einatmen, ausatmen, 1922

 

Du Pendel der Welt
Einatmen Ausatmen
So schwinge du hin so schwinge du her
Du Atem der Engel so brenne und glühe
Vermehre Verstärke
Die Seele der Welt
Du Atem der Engel im Herzen werde menschlich
Bleib ewig wenn auch noch im Menschen begrenzt
Zum Herzen vom Herzen
Einatmen Ausatmen
So schwinge du ewig du Pendel der Welt

Jacob Böhme (1575 – 1624)

 

MAGISCHE BLÄTTER BUCH IV
CI. JAHRGANG WINTER 2020 / 2021
4. Quartalsausgabe November, Dezember, Januar
gebunden

HEFT 10 | November 2020
TITELTHEMA: JACOB BÖHME

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Die Welt fängt im Menschen an

Foto: © wak

 


Mit dem Schreiten der Menschen tritt
Gottes Anmut und Wandel aus allen Herzen und Toren.
Lächeln, Atem und Schritt
Sind mehr als des Lichtes, des Windes und der Sterne Bahn:
Die Welt fängt im Menschen an.

Franz Werfel (1890 – 1945) in seinem Gedicht: Lächeln Atmen Schreiten