Fremden Federn zugeschrieben – Inspirierende Texte für die Adventszeit ~ 1| Herr mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens

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Herr, mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht,
dass ich getröstet werde, sondern
dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Autor:
Unbekannt

Zugeschrieben:
Franz von Assisi

Geschichte und Quelle:
1912 war der Text zuerst in der französischer spirituellen Zeitschrift „La Clochette“ erschienen. Der Herausgeber, Esther Bouquerel, gab dort keinen Autor an, versah es aber mit der Überschrift „Belle prière à faire pendant la messe“ („Ein schönes Gebet für die Messe“). 1916 erschien er im „Osservatore Romano“. Ca. 1920 ist er dann auf einem Gebetszettel abgedruckt worden, der auf der Vorderseite ein Bild des Franz von Assisi zeigte. Ab 1927 wurde der Text dann zum ersten Mal auch Franz von Assisi als Autoren zugeschrieben. In der Folge war immer wieder zu lesen, dass der Text ein „Gebet des Franz von Assisi“ sei. Siehe auch hier: http://www.franciscan-archive.org/franciscana/peace.html

Fremden Federn zugeschrieben – inspirierende Texte für die Adventszeit

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Achte auf deine Gedanken, Herr mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens, Ich lobe den Tanz…

Gelobt werden beim Nennen von diesen und anderen Texten, die uns mitunter als Zitate bekannter Autoren begegnen, beispielsweise Sinn und Formulierung, Klang und Gehalt, Klage und Lob. Doch außer Acht gelassen wird mitunter, aus welchem Zusammenhang die Gedanken stammen und wer wirklich der Autor dieser Zeilen ist.
„Fremden Federn zugeschrieben“ wird hier in loser Form die tiefen Aussagen knapp informierend mit der wirklichen Geschichte verbinden. Wird auch aufzeigen, aus wessen Feder diese Texte, Gedichte oder Gedanken stammen und/oder, von wem sie nicht sind.

Denn es sind Texte und Gedanken, die von Ankunft und Aufbruch, von Sorge und Hoffnung, von Rückblick und Vision, von Sehnsucht und Erfüllung sprechen. Um so wertvoller auch ihren wirklichen Hintergrund zu kennen. In der Adventszeit mögen sie Anregungen für die vorweihnachtliche Besinnung sein.

Werner A. Krebber

Texte mit spirituellen Inspirationen gibt es täglich hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/

Eine Wolke von Geheimnis darüber gelegt

Fotographik: (c) wak

Was ich in der kleinen Sammlung einzelner für sich bestehender Abhandlungen, die ich unter dem Titel „Wegweiser“ herausgab, über Jakob Böhme gesagt habe, will, wie Sie richtig verstehen, darauf hinweisen, daß Böhme angenommener, geistig berufener Schüler der Leuchtenden des Urlichtes war. Ihm selbst war dieser Umstand etwas so Heiliges, daß er eine Wolke von Geheimnis darüber zu legen wußte. So viel auch über Böhme geschrieben wurde, so war doch niemand in der Lage, dieser geistigen Beziehung gerecht zu werden. Allerdings gibt Jakob Böhme die Schilderungen seiner geistigen Erlebnisse und Einsichten auch in so barocker und eigenwilliger Form, die durch den falschen Gebrauch der ihm durch seine gelehrten Freunde bekannt gewordenen lateinischen und latinisierten Worte nur noch krauser wird, daß man schon selbst sehr genau um solches Erleben wissen muß, um zu er-kennen, was er jeweils darstellen wollte. Anders aber steht es um die deutschen Mystiker, wie den Frankfurter Deutschordensherrn unbekannten Namens, der die „Theologia deutsch“ geschrieben hat, um Tauler, Seuse, Meister Eckhart. Das waren grundgelehrte Männer, die auf harten philosophischen Wegen zu ihren Erkenntnissen kamen, die sie dann nur schwer vor der kirchlichen Verdammung bewahren konnten.

Von Mystik und Böhme. Siebzehnter Brief aus „Briefe an Einen und Viele“ von Bô Yin Râ

Der ganze Beitrag von Bô Yin Râ kann hier gelesen werden:

XII. MAGISCHE BLÄTTER BUCH | WINTER
CIII. Jahrgang Winter 2022 / 2023 | Spuren (November | Heft 34)

EINZELBUCH, 364 Seiten, 20,00 € (zuzüglich Versandkosten)
ISBN-Nr. 978-3-948-5941-5 2

Herausgeber: Verlag Magische Blätter – Ronnenberg | Schriftleitung: Organisation zur Umwandlung des Kinos

Bestellungen hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu subject: BESTELLEN MAGISCHE BLÄTTER BUCH XII

