Wie fühlt sich ein Sterben im LKW an?

Das kriminelle Treiben von Schleppern hat den Spediteur Gerard Graf und das Schauspielhaus Bochum zu einer ebenso ungewohnten wie drastischen Aktion kommen lassen. Am 2. September können Menschen nachfühlen, wie sich das Sterben in einem LKW anfühlen könnte.

In der Pressemitteilung des Schauspielhauses Bochum heißt es:

>>71 Menschen starben vor einer knappen Woche in einem Schlepper-LKW in Österreich. 71 Menschen zusammengepfercht in einem LKW mit einer Grundfläche von 6 x 2,5 Metern. Es ist unvorstellbar, was sich im Inneren des LKW zugetragen haben muss.

Am Tag nach dem Unglück erreichte das Schauspielhaus Bochum ein Anruf von Gerard Graf. Der Leiter der Bochumer Firma Graf-Transporte Internationale Spedition besitzt in seinem Fuhrpark einen LKW des Typs, in dem die 71 Menschen starben. Gerard Graf war so schockiert und betroffen, dass er sich mit der Bitte an das Schauspielhaus Bochum wandte, eine Aktion in die Wege zu leiten, die nachvollziehbar macht, was Menschen bereit sind für ein Leben in Sicherheit in Kauf zu nehmen. Er wird, um dem was in Österreich passiert ist ein Gesicht zu geben, am Mittwoch, 2.9.2015 – eine Woche nach dem Unglück – um 18:00 Uhr für ca. 30 Minuten mit seinem LKW auf dem Vorplatz des Schauspielhauses stehen.

Das Schauspielhaus Bochum lädt ein vorbeizukommen, um sich selbst ein Bild von den Bedingungen zu machen: 71 Menschen und ein LKW. Außerdem wird es die Möglichkeit geben, den LKW zu betreten und für einen kurzen Moment zu erleben, wie es sich anfühlt, wenn sich die Türen schließen.

Kommen Sie vorbei und machen Sie mit. Setzen Sie gemeinsam mit den Mitarbeitern von Graf-Transporte und dem Schauspielhaus Bochum ein Zeichen für menschlichere Einreisebedingungen, denn niemand darf in einem LKW sterben müssen. <<

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