Kurze Notizen zum Kölner KirchenBild – Drei Kleriker und das „Opus Dei“

„Opus Dei“ im Blickpunkt…

„Dort ist wirklich Fäulnis, und zurzeit scheint es, dass der mystische Leib Christi ein verwesender Leichnam wäre, der übel riecht“. Worte eines Priesters aus dem 20. Jahrhundert. Worte von Josemaria Escriva de Balaguer (1902 – 1975) in „Cronica“, einem lange geheim gehalten internen Informationsblatt des „Opus Dei“, dessen Gründer Escriva de Balaguer war. Blickt jemand in diesen Tagen nach Köln, so könnte er meinen, dass diese Worte auf die Situation des dortigen Erzbistums und einige seiner Führungskräfte gemünzt seien.

Das ist nicht erstaunlich aber erschreckend. Und es lohnt ein genauerer Blick: denn mindestens drei der Akteure kommen – mehr oder weniger offen – aus dem direkten Umfeld des „Opus Dei“.

Zu Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki schreibt die Frankfurte Allgemeine Zeitung: „Der Theologe promovierte an der Römischen Universität vom Heiligen Kreuz über die Seelsorge. Die Universität gehört zur konservativen Laienorganisation Opus Dei.“ (02.07.2011) Andererseits betont Woelki „Ich bin immer Diözesanpriester gewesen und gehöre weder dem Opus Dei noch einer anderen kirchlichen Gemeinschaft an.“ (Der Tagesspiegel vom 4. Juli 2011).

(Zu kritischen Fragen um seine Promotion gibt es bei Christian Modehn interessante Hinweise: https://religionsphilosophischer-salon.de/1862_mit-erzbischof-woelki-ins-getto_religionskritik) . Lassen wir das hier erst mal so stehen.

Dominikus Schwaderlapp, Weihbischof (* 1967): Er ist Domkapitular und Weihbischof im Erzbistum Köln. Gestern von seinen Aufgaben entbunden. „Schwaderlapps und Woelkis Werdegänge ähneln einander in einem wichtigen Punkt: Beide waren Meisners Privatsekretäre und gehörten damit früh zu den engsten Mitarbeitern des Kardinals. Beide haben auch Verbindungen zum umstrittenen ‚Opus Dei‘. Woelki promovierte an dessen Universität in Rom, Schwaderlapp hat stets betont, dem Opus Dei sehr nahe zu stehen. Im Gegensatz zu Eltern und Geschwistern sei er allerdings kein Mitglied. So Joachim Frank im Kölner Stadtanzeiger (https://www.ksta.de/dominik-schwaderlapp-neues-amt-fuer-meisners-alter-ego-10547462?cb=1616158954130). Lassen wir auch das hier erst mal so stehen.

Markus Hofmann, Generalvikar: Über ihn schreibt Lothar Schröder in der „Rheinischen Post“ am 23. März 2018: „…noch beachtlicher aber ist die Neubesetzung mit Markus Hofmann (50), einem Priester, der der erzkonservativen Bewegung von Opus Dei nahesteht. Denn der gebürtiger Kölner Priester ist auch Mitglied der sogenannten Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz – eine Vereinigung von Klerikern, die nach eigener Aussage ‚mit der Prälatur Opus Dei innerlich verbunden ist‘“. In seinem offiziellen Lebenslauf auf der Homepage des Erzbistum ist der Hinweis darauf nicht zu finden: https://www.erzbistum-koeln.de/erzbistum/generalvikar/

Dass der jetzt ebenfalls abberufene Weihbischof Ansgar Puff zum Neokatechumenalen Weg gehört, das sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Siehe dazu (Raoul Löbbert / Christiane Florin in der „Zeit“ vom 4. Mai 2014 https://www.zeit.de/gesellschaft/2014-05/interview-ansgar-puff-neokatechumenaler-weg?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

Können wir das hier erst mal so stehen lassen? Ich fürchte nein. Denn die drei konkreten Personalien aus dem direkten und indirekten Umfeld des Opus Dei lassen ein Kirchenbild erkennen, dass seine Quelle unter anderem in der „Integralismus-Debatte“ hat. „Im Innenraum der Kirche müsste aber doch für die Gläubigen überall lichte Durchsichtigkeit herrschen,“ hatte Hans Urs von Balthasar (des Progressismus nicht verdächtig) in seinem Artikel „Integralismus“ in Wort und Wahrheit 18 (1963), S. 737-744 vor vielen Jahren betont und eingefordert, in dem er auch schrieb:“ Die stärkste integralistische Machtballung in der Kirche… ist heute ohne Zweifel das Opus Dei…“

