Günter Gaus: Zur Person

Screenshot: „Zur Person“ / Bei Eugen Gerstenmaier ist hier fälschlich Willy Brandt abgebildet

Das ZDF bringt jetzt wieder zahlreiche Interviews, die Günter Gaus (1929 – 2004) unter dem Titel „Zur Person“ mit namhaften Zeitgenossen seiner Zeit geführt hat. Journalismus vom Feinsten. Gesprächspartner sind u.a. Rainer Barzel, Helmut Schmidt, Ludwig Erhardt, Arthur Koestler, Günter Grass, Hanna Arendt, Oswald von Nell-Breuning, Franz Josef Strauß, Herbert Wehner, Martin Niemöller, Golo Mann, Edward Teller und viele andere.

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Saatkörner der Kontemplation

Kontemplation ist der höchste Ausdruck des intellektuellen und geistigen Lebens des Menschen. Sie ist das Leben selbst, voll wach, voll aktiv, voll bewusst, dass es lebendig ist. Sie ist geistiges Staunen. Sie ist spontane Ehrfurcht vor der Heiligkeit des Lebens, des Seins. Sie ist eine lebendige Erkenntnis der Tatsache, dass das Leben und das Sein in uns aus einer unsichtbaren, transzendenten und unendlich reichhaltigen Quelle stammen. Kontemplation ist vor allem ein Bewusstsein für die Realität dieser Quelle. Sie kennt die Quelle, obskur, unerklärlich, aber mit einer Gewissheit, die über die Vernunft und über den einfachen Glauben hinausgeht… Es ist eine tiefere Tiefe des Glaubens, ein Wissen, das zu tief ist, um in Bildern, in Worten oder sogar in klaren Begriffen erfasst zu werden.

Thomas Merton (1915 – 1968) in: New Seeds of Contemplation

Die Menschheit mit dem Kosmos einen

Fotos: (c) wak

Meinungen, Voreingenommenheiten, Theorien, Systeme, an die man glaubt, sind Hindernisse, die die Eingebung unterbinden. Diese allein ermöglicht das intuitive Erfassen aller unsichtbaren Beziehungen, die jede Handlung, jeden Gedanken, jedes Wort miteinander verweben.

Man erfasst, dass jedes Atom mitwirkt an der Fortpflanzung einer Bewegung, die die Menschheit mit dem Kosmos eint.

Frédéric Lionel (1908 – 1999)