Versuche zueinander vorzustoßen

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Die Kunst ist eine Metasprache,
mit deren Hilfe die Menschen
zueinander vorzustoßen versuchen,
in der sie Mitteilungen
über sich selbst machen
und sich fremde Erfahrungen aneignen.

Andrej Tarkowskij (1932 – 1986) in: Die versiegelte Zeit / Gedanken zur Kunst, zur Ästhetik und Poetik des Films, II. Die Kunst als Sehnsucht nach dem Idealen, S. 45, Ullstein, Berlin, 1988

Dies und mehr zu Tarkowskij, Bô Yin Râ und anderen ist hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER
CI. JAHRGANG HERBST 2020
3. Quartalsausgabe August, September, Oktober, gebunden
ISBN.Nr. 978 -3-948594-03-9

HEFT 7 | August 2020 | TITELTHEMA: KUNST

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Mystik ist immer revolutionär…

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Der mystische Mensch muss sich nicht einer Konfession zurechnen. Die konfessionsgebundene Mystik ist zwar die bekannteste, aber nicht unbedingt die bedeutsamste. Mystiker und Mystikerinnen, die sich keiner Religion zuzählten, konnten sich viel freier ausdrücken. Wer konfessionsgebunden war, geriet (und gerät auch heute noch) mit der dogmatischen Fixierung der jeweiligen Religion und Moral in Konflikt. „Die echte Grunderfahrung des Numinosen kann nicht anders sein als anti-konventionell, anti-kollektiv und anti-dogmatisch, denn sie ist Neuerfahrung des Numinosen.“ Mystik ist daher immer revolutionär und wird von der Institution als störend, wenn nicht sogar als häretisch empfunden.

Willigis Jäger: Mystik: Weltflucht oder Weltverantwortung? In: Suche nach dem Sinn des Lebens. Bewusstseinswandel auf dem Weg nach innen. Petersberg 5. Auflage 1999, S. 182

Das Zitat in Klammern stammt aus Erich Neumann: Der Mystische Mensch. Herausgegeben von Lutz Müller und Gerhard M. Walch. opus magnum 2005 http://docplayer.org/75903484-Erich-neumann-der-mystische-mensch.html

Dieser Beitrag ist zuerst hier erschienen: https://mystikaktuell.wordpress.com/2020/08/03/mystik-ist-immer-revolutionaer/

 

Die Aufseherin – der Fall Johanna Langefeld

Filmplakat zu „Die Aufseherin“

Um Frauen im Krieg, um Täter und Opfer geht es in dem Film „Die Aufseherin – Der Fall Johanna Langefeld“. Die Filmautoren erforschen die Geschichte von Johanna Langefeld, der SS-Oberaufseherin der größten Konzentrationslager für Frauen in Auschwitz und Ravensbrück, die in Krakau ihren Prozess erwartete und am 23. Dezember 1946 mit Hilfe ihrer ehemaligen Gefangenen aus dem Gefängnis Montelupich/Krakau flüchtete. Die Geschichte wurde geheim gehalten, um sowohl die ehemalige SS-Oberaufseherin wie auch ihre polnischen Fluchthelferinnen vor strafrechtlicher Verfolgung zu schützen.

Die Filmautoren sprachen mit polnischen Überlebenden aus dem KZ Ravensbrück, alle äußerten sich sehr positiv über Johanna Langefeld. Zeugenaussagen in früheren Prozessen bestätigen, dass Johanna Langefeld keine Sadistin war, aber eine überzeugte Nationalsozialistin und Anti-Semitin. Sie ordnete harte Strafen an und führte die Selektionen im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück im Rahmen der Mordaktion „14f13“ und in Auschwitz durch.

Auf der Grundlage von Archivmaterial und Aussagen von Zeitzeugen versuchen die beiden Filmautoren aus Polen und Deutschland, sich einer hochrangigen Nazi-Täterin, die gleichzeitig das Leben einzelner Gefangenen gerettet hat, zu nähern. Sie wollen mit der Dokumentation dieser einzigartigen Episode der Nachkriegszeit den Blick auf die deutsch-polnische Geschichte aus beiden Perspektiven erweitern.

Wissenschaftliche Beratung Dr. Johannes Schwartz / Barbara Oratowska

http://www.rohdedahl.de/johannas-geheimnis.html

Noch bis zum 5. August ist der Film in der ARD-Mediathek verfügbar:

https://www.ardmediathek.de/daserste/video/reportage-und-dokumentation/dokumentarfilm-im-ersten-die-aufseherin/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JlcG9ydGFnZSBfIGRva3VtZW50YXRpb24gaW0gZXJzdGVuLzIyM2Y3YjE2LWY1NzYtNDZhOS05MmYyLTQxZmJmMjIxOWRhYg/

Wenn es anfängt interessant zu werden…

Das Photo einer Teilnehmerin: Rani Kaluza und Werner A. Krebber vor ein paar Tagen nach sechs Tagen Doing Nothing Retreat in der Abdij Maria Toevlucht / NL

„Wenn es aufhört unterhaltsam zu sein,
fängt es an richtig interessant zu werden.“
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Rani

Mehr zu Retreats und Doing Nothing von Rani Kaluza hier: https://www.facebook.com/DoingNothingRetreats