Und ein anderer Begriff ist hier zu nennen:  „Elite“. „Das Wort ‚Elite‘ kommt im Schrifttum des Opus Dei seltener vor als beispielsweise in den Dokumenten der deutschen Industriegewerkschaften. Aber es ist klar, dass der Anspruch darauf, Elite zu bilden, durch die strenge Auslese, die Selbstverleugnung, die sorgfältige Ausbildung, die Rücksicht auf die Individualität und den planvollen Einsatz der Kräfte von Opus Dei sehr weitgehend erfüllt wird.“ Auch der Autor dieser Zeilen wird nicht als progressiver Heißsporn durchgehen – es war Otto B. Roegele in seinem Beitrag „Das Opus Dei – Legende und Wirklichkeit einer umstrittenen Gemeinschaft“, der in der Zeitschrift Hochland erschienen ist 54(1961/1962), S. 439

Was für eine Konstellation. Ein superreiches Erzbistum, drei führende dortige Kleriker im Umfeld des Opus Dei. Gedanken kommen da schon auf. „Der Priester, wer er auch sei, ist immer ein zweiter Christus.“ So Escriva de Balaguer im „Camino“ – „Der Weg“, Nummer 66. Das sagt viel aus über ein Priesterbild, das ein sehr eigenes Kirchenbild schafft. Sicher keines für eine katholische Kirche im 21. Jahrhundert. Eher für eine römische, mehr noch für eine kölner – sehr eigener Art.

Werner A. Krebber

Literatur von mir zum „Opus Dei“:

Werner Krebber: Notizen zur säkularen Spiritualität des Opus Dei. In: Anton Zottl (Hg.) Welt-Frömmigkeit. Grundlagen – Traditionen – Zeugnisse. Eichstätt/Wien 1985, S. 167 – 181

Werner Krebber: Opus Dei – ein Mythos wird gehegt. In: Frankfurter Hefte 37 (1982), Heft 6, Seite 10 ff.

Christel Beilmann 100: Katholikin, Pazifistin, Politikerin,  Weibliche Führungskraft, Redakteurin

Die beiden Bücher von Christel Beilmann | Peter Hammer Verlag

Katholikin, Pazifistin, Politikerin,  Weibliche Führungskraft, Redakteurin. Darauf stößt, wer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek den Namen der am 21. Januar 1921 geborenen Christel Beilmann eingibt. Und es fasst schon knapp ihre Biographie zusammen.

Es war 1975, als ich auf Christel Beilmann aufmerksam wurde. Ein damaliger Freund schrieb über zwei Autoren des „Roten Blatts Katholischer Sozialisten“ (Otto Bauer / Heinrich Mertens: 1929 – 1930) seine Diplomarbeit und wir fuhren zu der Witwe von Mertens nach Köln. Auf dem Weg besuchten wir dort auch Martin Stankowski, der sich für seine Promotion mit der „Linkskatholischen Presse in Deutschland nach 1945“ befasst hatte. „Ihr müsst dringend zu Christel Beilmann“, gab er uns mit auf den Heimweg. Kein Problem, da sie wie der Freund in Bochum wohnten.

Nach und nach lernte ich sie, ihre Arbeit und vor allem ihren kritischen Geist kennen und schätzen, kam mit unterschiedlichen Personen und Institutionen ihres Umfelds in Kontakt. Viele ihrer Aktivitäten sind bei wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Christel_Beilmann nachzulesen:

„Leben und Werk

Von 1946 bis 1951 war sie erste Diözeseanführerin der katholischen Frauenjugend im Erzbistum Paderborn und 1947 Mitbegründerin des Bundes der Deutschen katholischen Jugend. Sie war in der Ostermarsch-Bewegung – u. a. als „Organisatorin des Ostermarsches Ruhr“ – tätig; als Katholikin gehörte sie in dieser Bewegung, die – soweit religiös – eher protestantisch geprägt war, zur katholischen Minderheit; unter den vielen Frauen, die dort aktiv waren, war sie eine der wenigen, die dort organisatorische Bedeutung erlangten.

Beilman redigierte zumindest zeitweilig – teilweise zusammen mit Arno Klönne – die Zeitschriften der Ostermarsch-Bewegung: die Informationen zur Abrüstung und später die außerparlamentarische opposition. In den Informationen zur Abrüstung des Jahres 1967 ist ausschließlich sie als Redakteurin genannt; in den Ausgaben der außerparlamentarische opposition des ersten Halbjahrs 1968 sind sie und Arno Klönne genannt. Jedenfalls 1965 gehörte sie auch dem Arbeitsausschuss der Kampagne an und war außerdem für die Zusammenstellung des Pressedienstes der Kampagne zuständig (parallel dazu Leitende Redakteurin im graphischen Büro einer großen Druckerei – w.a.k.).