Luise Rinser, Jakob Böhme und der Ungrund

Foto: (c) wak

In Rocca hatte ich ihr erzählt, wie wichtig für mich das Wort „Ungrund“ (Un-Grund) von Jakob Böhme geworden sei. Damals war sie erstaunt, dass ich, ein Südländer, mich für die Spekulationen eines hermetischen Norddeutschen des 16. Jahrhunderts begeistern konnte. Auch sie, die Heimatlose, hatte noch solche Vorurteile. Sie meinte, ich scherze, als ich sagte, dass ich das Werk Jakob Böhmes, den Hegel so schwierig fand, wie einen spannenden Roman lese. In Ronda habe sie verstanden, sagte sie dann. Es gebe Urdimensionen, in welchen sich Menschen – von Zufälligkeiten wie Epoche, Nationalität, Sprache unabhängig – frei begegnen können.

Biographisches zu Luise Rinser (1911 – 2002) von José Sánchez de Murillo

Der ganze Beitrag über Luise Rinser kann hier gelesen werden:

XII. MAGISCHE BLÄTTER BUCH | WINTER
CIII. Jahrgang Winter 2022 / 2023 | Spuren (November | Heft 34)

EINZELBUCH, 364 Seiten, 20,00 € (zuzüglich Versandkosten)
ISBN-Nr. 978-3-948-5941-5 2

Herausgeber: Verlag Magische Blätter – Ronnenberg | Schriftleitung: Organisation zur Umwandlung des Kinos

Bestellungen hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu subject: BESTELLEN MAGISCHE BLÄTTER BUCH XII

Individuum und Gemeinschaft

Josef Albers: Hommage to the Square 1969 / Foto:(c) wak

Ich glaube, die Kunst steht in Parallele zum Leben. Farbe verhält sich in meinen Augen wie ein Mensch – auf zwei unterschiedliche Weisen: einmal als Selbstverwirklichung und dann als Verwirklichung der Beziehung zu anderen… Mit anderen Worten, man muss es verstehen, ein Individuum zu sein und zugleich ein Mitglied der Gemeinschaft.

Josef Albers (1888 – 1976)

https://quadrat.bottrop.de/rubrik2/index.php

Quelle des Guten

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Arbeite an deinem Innern.
da ist die Quelle des Guten,
eine unversiegbare Quelle,
wenn du nur immer nachgräbst.

Marc Aurel (121 – 180) in seinen „Selbstbetrachtungen“, Siebentes Buch, Nr. 59

Wenn niemals Du in Sorge um den andern brennst

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Als Adams Nachfahr sind wir eines Stammes Glieder.
Der Mensch schlägt in der Schöpfung als Juwel sich nieder.
Falls Macht des Schicksals ein Organ zum Leiden führt,
sind alle andern von dem Leid nicht unberührt.
Wenn niemals Du in Sorge um den andern brennst,
verdienst Du nicht, dass Du Dich einen Menschen nennst.

Das Gedicht von Saadi (1190-1283) hängt im Eingang bei den Vereinten Nationen in New York

Sehnsucht nach wahrem Frieden der Seele

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… Das östliche Denken, wie Laotse es denkt, ist ein mythisches, ein magisches Denken, ein Denken an sich. Das westliche Denken ist ein rationalistisches, empiristisches Denken, ein Denken um sich, ein Denken zum Zweck. Der östliche Mensch beruht in sich und hat seinen Sinn nur in sich. Seine Welt ist eine Innenwelt. Der westliche Mensch ist „außer sich“. Seine Welt ist die Außenwelt. Der östliche Mensch schafft die Welt, der westliche definiert sie. Der westliche ist der Wissenschaftler, der östliche ist der Weise, der Helle, der Heilige, der Wesentliche. Zu werden wie er, zu sein wie er: ruft er uns zu; denn wir sind müde des funktionellen, des mechanischen, des rationellen Da-seins und Dort-denkens. …. Die Sehnsucht nach einem wahren Frieden der Seele, dem absoluten Sinn in sich und an sich ist deine tiefste Sehnsucht, Mensch! Drum: werde wesentlich.

Mensch, werde wesentlich! LAOTSE. Sprüche, deutsch von Klabund. Verlag Fritz Heyder, Berlin-Zehlendorf 1921. (Aus dem Nachwort)

http://www.das-klassische-china.de/Tao/Ubersicht%20der%20versch%20Ausgaben/Unterseite%20Henschke%20-%20Klabund.htm

Etwas anders auch hier: Alfred Georg Hermann „Fredi“ Henschke, genannt Klabund (1890 – 1928) in: Klabund. Geschichte der Weltliteratur in einer Stunde. Leipzig 1923. S. 14

Mehr spirituelle Impulse täglich hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/