Haben Sie Gabriel García Márquez “Hundert Jahre Einsamkeit” gelesen? Oder Pablo Nerudas Buch “Ich bekenne, ich habe gelebt”? Oder Bücher von Cesar Vallejo, Ellie Wiesel etc.? Sie hatten alle eins gemeinsam. Übersetzt wurden sie von Curt Meyer-Clason.

Als Übersetzer wollte Curt Meyer-Clason immer ein „Zwillingsbruder des Autors“ sein. „In seinem Namen und mit seinem Geist“ wollte er agieren, den Text „in eine neue Landschaft übersetzen, so, wie man über einen Fluss setzt“. Aber eigentlich sind es gleich mehrere Flüsse, über die Meyer-Clason mit seinen Tradierungen gezogen ist: der Rio de la Plata war ebenso dabei wie der Amazonas oder der Tejo in Lissabon. Insgesamt sind so weit über 150 übersetzte Bücher entstanden. So heißt es auf dem Portal des Goethe-Instituts zum 100. Geburtstag von Meyer-Clason.

Über sein Leben liest man in wikipedia dies:

Curt Meyer-Clason absolvierte nach dem Besuch des Gymnasiums eine kaufmännische Ausbildung. Er arbeitete als kaufmännischer Angestellter in Bremen und ab 1936 als selbstständiger Kaufmann in Argentinien und Brasilien. Von 1942 bis 1944 war er in Brasilien als feindlicher Ausländer interniert. 1955 kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete als freier Verlagslektor in München. Ab den Sechzigerjahren nahm seine Übersetzertätigkeit, vor allem portugiesischer, spanischer und lateinamerikanischer Autoren, immer breiteren Raum ein. Von 1969 bis 1976 war Meyer-Clason Leiter des Goethe-Instituts in Lissabon. Meyer-Clason lebte danach in München.

Curt Meyer-Clason war Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller, des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland und seit 1981 korrespondierendes Mitglied der Academia Brasileira de Letras in Rio de Janeiro. Er erhielt u. a. folgende Auszeichnungen: 1972 den Übersetzerpreis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, 1978 den Übersetzerpreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie und 1996 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Curt Meyer-Clason, der auch als Erzähler und Essayist hervorgetreten war, hat mit seinen zahlreichen Übersetzungen sowie als Herausgeber von Anthologien einen wichtigen Beitrag zur Rezeption der neueren lateinamerikanischen Literatur im deutschen Sprachraum geleistet.

Er verstarb im Alter von 101 Jahren am 13. Januar 2012.

Sein Werk macht in eindrucksvoller Weise stellvertretend deutlich, wie sehr Übersetzer beteiligt sind am Erfolg von fremdsprachigen Autoren im deutschsprachigen Raum. Ihnen allen ganz herzlichen Dank!

Mehr hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Curt_Meyer-Clason

Oder hier:

http://www.goethe.de/kue/lit/slt/de6523218.htm