Später war Beilmann Redakteurin der links, der Zeitschrift des – aus einer Strömung/Fraktion der genannten Kampagne hervorgegangen – Sozialistischen Büros (SB); jedenfalls deren Null-Nummer aus dem Jahre 1969 wurde von ihr presserechtlich verantwortet. Auch die Papiere, die zur Gründung des SB führten, waren von ihr mitunterzeichnet.

Schließlich ist sie mindestens in Heft 1/1971 der Zeitschrift „werkhefte. zeitschrift für probleme der gesellschaft und des katholizismus“ als Redakteurin genannt.

Ihr Buch Eine katholische Jugend löste „eine verstärkt kritische Diskussion“ über die „katholische Jugend im Dritten Reich“ aus.

Zu nicht näher spezifizierter Zeit war sie SPD-Mitglied. In ihrem Nachlass befinden sich Unterlagen der Kommission „SPD und Kirchen“ beim SPD-Landesvorstand Nordrhein-Westfalen (1977 – 1988).“

Zu ergänzen wäre hier unter anderem auch noch der Bensberger Kreis, die Hochschulinitiative Demokratischer Sozialismus oder ihr späteres Buch:  Eva, Maria, Erdenfrau: Der Verrat an den Frauen durch Kirchen und Theologien…

Aus der sachbezogenen Bekanntschaft zu ihr wurde eine lange persönliche Freundschaft. Mit den Worten: „Ich melde mich, wenn es mir besser geht“, beendete sie unser letztes Telefonat. Ich denke noch oft an die 2005 verstorbene Freundin. (w.a.k.)

Georg Friedrich Händel: Hallelujah Chorus

Georg Friedrich Händel – Oratorio – Messiah, HWV 56 Part 2, No. 44

Chorus Hallelujah Chorus Performed by The English Concert & Choir

Hallelujah, for the Lord God Omnipotent reigneth, Hallelujah! The Kingdom of this world is become the Kingdom of our Lord and of his Christ, and he shall reign for ever and ever, Hallelujah! King of Kings, and Lord of Lords, and he shall reign for ever and ever, Hallelujah! ~ (Revelation 19:6; 11:15; 19:16)

 

Klassen und Konflikte

Foto: © wak

1. Geschäftsleute sagen
dass, weil jeder egoistisch ist
das Geschäft notwendigerweise
auf Egoismus beruhen muss.

2. Aber wenn Geschäfte
auf Egoismus basiert sind,
sind alle beschäftigt
egoistischer zu werden.

3. Und wenn alle beschäftigt sind
egoistischer zu werden,
haben sie Klassen und Konflikte.

4. Geschäftsleute schaffen Probleme;
sie lösen sie nicht.

Peter Maurin (1877 – 1949) „Classes And Clashes“ aus „Easy Essays“. Maurin hat 1933 zusammen mit Dorothy Day die Bewegung „Catholic Worker“ gegründet

Doing Nothing – Retreat / Herzliche Einladung / 20. – 23. Juni 2019

20. Juni um 11:00 – 23. Juni um 14:00

 

Ganz herzliche Einladung!

Beim Nichts Tuns gibt es niemanden, der meditiert. Sitzen passiert, Stille passiert, Wahrnehmung passiert – aber niemand macht etwas damit oder versucht die Meditation im Inneren zu leiten, zu kontrollieren, zu navigieren. Es gibt keine Vorstellung wo die Meditation hinführen könnte oder wie sie sein sollte.
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Ein drei-tägiges Retreat reines Nichts Tun ist eine kostbare Gelegenheit loszulassen und gleichsam hinaus zu gehen über das trennende, wertende Denken. Es ist eine unschätzbare Gelegenheit einzutreten, in die Stille, in die Offenheit und Verbundenheit, die mein Herz berührt, meine Sinne reinigt, und mich danach entspannt, gesegnet und freudvoll wieder ins Leben gehen lässt.
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Es geht nicht darum WIE Du bist oder WAS Du bist, sondern darum, DASS Du bist.

Mehr infos zum Retreat: http://doingnothing.de/klausuren/

Zum Retreat-Ort hier: https://www.abtei-marienstatt.de

Kosten: 290,- bis 320.- je nach Einkommen

Leitung: Rani Kaluza
Co-Leitung: Werner A. Krebber

Anmeldung und mehr Informationen: weissefeder@netcologne.de
oder 0221 2406997 (Rani)

https://www.facebook.com/events/2291940544410833/?acontext=%7B%22source%22%3A5%2C%22action_history%22%3A[%7B%22surface%22%3A%22page%22%2C%22mechanism%22%3A%22main_list%22%2C%22extra_data%22%3A%22%5C%22[]%5C%22%22%7D]%2C%22has_source%22%3Atrue%7D