Konfuzius: Worauf alles ankommt

Staatsregierung: Die Richtigstellung der Begriffe

Dsï Lu sprach: »Der Fürst von We wartet auf den Meister, um die Regierung auszuüben. Was würde der Meister zuerst in Angriff nehmen?« Der Meister sprach: »Sicherlich die Richtigstellung der Begriffe.« Dsï Lu sprach: »Darum sollte es sich handeln? Da hat der Meister weit gefehlt! Warum denn deren Richtigstellung?« Der Meister sprach: »Wie roh du bist, Yu! Der Edle lässt das, was er nicht versteht, sozusagen beiseite. Wenn die Begriffe nicht richtig sind, so stimmen die Worte nicht; stimmen die Worte nicht, so kommen die Werke nicht zustande; kommen die Werke nicht zustande, so gedeiht Moral und Kunst nicht; gedeiht Moral und Kunst nicht, so treffen die Strafen nicht; treffen die Strafen nicht, so weiß das Volk nicht, wohin Hand und Fuß setzen. Darum sorge der Edle, dass er seine Begriffe unter allen Umständen zu Worte bringen kann und seine Worte unter allen Umständen zu Taten machen kann. Der Edle duldet nicht, dass in seinen Worten irgendetwas in Unordnung ist. Das ist es, worauf alles ankommt.«

Konfuzius (ca. 551 – 479 v.u.Z.)  Gespräche | Lun yü. Buch XIII, 3. Staatsregierung III: Die Richtigstellung der Begriffe. München 2005, S. 117

Das Echte erkennen

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Auf die Schule des
Denkens, Erkennens, Anschauens
kommt sehr viel an.

Die Menschen müssten erst das Vermögen,
das Echte zu erkennen, zurückgewinnen.

 

Reinhold Schneider im Jahr 1937 in einem Brief an seine frühere Vermieterin und lebenslange Gefährtin Anna Baumgarten

Uns wandeln können

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Wer stehen bleibt, verfällt.
Aber auch wer zu laufen beginnt, verfällt.

Dass wir uns wandeln können,
ist unser größter Reichtum.

Bereiten wir diese Wandlung
Schritt für Schritt vor,
damit uns dann und wann
der entscheidende Sprung,
der immer zugleich
ein Scheiden und Ankommen ist,
gelinge.

Jean Gebser (1905 – 1973)