Fremd und doch urvertraut

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Wer gewöhnt ist, unreflex, doch aufmerksam zu achten auf die Weise seines Gebets und der im Gebet kommenden Antwort, der wird finden, dass viele dieser Antworten sein eigenes bewusstes Wissen sprengen, und als Neues, Größeres, bisher Unbekanntes sich zeigen. …
Nenne man es, wie man wolle. Jeder von uns macht die Erfahrung, dass zumindest bisweilen, in entscheidenden Lagen, eine „Stimme“ zu ihm spricht, die er als fremd und doch urvertraut erlebt.

Selma Polat in: Luise Rinsers Weg zur mystischen Religiosität

Der ganze Beitrag von Selma Polat kann hier gelesen werden:

XII. MAGISCHE BLÄTTER BUCH | WINTER
CIII. Jahrgang Winter 2022 / 2023 | Spuren (November | Heft 34)

EINZELBUCH, 364 Seiten, 20,00 € (zuzüglich Versandkosten)
ISBN-Nr. 978-3-948-5941-5 2

Herausgeber: Verlag Magische Blätter – Ronnenberg | Schriftleitung: Organisation zur Umwandlung des Kinos

Bestellungen hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu subject: BESTELLEN MAGISCHE BLÄTTER BUCH XII

Auf das Gleichgewicht der Natur achten

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Sofern wir
in die Natur eingreifen,
haben wir strengstens
auf die Wiederherstellung
ihres Gleichgewichts zu achten.

Heraklit (um 550 – 480 v.u.Z.) / Zitat in der Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ im Oberhausener Gasometer:: https://www.gasometer.de/de/ausstellungen/das-zerbrechliche-paradies

Die Wirklichkeit des Selbst beachten

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Wenn man der Wirklichkeit des Selbst tägliche Beachtung schenkt, so ist es, als ob man auf zwei Ebenen leben müsste, indem man zwar wie zuvor seine Aufmerksamkeit den Aussenweltsaufgaben widmet, zugleich aber auf alle Winke und Zeichen in Träumen und Ereignissen achtet, durch die das Selbst seine Absicht und die Richtung, wohin der Lebensstrom tendiert, kundtut. Alte chinesische Texte, die diese Art von Einstellung schildern, benützen das Bild einer Katze, die vor einem Mauseloch wartet. Die Aufmerksamkeit, so heisst es, soll nicht zu gespannt und nicht zu lau sein.

C.G. Jung (1875 – 1961) in: Der Mensch und seine Symbole. Kapitel: Beziehung zum Selbst, Solothurn / Düsseldorf, 1968, S. 212

Geistige Kräfte wieder achten

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Dass der Dichter heute nur dann gehört wird, wenn er dem Geschmack der Menge, den Strömungen der Zeit entgegenkommt, also das Element seines besonderen Wesens, das ihn zum Dichter vorbestimmt, so gut wie preisgibt – dieser schmachwürdige Zustand kann nur geändert werden, wenn die Zeit oder vielmehr ihre Menschen gelernt haben werden, geistige Kräfte wieder zu achten. Unsere Zeit, in der die Mittelmäßigkeit, die durchschnittlichen Geister genau so triumphieren wie die Serienfabrikation oder die Vertrustung in der Wirtschaft, diese Zeit hat von der Erscheinung des Genies, das im Dichter wirksam ist, kaum etwas vernommen oder verstanden: ist es nicht so, daß man heute auf allen Gebieten, nicht nur auf dem des Sports, des Glaubens ist, jedermann könne durch Training und abermals durch Training zur Höchstleistung sich hinauftrainieren? Von Berufung und Talent oder gar Genie weiß man nur noch wie vom Hörensagen.

„Der Dichter und seine Zeit“ von Hermann Stehr im Jahr 1929. Erschienen in: Vom Geheimnis des Jenseits im Diesseits, Brentano Verlag, Stuttgart, 1960

Der vollständige Text ist hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER
CI. JAHRGANG HERBST 2020
3. Quartalsausgabe August, September, Oktober, gebunden
ISBN.Nr. 978 -3-948594-03-9

HEFT 9 |  Oktober 2020

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Müsset im Naturbetrachten Immer eins wie alles achten

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Müsset im Naturbetrachten
Immer eins wie alles achten.
Nichts ist drinnen, nichts ist draußen;
Denn was innen, das ist außen.
So ergreifet ohne Säumnis
Heilig öffentlich Geheimnis!

Freuet euch des wahren Scheins,
Euch des ernsten Spieles!
Kein Lebend’ges ist ein Eins,
Immer ist’s ein Vieles.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)